Premiere in Bruchhausen-Vilsen: 600 Schüler treffen 46 Unternehmen

Stand: 04.10.2026, 18:57 Uhr

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Ein Blick von oben auf das Geschehen in der Turnhalle des Schulzentrums

Ein Blick von oben auf das Geschehen in der Turnhalle des Schulzentrums. © Leon Moor

Oberschule und Gymnasium haben erstmals gemeinsam eine Berufsmesse veranstaltet. Die Planung dafür dauerte rund anderthalb Jahre.

Bruchhausen-Vilsen – Ausbildung oder Studium? Für viele Jugendliche ist diese Frage noch weit entfernt, für andere wird sie bereits konkret. Bei der Premiere der gemeinsamen Berufs- und Studienmesse von Oberschule und Gymnasium im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen konnten sich am Freitag rund 600 Schülerinnen und Schüler über ihre Möglichkeiten informieren. 46 Unternehmen und zwei Universitäten waren dabei – von der Kreissparkasse Diepholz über Vilsa Brunnen und dem Finanzamt bis hin zur Universität Vechta und der Universität und Hochschule Osnabrück.

Organisiert wurde die Messe von den beiden Schulen, der Agentur für Arbeit, der Samtgemeinde und der Wirtschaftsförderung. Für Sebastian Sander, Lehrer und am Gymnasium für die Berufs- und Studienorientierung zuständig, ist vor allem die Zusammenarbeit neu. „Für die Oberschüler, die nach der zehnten Klasse abgehen, war es enorm wichtig, ein solches Angebot zu schaffen“, sagt er. Rund anderthalb Jahre habe die Planung gedauert.

Dabei soll die Messe weitaus mehr sein als eine Ansammlung von Infoständen. „Wir möchten den Zugang zu Praktikumsplätzen erleichtern und Hemmschwellen abbauen“, erklärt Sander. Unternehmen könnten durch die Messe sichtbar werden und Schüler erste Kontakte knüpfen. Außerdem könnte sie ein „kleines Puzzleteil“ sein, das in der Berufsorientierung noch fehlt, denn nicht jeder Jugendliche weiß bereits, ob er nach dem Schulabschluss studieren oder lieber praktisch arbeiten möchte.

Zeigen sich über die gelungene Premiere sehr erfreut: Gymnasialschulleiterin Lisa Peitzmeyer-Stoffregen und Oberschulleiterin Regina Meyer.

Zeigen sich über die gelungene Premiere sehr erfreut: Gymnasialschulleiterin Lisa Peitzmeyer-Stoffregen (l.) und Oberschulleiterin Regina Meyer. © Leon Moor

Entsprechend breit war das Angebot. Handwerk und Eventtechnik waren ebenso vertreten wie Gastronomie, Polizei, Automobilbranche und Pflege. Die Organisatoren hatten eigenen Angaben zufolge keine Schwierigkeiten, genügend Betriebe zu gewinnen. Über die Zeitung wurde geworben, außerdem gab es ein gemeinsames Treffen mit interessierten Unternehmen. Die Turnhalle war mit Ständen gut ausgelastet, drei weitere Unternehmen präsentierten sich draußen.

Gerade der regionale Bezug spielt für die Veranstalter eine wichtige Rolle. Die Samtgemeinde wolle mitgestalten und Jugendlichen zeigen, welche Unternehmen und beruflichen Möglichkeiten direkt vor ihrer Haustür liegen. „Es gibt Unternehmen, die vielen unbekannt sind“, sagt Sander. Wer später in Bruchhausen-Vilsen bleiben wolle, könne so sehen, welche Potenziale die Region bietet. Gleichzeitig sollen die Schüler über den Tellerrand schauen können. Die Oberstufenschüler konnten sich an den Ständen der Universitäten Osnabrück und Vechta unter anderem über den Aufbau eines Studiums und Möglichkeiten der Finanzierung wie Bafög informieren.

Für die verschiedenen Altersstufen gab es unterschiedliche Laufzettel. Die Jahrgänge acht bis zehn sollten unter anderem nach Ausbildungsberufen, Praktika, Voraussetzungen und Bewerbungsfristen der Berufsschule fragen. Für die Jahrgänge 11 bis 13 ging es stärker um Studium und Ausbildung, Voraussetzungen und den konkreten nächsten Schritt. Zwei Unternehmensstände mussten die Schüler besuchen und sich den Besuch bestätigen lassen. Dazu konnten die Jahrgänge 12 und 13 Termine mit Unternehmen vereinbaren. „Eine gute Mischung aus Verbindlichkeit und Freiheit“, findet Lisa Peitzmeyer-Stoffregen, Schulleiterin des Gymnasiums.

Für Michel Dove aus Jahrgang 13 war die Berufsmesse hilfreich: Er weiß bereits, was er machen möchte, und hat einen Termin beim Stand des Zolles vereinbart. Die Vorgabe, mehrere Gespräche zu führen, findet er daher „etwas unnötig, aber eine Berufsmesse ist immer ganz gut“, sagt er.

Rund 600 Schüler nutzten die Gelegenheit, mit Unternehmen und Hochschulen ins Gespräch zu kommen.

Rund 600 Schüler nutzten die Gelegenheit, mit Unternehmen und Hochschulen ins Gespräch zu kommen. © Leon Moor

Sein Mitschüler Lasse Fehsenfeld ist noch nicht so weit. „Ich weiß noch nicht, was ich machen will“, sagt er. Gerade deshalb biete ihm die Messe eine gute Orientierung. Tjorven Uhde sieht es ähnlich und findet es gut, „dass man ein breites Feld hat und viele Firmen vor Ort sind“. Für Lasse kommt es bei der Suche auch auf Sympathie im persönlichen Gespräch und mögliche Übernahmechancen an. Tjorven achtet dagegen auf einen „modernen, jugendgerechten Auftritt“ der Unternehmen.

Peitzmeyer-Stoffregen und Oberschulleiterin Regina Meyer ziehen ein positives Fazit. Gerade für die Oberstufe sei es wichtig, Universitäten und duale Studiengänge zu präsentieren. Gleichzeitig müsse für jede Altersstufe etwas dabei sein, damit Jugendliche früh erste Eindrücke sammeln könnten. Die positive Resonanz der Unternehmen habe sie gefreut.

„Es ist eine rundum schöne Veranstaltung“, bringt es Meyer auf den Punkt. Deshalb soll es nicht bei der Premiere bleiben. Das Organisationsteam hat bereits beschlossen, die Messe erneut stattfinden zu lassen – allerdings nicht jährlich, sondern im Abstand von zwei Jahren. Der Termin im Oktober habe sich zudem als günstig erwiesen: Unternehmen können so Kontakte für Praktika knüpfen, die häufig im Frühjahr gesucht werden. Für die Schüler bleibt damit vor allem die Hoffnung, nach der Messe eine konkretere Vorstellung davon zu haben, was sie später machen möchten.