Papst Leo spricht aus dem Krankenhaus mit Putin und äußert Bitte – Kreml-Chef antwortet deutlich
Stand: 17.10.2026, 07:20 Uhr
Kommentare

Der wegen Lungenkrebs operierte Papst Leo XIV. hat vom Krankenhaus aus mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert.
Papst Leo XIV. ist erst Anfang der Woche wegen Lungenkrebs operiert worden. Jetzt hat er vom Krankenhaus aus mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und um eine Waffenruhe in der umkämpften ukrainischen Stadt Oleschky gebeten. Der Papst habe „zu einer Waffenruhe aufgerufen, um die Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen“, teilte der Vatikan am Freitag mit. Der Kreml-Chef machte in dem Gespräch allein Kiew für die humanitäre Krise in Oleschky verantwortlich.
Oleschky liegt am Ufer des Dnjepr in der Region Cherson im von Russland besetzten Süden der Ukraine und wird von beiden Armeen in die Zange genommen. Russland hatte die Stadt schon 2022 erobert. Von den ursprünglich 24.000 Einwohnern sollen sich noch etwa 2000 in Oleschky aufhalten.
Papst spricht mit Putin und bittet um Waffenruhe – Kreml-Chef antwortet deutlich
Sowohl Russland als auch die Ukraine erkennen die humanitäre Krise in der Stadt an, werfen sich jedoch gegenseitig vor, Hilfslieferungen und Evakuierungen zu behindern.
Putin habe eine „detaillierte Erklärung zur Verantwortung des Regimes in Kiew in der schwierigen humanitären Lage“ geliefert, hieß es aus Moskau zu dem Telefonat am Freitag. Es sei vereinbart worden, dass „beide Seiten ihre Bemühungen koordinieren“ würden, um „Bedingungen zu schaffen, die die Sicherheit der Stadtbewohner gewährleisten und die Lieferung lebenswichtiger Güter erleichtern“, erklärte der Kreml.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Kiew hatte die Lage in der Stadt im September als „instabil und schwierig“ bezeichnet und erklärt, dass „zahlreiche Hindernisse“ die humanitäre Hilfe erschwerten. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk sprach Anfang Oktober von einer „ausweglosen Situation“.
Papst Leo an Krebs erkrankt: Aus dem Krankenhaus setzt er ein Zeichen
Es ist das zweite Mal, dass Papst Leo XIV. mit Wladimir Putin telefoniert. Das letzte Mal telefonierten die beiden im vergangenen Jahr am 4. Juni, wie der Corriere berichtet – knapp einen Monat nach der Wahl des US-Amerikaners zum Pontifex. Es war ein wichtiges Zeichen gewesen: Sein Vorgänger Papst Franziskus hatte zuvor vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2021 das letzte Mal mit Putin gesprochen. Papst Leo setzt sich für Frieden in der Ukraine ein und bietet sich zudem als Vermittler an.
Gleichzeitig setzt der Papst mit dem Telefonat ein Zeichen: Erst Anfang der Woche war er wegen eines bösartigen Tumors in der rechten Lunge operiert worden. Jetzt heißt es aus dem Vatikan: „Sein Zustand verbessert sich stetig“. Am Freitag zelebrierte Leo sogar eine Messe im Krankenhaus Gemelli in Rom. (Verwendete Quellen: afp, Corriere) (afp/rjs)