Seltener als ein Albino: Dieser rosafarbene Grashüpfer ist ein Naturwunder

Pretty in Pink: Das ist keine KI-Kreation, diese Heuschrecke gibt es wirklich

Stand: 08.08.2026, 18:00 Uhr

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Rosa Grashüpfer, pinke Heuschrecke sitzt auf einem Getreidehalm in Nahaufnahme.

Da möchte man seinen Augen nicht trauen. Eine pinke Heuschrecke ist eine Rarität und Realität. © imagebroker/Imago

Ein rosa Grashüpfer versetzt Naturfreunde in Staunen. Was steckt hinter dieser außergewöhnlichen Färbung und welche Überlebenschancen hat das Tier?

Manche Naturphänomene wirken so unwirklich, dass man an Bildbearbeitung denkt. So auch bei einem Video-Posting, das auf Instagram für Furore sorgt: Es zeigt eine komplett pink gefärbte Heuschrecke. Während immer mehr Sichtungen solcher Tiere gemeldet werden, rätseln viele Nutzer über den Ursprung der erstaunlichen Farbe.

Netz staunt über pinke Heuschrecke: „Mystische Rarität“ oder „Rhabarber-Grashüpfer“?

Die Kommentare unter dem Posting des Naturfilmers Thies Hinrichsen zeigen eine Mischung aus Begeisterung und Neugier. Viele hatten das Phänomen schon selbst beobachtet, ohne es einordnen zu können. Die User staunen und sind fasziniert:

  • „Hab vor wenigen Jahren zwei davon in unserem Garten gefunden, wusste aber nicht, dass es keine eigene Art war.“
  • „Mystische Rarität.“
  • „Letzte Woche so einen fotografiert, ich habe ihn Rhabarber-Grashüpfer genannt.“
  • „Shiny grashopper“

Grashüpfer oder Heuschrecke?

Umgangssprachlich werden die Begriffe oft synonym verwendet, doch biologisch ist „Heuschrecke“ der Oberbegriff. Grashüpfer gehören zu den Kurzfühlerschrecken und sind an ihren kurzen Antennen zu erkennen, die höchstens halb so lang sind wie der Körper. Andere Heuschrecken-Arten (Langfühlerschrecken) besitzen oft körperlange Fühler. Kurz gesagt: Jeder Grashüpfer ist eine Heuschrecke, aber nicht jede Heuschrecke ein Grashüpfer.

Wissenschaftliche Erklärung für Pinkfärbung: Erythrismus

Hinter der pinken Färbung steckt keine neue Art, sondern eine genetische Besonderheit namens Erythrismus. Dabei handelt es sich um eine Genmutation, die zu einer Überproduktion roter Farbpigmente führt, während die üblichen grünen und braunen Pigmente unterdrückt werden. Dieses Phänomen tritt nicht nur bei Insekten auf, sondern wurde auch schon bei Leoparden, Schlangen und sogar Mantarochen beobachtet.

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So schön die pinke Farbe auch ist, für das Tier selbst ist sie ein lebensgefährliches Handicap. Die auffällige Färbung verhindert eine effektive Tarnung im Gras. „Diese Tiere sind, weil es gegenüber der Normalfärbung von Heuschrecken sehr auffällig ist, besonders gefährdet“, erklärt der Heuschreckenexperte Wolfgang Wranik gegenüber dem NDR Fernsehen. Vögel, Spinnen oder andere Fressfeinde können sie viel schneller entdecken, weshalb solche Individuen selten lange überleben.

Sollten Sie das Glück haben, eine pinke Heuschrecke in Ihrem Garten zu entdecken, besteht kein Grund zur Sorge. Die Tiere sind harmlos und richten keine Schäden an.