Vorsicht, Autofahrer: Österreich macht Verkehrsverstöße ab 2027 richtig teuer – diese Strafen drohen
Österreich macht Bußgelder ab 2027 deutlich teurer: Erhöhung trifft Urlauber – diese Strafen drohen konkret
Stand: 16.07.2026, 22:27 Uhr
Österreich dreht kräftig an der Bußgeldschraube: Ab 2027 gelten einheitliche Tarife, im Schnitt mit 50 Prozent Aufschlag. Das erwartet Autofahrer konkret.
Wien – Im kommenden Jahr sollten Österreich-Urlauber noch genauer auf Tempo, Parkregeln und das Verhalten auf der Autobahn achten. Denn ab dem 1. Januar 2027 werden viele Verstöße im Nachbarland nicht nur bundesweit gleich geregelt, sondern auch deutlich teurer. Österreich reagiert damit einerseits auf mehr schwere Verkehrsunfälle, andererseits soll das bisherige uneinheitliche System beendet werden: Bislang konnten Strafen je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfallen. Künftig gilt: gleicher Verstoß, gleicher Betrag – überall.

Im Fokus stehen die sogenannten Anonymverfügungen. Dabei handelt es sich um eine vereinfachte Geldstrafe für leichtere, häufig automatisiert erfasste Verstöße, die direkt an den Halter geht. Wer fristgerecht zahlt, sorgt dafür, dass der eigentliche Fahrer im Verfahren zunächst „anonym“ bleibt – es gibt also keinen personalisierten Bescheid. Wichtig dabei: Gegen eine Anonymverfügung gibt es kein Rechtsmittel. Wer sie nicht akzeptiert, muss die Zahlung verweigern und anschließend eine Strafverfügung abwarten. Die kann zwar teurer sein, dagegen ist aber Einspruch möglich.
Bußgelder in Österreich erhöhen sich: Das kosten Falschparken und Stoppschild-Überfahren
Laut neuem Bußgeldkatalog steigen die Beträge im Schnitt um etwa 50 Prozent. Der österreichische Automobilclub ÖAMTC nennt Beispiele: Parken im Halte- oder Parkverbot oder eine fehlende Parkscheibe in der Kurzparkzone kostet künftig 60 Euro. Wer bei Gelb noch in die Kreuzung fährt, muss mit 70 Euro rechnen. Das Überfahren eines Stoppschilds wird mit 80 Euro geahndet.
Auch auf Autobahnen kann es schnell teuer werden: Die Missachtung des Rechtsfahrgebots kostet laut ADAC 100 Euro, rechts überholen schlägt mit 115 Euro zu Buche. Ähnlich teuer wie in Deutschland ist das Befahren der Rettungsgasse – dafür werden 200 Euro fällig.
Strafrahmen für Raser wird angehoben: Bis zu 6000 Euro möglich
Für Temposünder wird außerdem der Strafrahmen verschärft. Wer mehr als 30 km/h zu schnell ist, landet künftig in einem Rahmen von 200 bis 5000 Euro (bisher: 150 bis 5000 Euro). Bei mehr als 40 km/h innerorts oder 50 km/h außerorts steigt der Rahmen von 300 bis 5000 Euro auf 400 bis 6000 Euro.
Mobilitätsminister Peter Hanke verweist zur Begründung auch auf die Unfallzahlen: 2025 sei der Anteil der Unfälle mit Verletzten durch nicht angepasste Geschwindigkeit von rund 14 Prozent (2024) auf über 16 Prozent (2025) gestiegen; bei etwa jedem dritten tödlichen Unfall sei zu hohes Tempo die Hauptursache. „Jeder tödliche Verkehrsunfall ist einer zu viel“, sagt Hanke. „Sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten, wird leider nach wie vor als Kavaliersdelikt gesehen.“
Kritik kommt vom ÖAMTC: Man begrüße die Vereinheitlichung, warne jedoch vor einer Erhöhung „deutlich über der Inflationsrate“ – und davor, Haushaltslöcher über höhere Strafzahlungen stopfen zu wollen. (Quellen: Österreichisches Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, ÖAMTC, ADAC) (sop)