Olympia-Bewerbung: München besser bewertet als Köln und Berlin

olympische Ringe in München

Bewertung der Olympiakonzepte München knapp vor Köln und deutlich vor Berlin

Stand: 22.09.2026 • 20:40 Uhr

Das Berliner Olympiakonzept hat im DOSB-Bewertungsystem schlechter abgeschnitten als die Konkurrenz. Platz eins uns zwei trennt nur wenig.

Von Robert Kempe und Volker Schulte

Die Olympiabewerbung aus München hat im Bewertungssystem des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die meisten Punkte erhalten. Das gab der Dachverband am Dienstagabend bekannt.

Von 100 möglichen Zählern erreichte das Münchener Konzept 87,03 Punkte, Köln-Rhein-Ruhr kam auf 85,02 Punkte. Beide Konzepte wurden als "sehr gut" bewertet, weil sie im Korridor zwischen 80 und 100 Punkten landeten. Die Bewerbung aus Berlin erhielt mit 74,64 Punkten die Note "gut".

Die Pläne aus der Hauptstadt hatten bereits am Sonntag bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl einen herben Rückschlag einstecken müssen. Die siegreiche Partei Die Linke hatte sich stets gegen eine Olympiabewerbung ausgesprochen und Spitzenkandidatin Elif Eralp bekräftigte diesen Kurs am Montag.

In München und Köln sind die Bewertungsergebnisse begeistert aufgenommen worden. "Münchens Olympia-Traum rückt näher", sagte Dominik Krause (Die Grünen), Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sprach von einer "richtig starken Nachricht für Köln/Rhein-Ruhr und Olympia in Deutschland".

Detaillierte Ergebnisse, aber keine Empfehlung

Am Dienstag hatte die zuständige Evaluierungskommission letztmals getagt und im Anschluss die Ergebnisse zunächst intern verbreitet. Im Abschlussbericht bezeichnete sie alle Konzepte als "geeignet, Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland erfolgreich durchzuführen". Das Fazit: Alle drei Konzepte seien wählbar.

Eine konkrete Wahlempfehlung blieb somit aus. Zum engen Abstand zwischen München und Köln-Rhein-Ruhr hieß es im Bericht: "Gemessen an der Bewertungsmechanik sind beide Konzepte im internationalen Wettbewerb gleichrangig."

DOSB-Entscheidung live im Ersten

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wählt der DOSB am Samstag in Baden-Baden die Stadt oder Region aus, mit der sich Deutschland um die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. Das nun veröffentlichte Bewertungsergebnis ist nicht bindend für die Wahlberechtigten.

Die Bekanntgabe der Ergebnisse ist live zu sehen im Ersten von 13:45 bis 14:45 Uhr, moderiert von Esther Sedladzek.

Köln-Rhein-Ruhr bewirbt sich mit Rostock-Warnemünde

"Uns liegen drei großartige Konzepte vor", ließ sich DOSB-Präsident Thomas Weikert in der Pressemitteilung zitieren. "Deutschland hat jetzt schon alles, um die Olympischen und Paralympischen Spiele auszurichten."

Der DOSB gab zudem bekannt, dass sich Köln-Rhein-Ruhr - wie zuvor schon Berlin - auf Rostock-Warnemünde als Standort für die Segelwettbewerbe festgelegt hat. München geht mit dem Standort Kiel-Schilksee ins Rennen.

Aufwendiges Bewertungssystem

Der DOSB hatte ein aufwendiges Bewertungssystem entwickelt. Darin gab es zwei Kategorien, in denen Arbeitsgruppen beurteilten, ob die Konzepte die Voraussetzungen erfüllen. Sie lauteten "Vision und Legacy" sowie "Kosten und Finanzierung". Alle Konzepte erhielten hier grüne Haken.

Zudem gab es zwei Bereiche in denen Vertreter des DOSB und die Olympischen Spitzenverbände Punkte verteilten: "Internationale Wettbewerbsfähigkeit und nationale Akzeptanz" sowie "Sportfachliche und operative Eignung".

Berlin erhielt erwartungsgemäß in der Rubrik "Internationale Strahlkraft" die beste Bewertung. München punktete unter anderem bei den Reisezeiten, Köln-Rhein-Ruhr beim Eventpotenzial.

Detaillierte Ergebnisse veröffentlicht

Die eigens gegründete Evaluierungskommission hat die Ergebnisse überprüft und nun im Vorfeld der Wahlen detailliert veröffentlicht. Eine Woche zuvor hatte der Sprecher der Landessportbünde Jürgen Scholz im Sportschau-Interview noch kritisiert, eine solche Veröffentlichung sei zunächst erst nach der Wahl vorgesehen gewesen.

Mitglieder der Evaluierungskommission

Stimmberechtigt:

  • Thomas Weikert, DOSB-Präsident
  • Otto Fricke, DOSB-Vorstandsvorsitzender
  • Babette Kibele, Sport-Abteilungsleiterin im Kanzleramt
  • Josephine Ortleb (SPD), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
  • Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbandes
  • Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bundes

Beisitzend ohne Stimmrecht:

  • Kim Bui, Athletenvertreterin im IOC
  • Jürgen Scholz, Präsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg
  • Idriss Gonschinska, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Behindertensportverbands

Bei der Wahl am Samstag sind die Olympischen Spitzenverbände, die DOSB-Präsidiumsmitglieder und persönliche DOSB-Mitglieder stimmberechtigt.

Die Wahlberechtigten
Wer Anzahl Stimmenzahl
Olympische Spitzenverbände 42 126
DOSB-Präsidium 10 10
Persönliche DOSB-Mitglieder 8 8