Österreich spart vermehrt digital, das Sparbuch ist aber noch nicht ausgestorben
Weltspartag
Österreich spart vermehrt digital, das Sparbuch ist aber noch nicht ausgestorben
Laut einer Umfrage im Auftrag der Bank99 investieren mittlerweile 27 Prozent der Befragten ins Fonds und ETFs, am Sparschwein halten nur mehr 23 Prozent fest
Dass Österreicherinnen und Österreicher beim Sparen eher Freunde des Altbewährten sind, ist bekannt. Trotzdem bewegt sich auch hier so manches. Das legt zumindest eine Umfrage des Marktforschungsinstitut Marketagent im Auftrag der Bank99 nahe. Befragt wurden 1.500 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren.
Auffällig ist dabei eine Entwicklung der gewählten Sparformen hin zu rein digitalen Optionen. Gaben 2024 noch 38 Prozent an, "zu Hause" mit Sparschwein zu sparen, waren es heuer nur mehr 23 Prozent. Frauen (27 Prozent) horten tendenziell lieber Bargeld in den eigenen vier Wänden als Männer (20 Prozent). Waren vor zwei Jahren erst 12 Prozent in Fonds oder ETFs investiert, sind es mittlerweile 27 Prozent.
67 Prozent der Befragten halten Sparbücher für überholt, 25 Prozent nutzen sie aber weiterhin, bei Bausparverträgen sind es ebenfalls 25 Prozent. In Aktien und Anleihen investieren 22 Prozent, in Edelmetalle 15 Prozent, in private Zusatzpensionen 13 Prozent, in Krypto-Assets 7 Prozent, in Immobilien 5 Prozent. Mit Abstand am beliebtesten ist hingegen das Sparkonto, auf das 49 Prozent zurückgreifen.
Wie sparen Frauen, wie Männer?
Noch vor der Wahl der Sparform stellt sich freilich die Frage, ob jemand überhaupt sparen will und kann. 57 Prozent legen nur dann Geld zurück, wenn am Monatsende etwas übrigbleibt. Zwar bezeichnen laut Umfrage 45 Prozent ihre finanzielle Situation als stabil, doch 25 Prozent empfinden sie als angespannt, und 7 Prozent kommen kaum über die Runden. Nur 17 Prozent können sich alles leisten, was sie möchten, und 8 Prozent machen sich keine Sorgen um Geld.
Warum genau aber nicht gespart wird, hat verschiedene Gründe. 29 Prozent der Befragten sprechen von Schulden, 25 Prozent von mangelnder Disziplin. 22 Prozent von verlockenden Konsumangeboten, 19 Prozent von fehlendem Wissen über Sparmöglichkeiten, 11 Prozent von fehlenden Zielen. Von den steigenden Lebenshaltungskosten sind Frauen (65 Prozent) stärker betroffen als Männer (56 Prozent), auch haben Frauen (54 Prozent) öfter niedrige Einkommen als Männer (47 Prozent).
Männer (43 Prozent) sind hingegen deutlich öfter bereit, beim Sparen Risiken einzugehen als Frauen (20 Prozent). Das zeigt sich auch in den gewählten Sparprodukten: Aktien und Anleihen (Männer: 28 Prozent, Frauen: 16 Prozent), Edelmetalle (Männer: 20 Prozent, Frauen: 6 Prozent) und Kryptowährungen (Männer: 12 Prozent, Frauen: 3 Prozent) werden vor allem von Männern genutzt. (Michael Windisch, 23.10.2026)
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