„Phänomenale Teamleistung“: Letztes GAK-Aufgebot war gnadenlos effizient
Die Grazer sind mit einigen Ausfällen konfrontiert, entführen aber dennoch drei Punkte aus dem Ländle.
Er sei „fetzenhin“, keuchte Alexander Hofleitner und versuchte noch außer Atem zu verdeutlichen, welch kräfteraubende Leistung er mit seinen GAK-Kollegen gerade gebracht hat. „Es war ein kämpferischer Auftritt, ein extrem intensives Spiel“, so der Stürmer, „wir haben bis zur letzten Sekunde alles reingelegt.“ Ein Fight, der mit einem 2:1-Erfolg in Altach belohnt wurde. Ein Sieg, mit dem man aufgrund der ungünstigen Vorzeichen nicht unbedingt rechnen musste.
Denn Trainer Gerald Scheiblehner musste bei seinem dritten Spiel in Diensten des GAK aufgrund einer Flut an Ausfällen improvisieren. Leon Klassen und Jacob Italiano wurden über Nacht krank und verlängerten damit die ohnehin beachtliche Liste der Ausfälle.
Auch Tim Trummer, Donovan Pines, Souleyman Mandey, Tobias Koch und Ismael Guerti standen nicht zur Verfügung. Die Last-Minute-Neuzugänge Michael Sollbauer und Christopher Cvetko feierten ihre Liga-Premiere für die Grazer, die nur sieben Ersatzspieler auf der Bank hatten, sich von der Personalnot jedoch nicht beirren ließen.
Standard-Tor mit Ansage
„Das war eine unglaubliche Mannschaftleistung“, jubelte Cvetko, „es war keine leichte Woche, einer nach dem anderen ist aufgrund von Krankheit oder Verletzung weggebrochen, aber jeder hat die Qualität zu spielen.“ Die Rotjacken trotzten der Personalnot vor allem mit einer gnadenlosen Effizienz. Aus zwei Großchancen erzielten die Steirer zwei Tore – das erste davon quasi auf Ansage aus einem Standard. Scheiblehner hatte bereits vor der Partie angekündigt, mehr Wert auf die Ausbeute aus ruhenden Bällen legen zu wollen. In der 6. Minute fand Peter Michorl bei einem Eckball den Kopf von Yannick Oberleitner, der wie schon beim Cup-Erfolg in Kitzbühel traf. Auch der zweite Treffer der Gäste wurde von einem Akteur erzielt, der bereits in der Vorwoche bei der Dienstreise nach Tirol getroffen hatte.
Hofleitner (38.) düpierte nach Hereingabe von Liam Hermesh Innenverteidiger Rassa Rahmani im direkten Duell und verwertete trocken. „Das Tor vor der Pause hat gut getan“, meinte der Burgenländer. Schließlich brachte es den GAK abermals in Führung, nachdem Altach ausgerechnet durch Yann Massombo der Ausgleich gelungen war. Der war zu Saisonbeginn vom SK Sturm umworben und von den Vorarlbergern zwischenzeitlich suspendiert worden. In Minute 26 jagte der Franzose den Ball ins kurze Kreuzeck.
Scheiblehner: „Phänomenale Teamleistung“
Im zweiten Durchgang bissen sich die Gastgeber an kompakt stehenden und beherzt verteidigenden Steirern die Zähne aus. Allzu viel ließ der GAK nicht mehr zu. „Ein unfassbar wichtiger Sieg, der zur richtigen Zeit kommt. Man hat gesehen, dass wir alles auf dem Platz gelassen und sehr gut verteidigt haben“, fasste Abwehrspieler Oberleitner zusammen.
Auch Scheiblehner sprach von einer „phänomenalen Teamleistung“, für die sich seine Elf auch belohnen konnte: „Das erlebt man selten, dass am Spieltag noch zwei Spieler ausfallen. Wir haben trotzdem alles in die Waagschale geworfen. Das macht mich stolz.“ Der erste Bundesliga-Sieg in seiner roten Ära war für den Oberösterreicher gar nicht hoch genug einzuordnen: „Das tut gut, wenn man hinten drinnen steht. Wir wollen nach oben schauen und nicht nach unten.“