Ortsbeirat Mittelbach-Hengstbach: In Kita Regenbogen ist’s sogar bis 37 Grad heiß
Ortsbeirat Mittelbach-Hengstbach In Kita Regenbogen ist’s sogar bis 37 Grad heiß
Zweibrücken · Nicht nur in der Zweibrücker Kita Abenteuerland hat es beunruhigende Temperatur-Messergebnisse gegeben (wir berichteten), sondern auch in Mittelbach. Der Ortsbeirat forderte eindringlich Abhilfe. Und beschäftigte sich mit mehreren Haushaltswünschen für 2027 sowie der Verwendung des 2026er-Vorortbudgets.
18.07.2026 , 21:03 Uhr
Auch die klimagerechte Sanierung der neben der Kita gelegenen Schule mitsamt Schulhof (Bild) steht auf der Wunschliste des Ortsbeirates für den Stadthaushalt 2027. Ob dafür aber überhaupt genügend Geld da ist, entscheidet sich nach den Sommerferien.
Foto: Ralf Linn
W-Lan für das Dorfgemeinschaftshaus Hengstbach, ein Fahrradweg um Mittelbach oder die Beleuchtung der Breitensteinstraße zwischen Mittelbach und Hengstbach. Viele Vorschläge und Ideen hatte der Ortsvorsteher von Mittelbach-Hengstbach, Aaron Holaus (FWG) in der jüngsten Sitzung mit seinem Ortsbeirat zu besprechen. Doch ein Thema brannte ihm besonders unter den Nägeln: das Fehlen von ausreichend Klimagageräten und Ventilatoren für alle Räume in der Kindertagesstätte.
Während der zurückliegenden extremen Hitzewelle seien in manchen Gruppenräumen der städtischen Kita Regenbogen Spitzenwerte von 36 bis 37 Grad gemessen worden. Wegen des damit verbundenen gesundheitlichen Risikos mussten die Eltern oftmals gebeten werden, ihre Kinder früher abzuholen, schilderte Holaus das Problem. Der Ortsbeirat war sich sofort einig, dass hier dringend Abhilfe geschaffen werden muss. Holaus wünscht sich dafür eine einheitliche, für alle Kitas in der Stadt Zweibrücken gleichermaßen geltende Lösung. Das Thema sei auch schon im Stadtrat erwähnt worden, berichtete er. Der Ortsvorsteher versprach hier auf jeden Fall weiter am Ball zu bleiben.
Doch eigentlich ging es in der umfangreichen Tagesordnung vor allem um Vorschläge für Maßnahmen zum Investitionspaket Bildung, Klimaschutz und Infrastruktur und zur Verwendung der Gelder des städtischen Haushalts 2027 aus dem Ort. Und hier hatte man einiges vorbereitet, auch wenn über die Umsetzung nach den Ferien andere entscheiden werden.
So zum Beispiel die eingangs erwähnte Idee des Ausbaus des Radwegenetzes rund um den Ort. Einen Teil der Trasse von Hengstbach aus kommend hätte man ja bereits. Es ginge nur noch um den Lückenschluss unterhalb des Berghauserhofs. Auf rund eine Million schätzt Holaus die Kosten hierfür – womit das Vorhaben über das Investitionspaket Bildung, Klimaschutz und Infrastruktur von Bund und Land abgerechnet werden könnte. Da Zweibrücken hier für Maßnahmen über 250.000 Euro Investitionssumme mit einer satten Förderung rechnen kann, hatte die Stadt kurzerhand die Ortsbeiräte, auch den von Mittelbach-Hengstbach, um entsprechende Vorschläge gebeten.
