Phantom Blade Zero im Test: Viel mehr als eine hübsche Fassade
Soulslikes waren gestern, jetzt ist Kung-Fu-Punk angesagt! Zumindest, wenn es nach Phantom Blade Zero geht. Das Action-RPG steht nicht umsonst auf vielen Wunschzetteln. Schließlich konnte es von Anfang an mit dem coolen Look und den spektakulären Kämpfen überzeugen.
Die wichtige Frage ist aber, was denn jetzt wirklich hinter der hübschen Fassade steckt und ob das Spiel den hohen Erwartungen auch gerecht werden kann. Wir verraten euch, warum uns das Spiel nicht nur wegen der Optik in seinen Bann gezogen hat.
- 1 Wuxia trifft Fantasy
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2 Ausdrücklich kein Soulslike
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3 Viel Action, hohes Tempo: Das Kampfsystem
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4 Kreative und knackige Bosskämpfe
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5 Kann die Spielwelt mithalten?
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6 Wilde Klänge und tolle Atmosphäre
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7 So läuft das Spiel auf der PS5
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8 Wird Phantom Blade Zero dem Hype gerecht?
Wuxia trifft Fantasy
Phantom Blade Zero spielt in einer Welt, die aus einer ungewöhnlichen Kombination besteht, nämlich Wuxia, Fantasy und Folk-Horror. Die Entwickler haben in dem Zuge auch gleich mal einen Begriff dafür erschaffen, und zwar Kung-Fu-Punk.
Genau dieses Setting erlebt ihr aus der Sicht des Attentäters Soul. Der wurde zu Unrecht beschuldigt, den Anführer seiner Organisation ermordet zu haben. Als er daraufhin auf die Abschussliste kommt, wird er schwer verletzt und kann nur dank eines mysteriösen Heilers überleben.
Die Sache hat allerdings einen Haken. Soul hat nämlich nur noch 66 Tage zu leben. Die Zeit will er dafür nutzen, um die Verschwörung aufzudecken, die ihn überhaupt erst in diese missliche Lage gebracht hat.
Wie das bei solchen Spielen nun mal so ist, rückt die Story eher in den Hintergrund, um der ganzen Action mehr Platz zu geben. Trotzdem merkt man, dass sich die Entwickler Mühe damit gegeben haben, das ganze Gekloppe mit der Handlung aufzulockern.
Ausdrücklich kein Soulslike
Souls Reise führt ihn quer durch die halboffene Spielwelt und dadurch auch geradezu in die Arme von Unmengen an Gegnern, die ihn tot sehen wollen. Auch wenn Phantom Blade Zero ganz schön knackig ist, will es ausdrücklich kein Soulslike sein.
Und das ist es auch tatsächlich nicht, auch wenn sich trotzdem ein paar typische Souls-Elemente ins Spiel geschlichen haben. Da wären zum Beispiel Glocken, an denen ihr unter anderem rasten und speichern könnt.
Genau wie die vielen und vor allem toughen Bosse, die euch ganz schön auf Trab halten werden. Einen großen Unterschied und damit auch den Beweis, dass es wirklich ein Action-RPG und kein Soulslike ist, gibt es auch noch. Wenn ihr draufgeht, verliert ihr nichts und auch die besiegten Gegner tauchen nicht wieder auf.
Soul wird schwer verletzt und hat nur noch 66 Tage zu leben. Das bringt allerdings keinen Zeitdruck beim Spielen mit sich.
Außerdem gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade. Ihr müsst also keine Souls-Erfahrung haben, um euch an Phantom Blade Zero zu wagen. Gute Reflexe braucht ihr aber unbedingt, sonst kommt Soul nämlich gar nicht erst dazu, seine letzten 66 Tage zu erleben.
Viel Action, hohes Tempo: Das Kampfsystem
Am Anfang des Spiels konnten wir gar nicht so schnell gucken, wie Soul und seine Gegner über den Bildschirm geflogen sind. Die Entwickler haben sich anscheinend von Sekiro inspirieren lassen und ihren Fokus neben dem flotten Tempo vor allem aufs Parieren gelegt – und das zum Glück mit vernünftigen Timings.
