Poschner‘s Hühnerbraterei: 100 Jahre auf der Wiesn – diese Besonderheit wird hier vom Holzfass gezapft
Stand: 29.09.2026, 07:00 Uhr
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Kleine Wiesn-Wirte ganz groß: Poschner‘s Hühnerbraterei feiert 2026 seinen 100. Geburtstag. Die Vorfahren der heutigen Wirte starteten 1926. Heute gibt‘s hier wieder eine Besonderheit.
Früher trank man auf der Wiesn bernsteinfarbenes Märzen-Bier. Es ist dunkler und würziger als das maximal süffige Oktoberfestbier, das das Märzen Anfang der 1990er endgültig von der Wiesn verdrängt hat. Der Tradition zuliebe haben Christian und Thomas Luff das Märzen im Holzfass 2016 zurück in ihr Festzelt „Poschner‘s Hühnerbraterei“ geholt. Hacker-Pschorr braut es extra für sie ein.

Poschners: Märzen-Fans pilgern hier her
„Märzen-Bier hat eine große Fangemeinde, gibt es auf der Wiesn aber nur bei uns“, sagt Christian Luff (58). Mit seinem Neffen Thomas Luff (44) führt den Betrieb schon die fünfte Generation. Zwei Söhne von Thomas Luffs Bruder helfen ebenfalls schon mit. Bei Poschners feiert man heuer 100. Geburtstag. 60 Jahre davon prägte den Betrieb Annaliese Luff (1932-2010), eine geborene Poschner. Sie war die Enkeltochter von Gründer Bernhard Poschner.

Die einstige Lohnbraterei ist zu einem kleinen Festzelt mit 400 Plätzen herangewachsen. Die neu gebaute Hühnerbraterei Poschner auf dem Münchner Oktoberfest war das erste Festzelt auf der Wiesn, das offiziell mit dem Signet „Bayern barrierefrei“ ausgezeichnet wurde. Das Cabrio-Dach sorgt auch bei heißem Wetter für frischen Wind.
Schmankerl des Hauses
Grillspezialitäten von Ente und Hendl haben bei Poschner‘s Tradition. Die halbe Ente nach altem Familienrezept mit Kartoffelknödel und Blaukraut. Mit wahlweise einer kleinen Kürbissuppe oder einer kleinen Portion Kaiserschmarrn für 70 Euro pro Person. Ein Viertel von der Poschner-Ente mit zweierlei Knödel und Blaukraut kostet 37,50 Euro.
„Die Pandemie hat in der Hinsicht mal was gut“, sagt Thomas Luff heute. „Damals hatte ich Zeit ins Stadtarchiv zu gehen und unsere Wiesn-Geschichte zu erforschen: Bis dahin dachten wir, wir wären ab 1934 dort tätig gewesen – doch dann fand ich einen Beleg für das Jahr 1926. Das hat uns dann gleich um acht Jahre näher an das volle Jahrhundert gebracht.“

Zum Jubiläum sind Thomas und Christian Luff übrigens kreativ geworden – und haben selbst eine Poschner-Schürze und eine Poschner-Lederhose designt. (sco)