Nach der Operation: Personalisierter mRNA-Impfstoff soll Rückkehr von schwarzem Hautkrebs bremsen
Personalisierter mRNA-Impfstoff senkt Rückfallrisiko bei schwarzem Hautkrebs
Stand: 20.08.2026, 14:03 Uhr
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Ein personalisierter mRNA-Impfstoff senkt in einer Phase-3-Studie mit mehr als 1100 Teilnehmenden das Rückfallrisiko bei schwarzem Hautkrebs.
Washington – Ein medizinischer Durchbruch könnte die Behandlung von schwarzem Hautkrebs (Melanom) grundlegend verändern. Wie die Pharmakonzerne Merck und Moderna mitteilten, hat ihr personalisierter mRNA-Impfstoff Intismeran in einer Phase-3-Studie das Hauptziel erreicht, die krebsfreie Zeit von Patienten nach einer vollständigen Tumorresektion zu verlängern. In Kombination mit dem Immuntherapie-Medikament Keytruda wurde zudem das sekundäre Ziel erreicht, eine Streuung des Krebses in andere Körperregionen zu verhindern, wie Reuters berichtet.
Die Unternehmen bezeichneten die Ergebnisse als bedeutenden Meilenstein für die personalisierte Krebstherapie bei fortgeschrittenem Melanom. An der klinischen Studie nahmen mehr als 1.100 Personen mit Hautkrebs der Stadien 2, 3 oder 4 teil, berichtet Paris Match. Obwohl noch keine genauen Zahlen veröffentlicht wurden, sprachen Krebsspezialisten gegenüber der BBC von einem Durchbruch, mahnten jedoch zur Vorsicht, da die vollständigen Daten noch nicht von unabhängigen Experten geprüft wurden.
Personalisierte adjuvante Therapie nach der Operation
Der experimentelle Impfstoff wird Patienten mit hohem Rückfallrisiko verabreicht, nachdem der Tumor chirurgisch entfernt wurde, berichtet die BBC. Als sogenannte adjuvante Therapie soll die Kombination das Risiko eines Rückfalls minimieren und verbliebene mikroskopische Krebszellen bekämpfen. Die Behandlung wird individuell an das Tumorgewebe des jeweiligen Patienten angepasst, um das Immunsystem gezielt auf die Bekämpfung der Krebszellen vorzubereiten, meldet Reuters.
Mögliches Milliarden-Geschäft für die Hersteller
Nach Bekanntgabe der Studienergebnisse stieg der Börsenwert von Moderna drastisch an, wie Reuters berichtet. Durch eine Gewinnteilungsvereinbarung mit Merck rechnen Investoren mit potenziellen jährlichen Einnahmen von rund 13 Milliarden US-Dollar. Die Unternehmen testen den Ansatz derzeit auch bei weiteren Krebsarten, darunter nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, Blasenkrebs und Nierenzellkarzinom.
Warten auf die vollständigen Studiendaten
Die Zwischenanalyse lieferte das erste positive Phase-3-Ergebnis für eine mRNA-basierte Krebstherapie überhaupt, schreibt Paris Match. Mediziner und Gesundheitsbehörden warten nun auf den vollständigen Datensatz und längerfristige Nachbeobachtungen, um die Dauerhaftigkeit des Schutzes und die Sicherheit zu bewerten. Selbst nach Abschluss des Studienprozesses erfordert die Therapie noch die behördliche Zulassung, bevor sie Patienten im Facheinsatz zur Verfügung stehen kann, betont die BBC. (Redaktion)