Wie wir das auch schon aus ähnlichen Spielen kennen, müssen wir bestimmte Angriffe zum richtigen Zeitpunkt parieren oder ihnen ausweichen, um dann mit einem Konter zurückzuschlagen. Bis die entsprechende Farbe auf dem Bildschirm auftaucht, durch die wir wissen, was von beidem zu tun ist, lohnt sich aber vor allem das Blocken.
Die Gegner sind nämlich nicht nur ziemlich schnell, sondern auch stark. In ihre Kombos möchten wir also wirklich nicht reingeraten, und blind draufloszuhauen sorgt meistens genau dafür. Sobald wir uns daran gewöhnt hatten, was das Spiel von uns verlangt, wurden die Kämpfe aber immer spaßiger.
Das liegt vor allem an den verschiedenen Waffen, die alle ihre eigenen Fähigkeiten und Kombos mit sich bringen. Es lohnt sich, da immer mal durchzuwechseln und etwas Neues auszuprobieren. Das Zurücksetzen der Waffen-Upgrades ist sogar umsonst und ihr bekommt die wertvollen Ressourcen zurück, damit ihr immer wieder wechseln könnt und euch nicht auf einen bestimmten Build versteifen müsst.
Soul selbst lässt sich nämlich nicht aufleveln. Stattdessen könnt ihr über einen Skilltree neue Fähigkeiten freischalten. Egal, für was für einen Spielstil ihr euch entscheidet, ihr könnt immer zwei Waffen gleichzeitig dabeihaben und im Kampf nach Belieben zwischen ihnen wechseln.
Das bringt auch einen Vorteil mit sich, denn das Wechseln füllt eine Leiste wieder auf, die ihr für bestimmte Angriffe und zum Blocken braucht. Klassische Ausdauer, die zum Beispiel beim Ausweichen und Zuschlagen verbraucht wird, gibt es hier tatsächlich nicht.
Dazu kommen noch die Phantomklingen, die auch bei der Erkundung der Welt eine wichtige Rolle spielen – dazu kommen wir aber später noch. Im Kampf könnt ihr die ebenfalls einsetzen, um zum Beispiel weiter entfernte Gegner anzugreifen oder Schilde zu zerstören. Auch dafür braucht ihr aber wieder Ressourcen.
Es fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch die Funken. Stellt euch auf viele Effekte auf dem Bildschirm ein, wenn ihr euch in den Kampf stürzt.
Durch das schnelle Tempo der Kämpfe und die verschiedenen Kombo-Möglichkeiten kann es sich am Anfang schon mal nach Button-Mashing anfühlen. Habt ihr aber erst einmal in den Flow gefunden und wisst, was eure Waffen können und welche Moves ihr auslösen wollt, nimmt das Kampfsystem ordentlich Fahrt auf.
Kreative und knackige Bosskämpfe
Besonders deutlich wird das an den vielen Bosskämpfen, die in der Welt auf euch warten. Freut euch also nicht zu früh. Denn nur, weil Phantom Blade Zero kein Soulslike ist, heißt das noch lange nicht, dass euch ein gemütlicher Spaziergang erwartet.
Das Spiel verlangt nämlich trotzdem nicht nur von euch, euch auf die Systeme einzulassen, sondern auch viel Geduld. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad sind wir gerne mal an den Bossen kleben geblieben. Weil es aber immer wieder Fortschritt zu sehen gab, war das trotzdem noch motivierend.
Außerdem können schon andere Waffen oder ein, zwei Upgrades einen großen Unterschied machen. Die Kämpfe machen allerdings nicht nur wegen der vielen Action Spaß, sondern auch wegen der gelungenen Inszenierung.
Prost! Es gibt sehr kreative Bosse in Phantom Blade Zero wie zum Beispiel diesen durstigen Kollegen.
Die Entwickler hatten einige echt kreative Ideen. Einer unserer Lieblings-Bosse hat sich zum Beispiel während des Kampfs einfach vollaufen lassen und sich auch dann mal einen Schluck genehmigt, während wir hilflos auf dem Boden lagen.
