„Pavillon der Vielfalt“ wirbt auf Wochenmarkt für hohe Wahlbeteiligung
Stand: 11.08.2026, 19:00 Uhr
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Vor der Kommunalwahl am 13. September hat in Achim der „Pavillon der Vielfalt" eröffnet. Er steht bis zur Wahl jeden Samstag auf dem Marktplatz.
Achim – Auf dem Schotterplatz vor der Marktpassage öffnete vergangenen Samstag der „Pavillon der Vielfalt“ zum ersten Mal, um sich vor der bevorstehenden Kommunalwahl am 13. September für eine hohe Wahlbeteiligung einzusetzen. Mit seinem bunten Dach und zusätzlicher musikalischer Untermalung durch Michael Keding am Klavier lockte der Pavillon viele interessierte Besucher des Wochenmarktes an. Die Gäste stießen zum Beispiel auf eine von der St.-Laurentius-Kirche bereitgestellte Talkbox, die dazu anregen sollte, einen Austausch anzustoßen.
Auch der Kulturverein Achimer Muslime (Kamu) war vertreten, um über die Achimer Moschee zu informieren. „Wir versuchen, auf die Menschen zuzugehen“, erklärt Nuray Kunc, die Persönlichkeitsarbeiterin des Vereins. Ihr Ziel sei es, Menschen über den fortschreitenden Rechtsruck zu informieren und dagegenzusteuern. Gerade gesellschaftliche Vielfalt, gegenseitige Akzeptanz und ein interkultureller Austausch stünden dabei für sie im Fokus. „Niemand muss hier scheu sein“, sagt sie. Sie freue sich über Gespräche mit interessierten Besuchern des Pavillons. Vor allem jüngere Menschen empfinde sie dabei oftmals als aufgeschlossen und freundlich. In Achim begegne ihr gerade an Schulen immer mehr Vielfalt, die in der Politik jedoch leider nach wie vor fehle.
Im Hinblick auf den Austausch mit anderen Menschen sei ein besonderes Anliegen beim „Pavillon der Vielfalt“ für Kunc, Akzeptanz für Mitbürgerinnen zu schaffen, die sich für das Tragen eines Kopftuches entschieden. Hier bestehe nach wie vor eine Hemmschwelle, die es abzubauen gelte.
Die Bürgerinitiative Omas gegen Rechts war beim „Pavillon der Vielfalt“ ebenfalls zugegen und sorgte neben der Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, auch für kostenlose Verpflegung für alle Beteiligten sowie für die Gäste. Gerade jetzt vor der Kommunalwahl sei eine solche Aktion besonders wichtig, erklärt Mitglied Annette Bergmann. „Das ist etwas ganz Entscheidendes bei der Frage, wie man Demokratie in seiner unmittelbaren Umgebung verwirklichen kann.“ Die Omas gegen Rechts unterstützen zwar keine bestimmte Partei, sie setzen sich aber für demokratische Wahlen ein und wollen primär auf die Wichtigkeit der eigenen politischen Stimme hinweisen. „Wir möchten aufzeigen, wie vielfältig das Angebot ist und dass Nichtwählen kein Weg ist“, so Bergmann.
Vielfalt bedeute für Annette Bergmann, dass jeder Mensch das Recht haben sollte, er selbst zu sein. Auch ein Miteinander und die Gemeinschaft spielten für sie eine große Rolle. Keiner solle sich allein fühlen müssen. Jene Toleranz vermisse sie bei einigen Gruppierungen momentan. Trotzdem sei ein Austausch untereinander ihr enorm wichtig. „Demokratie heißt Vielfalt in verschiedenen Meinungen“, erklärt Bergmann. Zu diskutieren müsse dabei nicht gleich Streit bedeuten. Demokratie lebe schließlich vom Austausch untereinander.
Für eben jenen Austausch soll der „Pavillon der Vielfalt“ sorgen. Gerade das von den Omas gegen Rechts gespendete Essen könne dabei eine Hilfe sein. „Ich glaube, dass dadurch ein Wohlfühlen entsteht, eine Wärme. Ein Gefühl, hier gewollt zu sein“, so Bergmann. Der „Pavillon der Vielfalt“ wird bis zur Wahl auch weiterhin jeden Samstag auf dem Marktplatz zu finden sein, um verschiedene Gruppen vorzustellen, zu Gesprächen einzuladen und sich so für mehr Vielfalt in Achim stark zu machen.
CAROLA MARSCHHAUSEN