"Irgendein Idiot war das": Polizei in NRW sucht Waldbrand-Verursacher - es drohen harte Strafen

Unter dem Portal https://nrw.hinweisportal.de/ sammelt die Polizei Köln Hinweise zum Waldbrand in Hürtgenwald. Sie interessiert sich vor allem für Infos, Fotos und Videos im Zeitraum der Brandentstehung. Alle Hinweise und Bilder können Zeugen dort direkt hochladen. Die Ermittler sichten und werten derzeit mehr als 140 Zeugenhinweise aus.

"Irgendein Idiot hat den Brand verursacht", ist NRW-Innenminister Herbert Reul überzeugt. Wer es war, und ob das Feuer absichtlich oder aus Unachtsamkeit entstanden ist, werde derzeit ermittelt.

Brand in Hürtgenwald ist größter Waldbrand NRWs

Der Waldbrand in Hürtgenwald ist mit einer Fläche von über 300 Hektar der größte seit Beginn der Aufzeichnungen 1991. Darüber hinaus brannten seit Mittwoch, den 12.08., im Sauerland in Sundern acht Hektar. Am Donnerstag folgte der Waldbrand in Marsberg mit 45 und am Samstag in Altena mit 18 Hektar.

Schwierig, Brandursache zu ermitteln

Und Staatsanwältin Vanessa Zimmermann aus Siegen bestätigt: "Richtig feststellen lässt sich die Ursache von Waldbränden in den seltensten Fällen."

Nach dem Waldbrand in Attendorn am 1. Mai war sie selbst bei der Spurensuche vor Ort. Mit Brandspürhunden haben Ermittler dort nach Brandbeschleunigern als Hinweis auf eine vorsätzliche Brandstiftung gesucht. Nachdem sie keine fanden, haben sie die Ermittlungen eingestellt.

Verdacht auf weggeworfene Zigarette

In Altena könnte eine achtlos weggeworfene Zigarette das Großfeuer ausgelöst haben. Das vermutet zumindest die Feuerwehr. Die Polizei geht dem weiter nach, konnte das aber bislang nicht bestätigen. Auch in Sundern und Marsberg ermittelt die Polizei. Der Brand in Sundern ist laut Brandermittlern in der Nähe eines Weges entstanden.

Das könnte daraufhin hindeuten, dass auch dort "irgendein Idiot" den Flächenbrand verursacht hat. In Meschede-Berge hat die Polizei drei "Idioten" erwischt, bevor Schlimmeres passiert ist. Am gleichen Tag, an dem in Sundern und Marsberg der Wald schon brannte.

Lagerfeuer mitten im Wald

Zwei Männer und eine Frau hatten dort ein Zelt aufgestellt und ein Lagerfeuer gemacht. Gegen sie wird jetzt wegen "vorsätzlichen Herbeiführens einer Brandgefahr" nach §306f Strafgesetzbuch ermittelt. Ein Delikt, das mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet wird.

"Reflexhaft nach höheren Strafen zu rufen, kann man machen", sagt Innenminister Herbert Reul. Er ist aber dafür, erstmal zu prüfen, "ob der bisherige Strafrahmen überhaupt ausgeschöpft wird."

Bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe

Jemand, der vorsätzlich Wälder, Heide oder Moore in Brand setzt, dem drohen ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe. Bei Fahrlässigkeit bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe. Zuzüglich des Schadenersatzes für den zerstörten Wald. Und der dürfte allein in Hürtgenwald in die Millionen gehen.