Das hat uns aber nicht nur zum Schmunzeln gebracht, sondern uns tatsächlich auch den Kampf erleichtert. Austeilen konnte der Kollege aber immer noch ordentlich.
Diese Kreativität haben sie allerdings nicht immer an den Tag gelegt. Einem Boss sind wir zum Beispiel nach kurzer Zeit ein zweites Mal begegnet. Und das sogar noch einigermaßen früh im Spiel.
Kann die Spielwelt mithalten?
Mit dem Kampfsystem und den Bosskämpfen kann Phantom Blade Zero also punkten. Auch wenn wir gefühlt von einem kniffligen Kampf in den nächsten stolpern, gibt es ja aber auch noch eine Welt zu erkunden. Oder besser gesagt, verschiedene Abschnitte davon.
Phantom Blade Zero hat keine Open World, sondern verschiedene Gebiete, die miteinander verknüpft sind. So richtig lebhaft sind die allerdings nicht. Wir treffen zwar immer mal wieder auf andere Charaktere und sammeln nützliche Materialien und andere Schätze ein.
Die Spielwelt macht optisch ordentlich was her, dürfte aber gerne etwas lebendiger sein und mehr zu entdecken bieten.
Vor allem bahnen wir uns damit aber den Weg in der Geschichte und zu den nächsten Bossen, ohne allzu sehr von der restlichen Welt abgelenkt zu werden.
Wer mehr Infos zu den Hintergründen der Spielwelt haben möchte, sollte die Augen nach diversen Notizen und Briefen offenhalten, die immer mal wieder irgendwo versteckt sind.
Das bedeutet aber nicht, dass es sonst gar nichts zu tun gibt. Es gibt nämlich noch zwei verschiedene Arten von Nebenmissionen. Die einen hängen thematisch enger mit der Main Story zusammen und sind etwas umfangreicher. Die anderen sind eher so kleine Häppchen für zwischendurch, um das Gameplay aufzulockern.
Wir haben es vorhin ja schon mal kurz angesprochen, aber für die Erkundung könnt ihr die Phantomklingen gut gebrauchen. Die lassen sich nämlich nicht nur im Kampf einsetzen, sondern auch in der Spielwelt.
Die Phantomklingen helfen euch nicht nur im Kampf, sondern auch beim Durchqueren der Spielwelt. Mit der Kettensichel könnt ihr euch zum Beispiel an bestimmten Stellen über Abgründe schwingen.
Mit der Axt lassen sich zum Beispiel manche Absperrungen zertrümmern, und mit der Kettensichel könnt ihr euch durch die Gegend schwingen oder aus Abgründen wieder hochziehen. Das geht allerdings nur an bestimmten Stellen. Da ihr die Phantomklingen als Belohnung für manche Bosskämpfe bekommt, habt ihr also gleich noch mehr davon, euch ihnen entgegenzustellen.
Wer von Haus aus keinen großen Erkundungsdrang hat oder sich lieber auf die Story statt auf Nebenquests konzentriert, muss sich allerdings selbst etwas Abwechslung schaffen, damit die in dem Fall recht schnell aufeinander folgenden Bosskämpfe nicht zu eintönig werden.
Das kann nämlich durchaus passieren, wenn ihr keine neuen Waffen ausprobiert und immer wieder auf die gleichen Kombos setzt. Daraus wird nämlich schnell ein Standardablauf aus Angriffe wegblocken, zum perfekten Zeitpunkt ausweichen oder parieren und draufhauen.
Wilde Klänge und tolle Atmosphäre
Auch wenn die Welt etwas lebhafter und spielerisch abwechslungsreicher sein dürfte, ist Phantom Blade Zero trotzdem packend. Das liegt auch an der Atmosphäre des Spiels, die nicht nur durch die Optik, sondern auch durch den Soundtrack getragen wird.
