Optik fällt durch: „Das perfekte Dinner“-Gast findet Dessert „nicht schön“
Stand: 13.07.2026, 19:35 Uhr
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Auftakt am Nordrand des Schwarzwalds: Den Start von „Das perfekte Dinner“ (VOX) in Pforzheim widmet Alex (51) seiner kulinarischen Heimat Frankreich. Auf den Teller kommen Jakobsmuscheln, ein Lamm-„Mäuschen“ - und eine Mousse au chocolat, die dem Gastgeber bis zum Schluss den Puls hochtreibt.
Eine Kreuzfahrt, die ist lustig - und mutmaßlich köstlich, wenn es sich um einen klassisch französischen Menü-Streifzug zwischen dem Landesinneren und dem Meer handelt. In einer tollen Gründerzeit-Wohnung mit originellen Antiquitäten setzt Account Manager Alex (51) auf Gerichte, die seine Familiengeschichte erzählen. Seine Mutter ist Französin, seine verstorbene Pariser Oma ist für ihn bis heute über ihren Kochlöffel präsent. „Die französische Küche macht vor allem wegen ihrer Vielfalt Spaß“, schwärmt er.

Motto: La petite Croisière
- Vorspeise: Noix de Saint-Jacques aux poires
- Hauptspeise: Souris d'agneau avec gratin dauphinois et légumes
- Nachspeise: Mousse au chocolat et fruits
Dabei setzt er weniger auf Anleitungen als auf Intuition: „Ich hangele mich an Rezepten entlang“, so Alex. Entscheidend sei für ihn etwas anderes: „Mir ist warme Küche wichtig - damit meine ich von Herzen kommend, emotional.“ Wilde Seiten hat der Familienvater aber auch: Früher spielte er in einer Metalband, für sein Bewerbungsvideo griff er sogar noch einmal zur Gitarre. Und wenn er nicht kocht? Dann fordert er schon mal einen Kumpel zur Challenge heraus, die „übelsten und schärfsten“ Chilis überhaupt anzubauen - und zu probieren.
Sein Menü beginnt mit Jakobsmuscheln auf Sellerie, Petersilien-Gremolata und karamellisierten Birnenstreifen mit Gorgonzola, zuvor gibt es einen Kir Royal mit Crémant aus dem Elsass. Premieren für manche Gäste: Sarah (45) kennt die Kombi Birne-Gorgonzola nicht, und Yvonne (53) hat noch nie Jakobsmuscheln probiert. Ihr Urteil: „Sensationell.“
„Die Minze schmeckt nicht nach Minze“
Beim Hauptgang mit geschmorter Lammhaxe, wegen ihrer charakteristischen Form in Frankreich als „souris“ (Mäuschen) bezeichnet, zeigen sich die ersten kleinen Schwächen. Das Gratin ist Yvonne etwas zu kompakt und im örtlichen Dialekt „bissfeschd“, außerdem sind ihr die Kartoffelscheiben zu dick geraten. Vegetarier Nick („Mir ist Tierwohl wichtig“) bekommt als Alternative ein Pilzgericht serviert, das ihm allerdings „nicht raffiniert genug“ erscheint. Youngster Joshua (29) bemängelt zudem, dass sein Gratin nur noch lauwarm auf den Tisch gekommen sei.
Hinter den Kulissen kämpft Alex derweil mit seinem größten Gegner des Abends - der Mousse, die zu einer Zitterpartie gerät. Mit aller Zeit der Welt hat er Eischnee aufgeschlagen, in die Schokocreme gearbeitet und dann durchaus etwas nervös nach der passenden Schüssel gesucht.
Am Ende steht trotzdem ein klassisches französisches Dessert auf dem Tisch, das zunächst optisch für geteilte Meinungen sorgt. Für Yvonne ist sie in dieser Hinsicht das Highlight des gesamten Menüs: „Für mich eine 10 von 10.“ Joshua empfindet das Arrangement dagegen als „nicht schön“. Sarah vermisst die fluffige Konsistenz („Grisselig - vielleicht der Zucker“), und Nick stört sich an dem Deko-Blättchen: „Die Minze schmeckt kaum nach Minze.“
Am Ende reicht es für den französisch inspirierten Auftakt zu soliden 32 Punkten. Ein anspruchsvoller erster Abend mit einem Gastgeber, der seine Leidenschaft für Frankreich überzeugend auf den Teller bringt - und vor allem mit ganz viel Herzenswärme. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)