Pfiffe, Assist, Elfer-Fehlschuss: Reese erlebt Drama bei Berlin-Rückkehr

KI-Stimme. Info

Fabian Reese klatschte in Richtung der mitgereisten Fans des VfL Wolfsburg. Es war ein Applaus der Erleichterung. Nur knapp hatten sich seine Niedersachsen in der ersten Runde des DFB-Pokals bei der VSG Altglienicke durchgesetzt.

Newsletter Illustration

Der Berliner Fußball-Regionalligist war der Sensation ganz nah, musste sich vor 5000 Zuschauern im ausverkauften Stadion auf dem Wurfplatz im Olympiapark aber doch noch geschlagen geben. Der Bundesliga-Absteiger aus der Autostadt gewann 9:8 nach Elfmeterschießen (3:3, 2:2, 0:1). Und Reese durchlebte einen emotionalen Abend.

2023 war Fabian Reese aus Kiel zu Hertha BSC gewechselt. Beim Berliner Zweitligisten erarbeitete sich der Offensivspieler den Status eines Publikumslieblings – dank vieler sehenswerter Auftritte im Olympiastadion. Nur wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt erlebte der gebürtige Kieler am Montagabend, wie Fanliebe in Verbitterung umschlagen kann.

DFB-Pokal: Fabian Reese kehrt mit VfL Wolfsburg nach Berlin zurück

Schon beim Aufwärmen ertönten Pfiffe aus dem Block hinter dem Tor, sobald Reese den Ball berührte. Die Unmutsbekundungen fanden während des Spiels ihre Fortsetzung, sobald der einstige Hertha-Kapitän mit dem Spielgerät in Kontakt kam.

Lauter Jubel der VSG-Fans ersetzte die Pfiffe kurzzeitig, als Jonas Nietfeld den Viertligisten in Führung brachte (6. Minute). Sie hielt bis zur 55. Minute, als Wolfsburgs eingewechselter Kapitän Maximilian Arnold aus 30 Metern das 1:1 erzielte.

Auch interessant

Infolge eines schweren Fehlers von Wolfsburg-Torhüter Jakub Zielinski ging Altglienicke durch Jonas Saliger erneut in Führung (71.), die erneut Arnold per direktem Freistoß egalisierte (83.). Die Pfiffe begleiteten Reese und sein Team in die Verlängerung.

Offenkundig hatte ein Teil der Zuschauer bei Reeses Rückkehr in die Hauptstadt eine Gelegenheit ausgemacht, den Frust über den Wechsel des Angreifers aus den Kommentarspalten der sozialen Medien ins Hertha-Amateurstadion zu tragen.

Ehemalige Hertha-Mitspieler schauen Fabian Reese zu

Seine Entscheidung, sich nur ein Jahr nach seiner Vertragsverlängerung beim Hauptstadtklub dem Ligakonkurrenten anzuschließen, verübeln die Fans ihrem einstigen Spielführer. Am Montagabend schauten mit Toni Leistner, Diego Demme, Deyovaisio Zeefuik, Marton Dardai, Kevin Sessa und Linus Gechter einige von Reeses früheren Mitspielern zu.

Ein weiteres Mal führte der Regionalligist in der Verlängerung nach dem Tor zum 3:2 von Mehmet Ibrahimi (110.), doch auf Reeses Vorlage glich Hauke Wahl für den VfL ein letztes Mal aus (117.). Als vierter Schütze verschoss Reese im Elfmeterschießen. Aber eine entscheidende Parade von Wölfe-Keeper Zielinski und der Treffer von Kilian Fischer sicherten Reeses Team das Weiterkommen.