Öl-Deal mit Venezuela: Trump verspricht billiges Benzin
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Öl-Deal mit Venezuela: Trump verspricht billiges Benzin
Die USA sichern sich riesige Ölvorkommen in Venezuela. Damit will die US-Regierung auch die Autofahrer besänftigen. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs sind die Treibstoffpreise deutlich gestiegen
Regina Bruckner
Von einer "historischen Vereinbarung" sprach die frühere venezolanische Vize- und nunmehrige Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez. US-Präsident Donald Trump stand dem um nichts nach und verkündete auf seiner Plattform Truth Social den "größten Öl-Deal" der Geschichte. Der Spritpreis werde "für alle Amerikaner" auf Jahre hinaus sinken, versicherte Trump.
Am Freitag jedenfalls konnte verlautbart werden, was nach der US-Intervention in Venezuela inklusive Gefangennahme des langjährigen Staatschef Nicolás Maduros lange verhandelt worden ist: Venezuela gewährt den USA Zugriff auf 17 große Erdöl-Vorkommen. Die USA können damit laut Trump potenziell über doppelt so viel Öl verfügen wie bisher. Der Umfang entspräche rund einem Fünftel der Vorkommen, die sich laut Schätzungen in Venezuela befinden. Das lateinamerikanische Land sitzt auf den größten Erdölvorkommen der Welt – bloß fehlt Kapital, um sie auch zu verwerten.
Venezuelas Ölindustrie ist nach mehr als zwei Jahrzehnten Misswirtschaft reichlich marode. Trotz der riesigen Vorkommen liegt die Ölproduktion bei nur rund einer Million Barrel pro Tag. Vor zwei Jahrzehnten wurde das Dreifache erzeugt. Die USA als weltweit größter Produzent fördern gut 13 Millionen Barrel pro Tag. Die Vereinbarung nannte US-Außenminister Marco Rubio eine Win-Win-Situation für beide Länder. Die USA, deren strategische Ölreserven derzeit auf dem niedrigstem Stand seit 1982 sind, würden von einer stabilen und kostengünstigen Versorgung profitieren. Venezuela dürfe mit privaten Investitionen in Höhe von fast 100 Milliarden Dollar rechnen – und mit "Tausenden gut bezahlten Arbeitsplätzen".
Beruhigungspille für Autofahrer
Ob es so kommt, ist offen, denn über die rechtlichen und finanziellen Details wird erst verhandelt. Laut Wall Street Journal will sich die US-Regierung mit 35 Prozent an dem Privatunternehmen North American Blue Energy Partners des venezolanischen Geschäftsmanns Alejandro Betancourt beteiligen. In der kommenden Woche sollen Verträge unterzeichnet werden, die Chevron & Co neue Förderrechte einräumen.
Sicher ist: Der Deal soll auch die Autofahrer in den USA besänftigen. Denn seit Beginn des Iran-Krieges ist der Benzinpreis um über ein Drittel gestiegen. Laut dem Automobilverband AAA könnte dieser August für Autofahrer in den USA der teuerste August in der Geschichte werden. Analysten verweisen allerdings darauf, dass der Aufbau der nötigen Infrastruktur in Venezuela Jahre dauern könnte – eine kurzfristige Senkung der Benzinpreise wäre damit also kaum zu erwarten.
Warten auf den Herbst
Wenig zur Entlastung Trumps trug am Freitag auch die lange erwartete Rede des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh bei. Sollte die Inflation nicht schnell genug auf den Zielwert von zwei Prozent zusteuern, "haben wir Arbeit vor uns", sagte Warsh bei seiner ersten großen Rede auf der Notenbankkonferenz in Jackson Hole, denn „das Inflationsziel von zwei Prozent ist ein fester, unverrückbarer Wert."
Preisstabilität sei "kein Selbstläufer". Sie durchsetzen sei "Aufgabe der Fed. Ohne Ausreden."Zum weiteren Zinspfad hielt sich der Fed-Chef, den Trump im Mai an die Spitze der wichtigsten US-Notenbank geholt hat (nicht ohne die Fed zu niedrigeren Zinsen zu drängen) bedeckt. Am Freitag, nach Warsh‘ Rede war die Stimmung an der Wall Street zumindest getrübt. "Der Markt reagiert deshalb so verhalten, weil Warsh unmissverständlich klarmacht, dass er am Zwei-Prozent-Ziel nicht rütteln lässt", sagte Mark Hackett, Chef-Anlagestratege beim Finanzdienstleister Nationwide. "Er bestätigt seinen strengen Kurs, aber das ist eher ein Zeichen von Konsequenz als einer weiteren Verschärfung."
Fällt die nächste Inflationszahl moderat aus, spricht vieles dafür, dass die Fed die Zinsen unverändert lässt, orakelt Eric Winograd, US-Chefvolkswirt bei AllianceBernstein. Bleibt der Preisdruck hingegen hoch, wäre eine Zinserhöhung sehr wahrscheinlich. Trotz der robusten US-Wirtschaft ist die aktuelle Inflationsrate von 3,7 Prozent hartnäckig hoch – dementsprechend auch der Druck auf die Fed, die Zinsen zu erhöhen. Die nächste Zinsentscheidung ist Mitte September. (Regina Bruckner, 30.8.2026)
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