PHP-Sicherheitslücken: Die alte IT wird zur Gefahr
Zwei Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP haben die deutsche IT-Sicherheitsbehörde BSI und den amerikanischen Internetgeheimdienst NSA auf den Plan gerufen. Die Behörden warnen eindringlich und raten, Websites vorübergehend vom Netz zu nehmen, wenn ihre Betreiber die inzwischen mögliche Reparatur nicht durchführen können. Nationale und regionale Regierungen in Europa und anderen Teilen der Welt folgten, Krankenhäuser und Universitäten ebenso. Mittlerweile kehren die Seiten Stück für Stück zurück.
Wie dramatisch ist die Lage? Ist das Internet kaputt? Die zweite Frage lässt sich sicher mit einem Nein beantworten. Die erste Frage leider noch gar nicht präzise.
Millionen Angriffe innerhalb kürzester Zeit
Schätzungen zufolge läuft PHP im Hintergrund von mindestens zwei Dritteln aller Internetseiten; es handelt sich um einen zentralen Web-Baustein. Und offenbar starteten Cyberkriminelle innerhalb kürzester Zeit Millionen Angriffe, nachdem die Schwachstellen öffentlich geworden waren. Wen sie (erfolgreich) getroffen haben oder noch treffen, welcher Schaden gerade entsteht, wird sich vielleicht erst in Wochen zeigen.
Durchaus möglich ist, dass am Ende alles nicht so schlimm gewesen sein wird wie zunächst befürchtet. Niemand braucht deswegen ein neues Smartphone oder einen neuen Laptop zu kaufen. Wer hingegen ungewöhnliche E-Mails von einem Onlineshop oder einer Behörde bekommt, sollte in nächster Zeit noch achtsamer sein als hoffentlich ohnehin schon.
Zugleich hat der Digitalminister Karsten Wildberger recht, wenn er betont, Deutschland stünde „am Beginn eines neuen Zeitalters der Cybersicherheit“ und dabei auf die Künstliche Intelligenz (KI) verweist. Mithilfe von modernen KI-Systemen ist es gelungen, diese Lücken zu identifizieren, glücklicherweise zählen die Entdecker in diesem Fall zu den „Guten“.
Doch KI kann auch Angriffe teilautomatisiert durchführen – und dies in einer Geschwindigkeit, mit der Menschen allein nicht mehr mithalten können. Und es gibt noch viel mehr in die Jahre gekommene Software, die immer noch im Einsatz ist.