Und dazu fiel dem Gremium außer dem Radweg noch mehr ein. So finden sich auch der Ausbau der Hengstbacher Straße/Bornrech zur Mertelstraße hin sowie die klimagerechte Sanierung und Neugestaltung des Schulhofs der Grundschule, die entsprechende Sanierung des ganzen Schulgebäudes und auch der Kita auf der Vorschlagsliste. 2,4 Millionen würde das alles zusammen kosten, schätzt Holaus. Die einzelnen Vorschläge sollen bis 5. August eingereicht sein, um auf ihre Förderfähigkeit hin geprüft zu werden, bevor sie dem Stadtrat zur Beratung vorgelegt werden.
Etwas länger, nämlich bis zum 9. September, läuft die Frist, in der der Ortsrat seine Vorschläge zur Verwendung der Gelder aus dem Haushalt der Stadt für 2027 einreichen kann. Zwar weiß auch Holaus, dass hier geäußerte Wünsche angesichts der knappen Kassen der Stadt nicht zwangsläufig von Erfolg gekrönt sind, eine ausgiebige Liste stellte das Gremium aber zusammen. Das bereits erwähnte W-Lan für das Dorfgemeinschaftshaus Hengstbach gehört hierzu. Aber auch die Installation eines Sonnensegels für den Spielplatz Hengstbach sowie einer Fahrradreparaturstation in Mittelbach und die Sanierung des Fußweges von der Hengstbacher Straße auf Höhe der Hausnummer 68 Richtung Breitensteinstraße mittels einer Schotterdecke.
Die teuersten Vorschläge auf dieser Liste dürften aber wohl die Erneuerung der Beleuchtung vom Ende der Breitensteinstraße Mittelbach bis Hengstbach einschließlich des Parkplatzes an der Mittelbacher Schule sowie die Planungskosten und der Grundstücksankauf zum Ausbau der Straße zum Wasserreservoir sein. Je rund 50.000 Euro könnte das kosten, meint der Ortsvorsteher.
Über die leidigen Themen Fortgang des Glasfaserausbaus in Mittelbach-Hengstbach sowie den noch immer nicht vorliegenden Straßenausbauplan 2026 bis 2030 (auch für wiederkehrende Beiträge der Bürger wichtig) konnte der Ortsvorsteher seinen Ratsmitgliedern nichts Neues berichten.
Dafür hatte er gute Nachrichten, was den Jugendraum in Mittelbach und den Bolzplatz in Hengstbach betrifft. Für Ersteren wurde nämlich mittlerweile ein Verein gegründet, der dessen Betrieb künftig managen will. Für einige der wichtigen vorbereitenden Arbeiten, wie die Sanierung des Außenbereichs und der Küche sowie die Instandsetzung der Elektrik fehlen diesem allerdings die Mittel. Der Ortsrat beschloss deswegen, das Engagement der Vereinsmitglieder mit 200 Euro aus dem Vorortbudget zu unterstützen.
Auch der vom Wühlmäusen befallene Hengstbacher Bolzplatz ist mittlerweile mit Hilfe des UBZ und des Engagements von Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) gerodet und neu eingesät. Klaus Lauer hat sich bereit erklärt, künftig die Pflege zu übernehmen – und die Bewässerung übernimmt die dort ansässige Familie Baumann. Der Ortsbeirat beschloss, auch diese Mitbürger für ihr ehrenamtliches Engagement aus dem Vorortbudget zu entschädigen. Im September soll die Einweihung stattfinden.
Es sind nicht die einzigen Maßnahmen, für die das Gremium aus seinem Vorortbudget Geld locker macht. Insgesamt zieren zwölf Positionen diese Liste, von Magneten für den Aushangkasten und Verpflegung für den Umwelttag über eine Aufwandsentschädigung für die Pflege der Homepage und der Anschaffung von Elektoequipment für kommende Feste bis hin zu „Achtung Schulweg“-Hinweisschildern an Laternen. Trotzdem behielt der Ortsbeirat in Sachen Ausgaben noch eine Sicherheitsrücklage. Von den zur Verfügung stehenden 2500 Euro sind noch rund 545 Euro übrig.