Ob man lieber mit der chinesischen Synchro für volle Immersion spielt oder doch die englische bevorzugt, ist sicher Geschmackssache. Auf Deutsch wurde das Spiel allerdings leider nicht vertont.
Dürfen wir vorstellen: Das ist die Schmiedin namens … Forge. Die Synchronsprecher machen einen guten Job, auch wenn es leider keine deutsche Vertonung gibt.
Immerhin gibt es trotzdem deutsche Texte. An einer Stelle sind wir uns allerdings nicht sicher, ob die Entwickler irgendwann keine Lust mehr hatten, sich coole Namen auszudenken, oder irgendwo ein Übersetzungsfehler drinsteckt.
Die Schmiedin im Dorf, auf die wir früh im Spiel stoßen, heißt in der englischen Synchro nämlich Forge – also einfach Schmiede. Auch wenn die Synchronsprecher einen guten Job machen, bleiben die Stimmen längst nicht so im Gedächtnis wie der Soundtrack.
Passend zum Kung-Fu-Punk besteht der nämlich aus einer wilden Mischung aus traditionellen chinesischen Klängen, Rock bis Metal und EDM. Dadurch sind die Tracks manchmal etwas verwirrend für die Ohren, aber eben auch echt einzigartig.
So läuft das Spiel auf der PS5
Wir haben uns auf der PS5 ins Abenteuer gestürzt. Die konnte der Technik zum Glück sehr gut standhalten. Deshalb hatten wir nur selten mal in sehr wilden Szenen ein paar Ruckler und sonst ein völlig flüssiges Spielerlebnis.
Dafür braucht es auf der Konsole auch den Leistungsmodus, der sich auch optisch sehen lassen kann. Wenn ihr noch etwas mehr rausholen wollt und dafür auf den Grafikmodus wechselt, müsst ihr aber mit einer deutlich niedrigeren Framerate auskommen.
Nicht nur Soul muss bei der ganzen Action viel stemmen, sondern auch die Technik. Im Leistungsmodus klappt das auf der PS5 aber problemlos.
Das waren uns die noch etwas schärferen Texturen bei einem Spiel, das so auf Schnelligkeit und präzise Timings ausgelegt ist, allerdings nicht wert. Und wo wir gerade schon dabei sind: Das Spiel kommt auch ohne Eingabeverzögerungen aus.
In einer perfekten Welt wäre das eigentlich selbstverständlich. Aber da das bei manchen Genre-Kollegen eben doch manchmal vorkommt, möchten wir das gerne noch mal hervorheben.
Wird Phantom Blade Zero dem Hype gerecht?
Wir fassen also zusammen: Phantom Blade Zero hat deutlich mehr zu bieten als eine schicke Grafik. Die Atmosphäre macht Lust auf mehr, das Kampfsystem wird mit zunehmender Spielzeit immer spaßiger und die Bosse sind nicht nur cool gestaltet, sondern auch ganz schön tough.
Man muss dem Spiel aber am Anfang ein bisschen Zeit geben, bis aus dem wilden Gekloppe durchdachte Taktiken und Kombos werden, die nicht nur schick aussehen, sondern eben auch ordentlich reinhauen.
Außerdem könnte die Spielwelt noch ein bisschen mehr Leben und Abwechslung vertragen. Das Herzstück sind ganz klar die Bosskämpfe, wodurch die Geschichte eher in den Hintergrund rückt. Aber am Ende des Tages wollen wir schließlich auch genau das von so einem Spiel: viel Action, spektakuläre Kämpfe und das Gefühl, uns direkt in den nächsten Kampf stürzen zu wollen.
Meinung
Wertung zu Phantom Blade Zero (PC)
Wertung:
8.0 /10
Fazit
Kein Soulslike und trotzdem knackig: Phantom Blade Zero ist ein unterhaltsames Action-RPG geworden, das abseits des gelungenen Kampfsystems noch etwas mehr Leben und Abwechslung vertragen könnte.
Was reizt euch am meisten an Phantom Blade Zero? Schreibt es uns in die Kommentare. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Artikels wurde das Spiel vom Publisher zur Verfügung gestellt.