Project Sirius: Wieder Entlassungen beim Witcher-Multiplayer

Project Sirius: Erneute Entlassungen beim Witcher-Multiplayer von CD Projekt Red

Project Sirius: Erneute Entlassungen beim Witcher-Multiplayer von CD Projekt Red
Bildquelle: CD Projekt Red

Project Sirius verliert erneut Entwickler. CD Projekt Red entlässt neun Mitarbeiter, neun weitere können sich intern neu bewerben. Das Team hinter dem Witcher-Spin-off schrumpft damit von 83 auf 65 Köpfe.

CD Projekt Red hat das Entwicklerteam von Project Sirius (Witcher-Spin-off mit Single-/Multiplayer-Elementen) erneut verkleinert. Wie zunächst Kotaku berichtete und das Unternehmen anschließend selbst an mehreren Stellen bestätigte, sind insgesamt 18 Mitarbeiter betroffen. Neun von ihnen werden entlassen, davon vier in Boston und fünf in Warschau. Für neun weitere endet zwar die Arbeit an Project Sirius, jedoch können diese sich intern auf offene Stellen bei anderen Projekten von CD Projekt Red bewerben.

Die Größenordnung ist für Project Sirius durchaus relevant. Vor der aktuellen Kürzung arbeiteten 83 Entwickler an dem Witcher-Spin-off, danach bleiben laut CD Projekt Red 65 übrig – das Team schrumpft damit auf einen Schlag um gut ein Fünftel. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, die Größe des Sirius-Teams an die Anforderungen der aktuellen Entwicklungsphase angepasst zu haben. Kotaku berichtet darüber hinaus von einer breiteren Änderung der Entwicklungsstrategie.

Von 83 auf 65 Entwickler

Wie deutlich die Prioritäten innerhalb von CD Projekt Red auseinandergehen, zeigt der letzte Quartalsbericht. Zum 30. April 2026 arbeiteten 513 Entwickler an The Witcher 4 und 163 an Cyberpunk 2. Project Sirius folgte mit 83 Mitarbeitern auf Platz drei der namentlich ausgewiesenen Spieleprojekte, während Project Hadar auf 24 Entwickler kam. Die aktuelle Verteilung der Entwicklerteams haben wir bereits hier aufgeschlüsselt.

Mit nun 65 Köpfen bleibt Sirius also ein vergleichsweise großes Nebenprojekt, der Abstand zu den beiden zentralen Produktionen wächst aber weiter. The Witcher 4 beschäftigt fast achtmal so viele Entwickler. Auch Cyberpunk 2 kommt auf rund zweieinhalbmal so viele Entwickler. Dass Sirius eingestellt wird, lässt sich aus der aktuellen Kürzung nicht ableiten. CD Projekt Red bestätigt ausdrücklich die weitere Entwicklung.

Für das Witcher-Projekt ist es nicht die erste größere Zäsur. CD Projekt kündigte Sirius im Oktober 2022 gemeinsam mit seiner langfristigen Spiele-Roadmap an. Damals befand sich das Projekt in der Vorproduktion und beschäftigte bereits mehr als 60 Entwickler beim 2021 übernommenen US-Studio The Molasses Flood. Sirius sollte sich stärker von den bisherigen Witcher-Spielen unterscheiden, ein breiteres Publikum ansprechen und sowohl Einzelspieler- als auch Multiplayer-Gameplay bieten.

Schon wenige Monate später musste CD Projekt jedoch eingreifen. Im März 2023 schrieb das Unternehmen Entwicklungskosten in Höhe von insgesamt 42,9 Millionen Zloty ab, davon 33,4 Millionen Zloty aus dem Jahr 2022 und weitere 9,5 Millionen Zloty aus Januar und Februar 2023. Als Grund nannte das Management damals eine Neubewertung von Umfang und kommerziellem Potenzial des ursprünglichen Konzepts. Für Sirius wurde daraufhin ein neues Entwicklungsgerüst ausgearbeitet.

Im Mai 2023 folgte die erste projektbezogene Entlassungsrunde. Damals verloren 29 Mitarbeiter ihre Stellen, davon 21 in den USA und acht in Polen. CD Projekt erklärte seinerzeit, dass sich mit dem veränderten Projekt auch die Zusammensetzung des Teams ändern müsse. Die jetzigen Entlassungen sind damit die zweite bekannte größere Personalreduzierung direkt im Zusammenhang mit Sirius. Auch organisatorisch wurde anschließend umgebaut. The Molasses Flood gibt es seit April 2025 nicht mehr als eigenständiges Studio und wurde vollständig in CD Projekt Red integriert.

Vom Reboot zum nächsten Strategiewechsel?

Im Mai 2026 wechselte Kwan Perng als Lead Writer zu Project Sirius. Perng arbeitete zuvor unter anderem an Titeln wie Destiny 2: The Final Shape, Guild Wars 2 und Last Epoch. Kotaku zufolge entwickelte sich das Projekt zuletzt sogar vergleichsweise ordentlich, nachdem im Frühjahr weitere Änderungen vorgenommen worden waren. Zwei Monate später folgt nun dennoch die Verkleinerung des Teams.

Interessant ist die Entwicklung der grundsätzlichen Ausrichtung von CD Projekt Red. In der Strategie von 2022 wollte das Unternehmen Multiplayer-Erfahrungen noch in einen Großteil seiner kommenden Spiele integrieren. Drei Jahre später betonten die CD-Projekt-Mitgründer Marcin Iwiński und Adam Badowski dagegen öffentlich, dass sich das Studio nicht verzetteln dürfe und seine Stärke bei narrativen Open-World-Rollenspielen liege.

In dem Zuge ist es schon spannend, dass ausgerechnet das am stärksten auf Multiplayer ausgerichtete bekannte Witcher-Projekt erneut umgebaut wird, während CD Projekt Red gleichzeitig immer mehr Personal auf The Witcher 4 und Cyberpunk 2 konzentriert. Nach fast vier Jahren gibt es von Sirius zudem weiterhin weder Gameplay noch einen Release-Zeitraum. Wie viel vom ursprünglich angekündigten Konzept nach dem Neustart von 2023 überhaupt noch übrig ist, bleibt offen.

  • Project Sirius schrumpft von 83 auf 65 Entwickler, während CD Projekt Red deutlich mehr Personal auf The Witcher 4 und Cyberpunk 2 konzentriert.
  • CD Projekt Red hält an Project Sirius fest. Nach dem Reboot und zwei Entlassungsrunden ist aber unklar, wie viel vom ursprünglich angekündigten Single-/Multiplayer-Konzept im Witcher-Spin-off noch übrig ist.
  • Für Witcher-Fans bleibt Sirius damit ein langfristig eher unsicheres Projekt, zu dem es nach fast vier Jahren weder Gameplay noch einen Release-Zeitraum gibt.

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Quelle: Kotaku, Eurogamer