Pilot-Legende Sully in Hall of Fame aufgenommen – und kämpft gegen Alzheimer
Publiziert26. September 2026, 18:51
«Wunder vom Hudson»Piloten-Legende Sully in Hall of Fame aufgenommen
Chesley «Sully» Sullenberger rettete 2009 mit einer spektakulären Notwasserung 155 Menschen. Bei seiner Ehrung blickt der 75-Jährige auf sein Lebenswerk – während er selbst vor einer Herausforderung steht: Alzheimer.

Darum gehts
- Chesley «Sully» Sullenberger (75) wurde in die National Aviation Hall of Fame aufgenommen.
- 2009 rettete er mit der Notwasserung auf dem Hudson River alle 155 Menschen an Bord.
- Heute lebt Sullenberger mit Alzheimer – und will trotz seiner Diagnose nicht aufgeben.
Chesley «Sully» Sullenberger gehört neu zur National Aviation Hall of Fame. Der 75-Jährige wurde am Donnerstag bei einer Zeremonie in Washington DC gemeinsam mit sechs weiteren Persönlichkeiten aus Luft- und Raumfahrt geehrt. Sullenberger war per Video zugeschaltet, wie das US-Magazin «People» schreibt.
Dass er diese Ehrung erhält, hat viel mit jenem Tag zu tun, der ihn weltweit berühmt machte. «Ich bin heute Abend wegen der Ereignisse vom 15. Januar 2009 hier», sagte Sullenberger an der Zeremonie. Gleichzeitig betonte er: «Meine Karriere war so viel mehr als ein einziger Flug.»
«Wir schaffen es nicht»
An jenem Januartag 2009 steuerte Sullenberger den US-Airways-Flug 1549 von New York nach Charlotte. Kurz nach dem Start am Flughafen LaGuardia geriet der Airbus A320 in einen Vogelschwarm. Beide Triebwerke verloren daraufhin ihren Schub.
Eine Rückkehr nach LaGuardia oder eine Landung an einem anderen Flughafen war nicht mehr möglich. «Wir schaffen es nicht. Wir werden im Hudson landen», funkte Sullenberger damals an die Fluglotsen.
Gemeinsam mit Co-Pilot Jeff Skiles setzte er die Maschine auf dem Hudson River auf. Alle 150 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder überlebten. Die spektakuläre Notwasserung ging als «Miracle on the Hudson» in die Luftfahrtgeschichte ein.
Tom Hanks spielt Sully in der 2016-Verfilmung
Sullenberger kehrte später ins Cockpit zurück und ging 2010 in den Ruhestand. Seine Arbeit für die Luftfahrt war damit aber nicht vorbei: Er engagierte sich weiter für die Flugsicherheit. 2016 wurde seine Geschichte von Clint Eastwood unter dem Titel «Sully» verfilmt, Tom Hanks spielte die Hauptrolle.
Genau dieses Lebenswerk stellte Sullenberger bei seiner Aufnahme in die Hall of Fame in den Vordergrund. Mehr als vier Jahrzehnte arbeitete er als Pilot, Gewerkschafter und Ausbilder und setzte sich für mehr Sicherheit in der Luftfahrt ein.
«Ich hoffe, meine Karriere steht auch unabhängig von Flug 1549 für sich», sagte er gemäss «People». Er sei dankbar, sein gesamtes Berufsleben mit etwas verbracht zu haben, das er liebe. «Die Luftfahrt war mein Leben.»
Am Anfang einer langen Reise mit Alzheimer
Heute steht Sullenberger vor einer anderen Herausforderung. Wie 20 Minuten berichtete, machte der 75-Jährige seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich. Gegenüber «People» bezeichnete er sich als am Anfang einer langen Reise mit der Krankheit.
In einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview mit «Good Morning America» sprach er auch über seine Reaktion auf die Diagnose. Zunächst seien Schock und Wut gekommen: «Warum ich?» Aufgeben wolle er aber nicht. «Wenn das mein letzter Flug sein sollte, werde ich mit vollem Nachbrenner abheben», sagte Sullenberger.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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