Promi Big Brother: Nadja Benaissa zwischen Drogen, Erfolg, Verurteilung und Comeback
Promi Big Brother Nadja Benaissa zwischen Drogen, Erfolg, Verurteilung und Comeback
Köln · Nadja Benaissa zieht bei „Promi Big Brother“ 2026 ein. Die „No Angels“-Sängerin hat vor ihrer Karriere schon viel durchgemacht – als HIV-positive Teenie-Mama ohne Schulabschluss.
05.10.2026 , 19:46 Uhr
„No Angels“-Sängerin Nadja Benaissa hat im Leben schon viel durchgemacht.
Foto: Joyn
Sat.1 hat die Bewohner für „Promi Big Brother“ 2026 vorgestellt. Mit dabei ist Nadja Benaissa. Die 44-Jährige war Mitglied der Gruppe No Angels. Auch an ihre Teilnahme bei „Let’s Dance“ werden sich manche Zuschauer erinnern. Nadja Benaissa hatte eine harte Jugend, die beinahe in den Abgrund führte.
Die Kindheit von Nadja Benaissa – Sie gewann Platz zwei bei „Jugend musiziert“
Nadja Benaissa wurde im Jahr 1982 geboren. Sie hat einen zwei Jahre älteren Bruder und ist in Frankfurt am Main aufgewachsen. Ihre Mama hat deutsch-serbische Wurzeln, ihr Vater ist Marokkaner. Während ihrer Schulzeit entdeckte sie, dass ihr Musik viel Freude macht. Mit neun Jahren bekam Nadja Benaissa dann Klavier- und Flötenunterricht. In der fünften Klasse sang sie zum ersten Mal im Schulmusical „Tabaluga“.
Die Liebe zur Musik zog sich durch ihre jungen Jahre und sie nahm mit einer Freundin an „Jugend musiziert“ teil. Nadja Benaissa belegte den zweiten Platz. In ihren Teenager-Jahren hatte sie Ballettunterricht und war in einigen Rockbands dabei. In dieser Zeit hatte Nadja aber auch einige Probleme, die ihr die jungen Jahre noch sehr schwer machen sollten. An TV-Auftritte wie bei „Promi Big Brother“ war noch lange nicht zu denken.
Drogen und Schwangerschaft – Nadja Benaissas schwere Jugend
Sie erzählt in mehreren Interviews, darunter auch im Gespräch mit Bild, sie sei schon mit 14 Jahren drogenabhängig gewesen. „Ich habe extrem geraucht, nicht mehr gegessen, nicht mehr getrunken, nicht mehr geschlafen. Total abgemagert, der ganze Körper kaputt, überall Abszesse, Entzündungen, Krankheiten. Man raucht und kotzt und raucht und kotzt“, schreibt sie in ihrer Biografie „Alles wird gut“.
Auch über Prostitution dachte sie nach, hielt sich jedoch fern davon. Im Buch schreibt sie: „Prostitution wäre naheliegend und die vermeintlich einfachste Lösung gewesen. In der größten Not habe ich auch mit dem Gedanken gespielt. Einmal habe ich es probiert und bin an der Kaiserstraße entlanggelaufen, wo sie alle entlanglaufen. Da hat ein älterer Typ angehalten, so ein Opa in seinem Auto. Wir haben über Geld geredet, ich wollte 100 Mark. Aber er meinte: Bist du doof, die anderen machen das für 20 und hat ganz böse geguckt. Da wurde mir klar, dass das nicht geht, dass ich das nicht kann.“
Teenie-Mama, HIV und „Popstars“
Sie wurde mit 16 Jahren schwanger und nahm bis zu ihrer Schwangerschaft durchgehend Drogen. Im Jahr 1999 bekam Nadja Benaissa mit 17 Jahren ihre Tochter. Während der Schwangerschaft wurde festgestellt, dass sie HIV-positiv ist. Damit ihre Tochter sich nicht ebenfalls mit der Krankheit infizierte, wurde die damals 16-Jährige medizinisch behandelt und sollte einen Kaiserschnitt bekommen. Das konnte zumindest die Übertragung von HIV auf das Kind verhindern.
Nach der Geburt hatte Nadja keinen Kontakt mehr zum Vater des Babys. Als junge Mama wurde die schulische Ausbildung etwas schwieriger und Nadja Benaissa ging zur Abendrealschule. Trotz guter Noten als Klassenbeste brach sie die Schule ohne Abschluss ab. Der Grund dafür war die Castingshow „Popstars“. Als Teenie-Mama mit schwerer Vergangenheit startete sie ihre Karriere als Sängerin.
Ihre Karriere bei den No Angels – Durchs Fernsehen zur Band
Im Jahr 2000 kam Nadja Benaissa zu den No Angels. Es war der große Durchbruch, der sie nun auch zur Teilnehmerin bei „Promi Big Brother“ gemacht hat. Die Girlgroup bestand aus Sandy Mölling, Lucy Diakovska, Jessica Wahls und Vanessa Petruo. Die Gruppe wurde durch Songs wie „Daylight in Your Eyes“ bekannt und hat mehrere Millionen CDs verkauft. Ende 2003 machte die Gruppe eine Pause und die Teilnehmerinnen fokussierten sich auf ihre eigenen Karrieren.
Im Jahr 2007 hatten die No Angels ihr Comeback, jedoch ohne Vanessa Petruo. Nadja Benaissa blieb der Girlgroup bis September 2010 erhalten. Dann ist auch sie ausgestiegen. Zu dem Zeitpunkt musste die Sängerin eine Haftstrafe absitzen und zog sich daher komplett aus der Öffentlichkeit zurück.
Ganz vorbei war ihre Zeit bei den No Angels aber noch nicht. Im Jahr 2021 kam sie für das nächste Comeback zurück und feierte das 20-jährige Jubiläum. Zum Geburtstag kam auch das Album „20“ auf den Markt. Im Jahr 2025 veröffentlichte die Girlgroup ein Weihnachtsalbum. Parallel zu ihrer Zeit in der Gruppe arbeitete Nadja Benaissa an ihrer Solo-Karriere und möchte 2026 eine Mini-Tour machen.
Nadja Benaissa – Zwei Jahre Haft auf Bewährung
Ihr Austritt aus der Gruppe im Jahr 2010 folgte auf eine dramatische Abfolge von Ereignissen. Am Anfang stand eine Anzeige wegen Körperverletzung. Nadja Benaissa ist, wie bereits erwähnt, HIV-positiv. Sie ist damit, so erklärt es die Deutsche Aidshilfe, auch verpflichtet, Sexualpartner vor einer Infektion zu schützen. In Deutschland besteht eine anonyme Meldepflicht für diejenigen, die sich damit infizieren. Die Betroffenen müssen zwar keinem Sexualpartner eine Auskunft über die Infektion geben, jedoch sind sie dazu verpflichtet, eigene Schutzmaßnahmen zu treffen.
Im Jahr 2010 musste sich die Sängerin daher vor dem Amtsgericht Darmstadt verantworten. Sie hatte ungeschützten Geschlechtsverkehr mit ihrem damaligen Partner im Jahr 2004. Sie wusste von ihrer HIV-Infektion und hat ihrem Partner weder die Information gegeben, noch die entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen. Deshalb wurde er mit HIV angesteckt.
Nadja Benaissa wurde daher wegen gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sie musste außerdem 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und eine Therapie zur Aufarbeitung ihrer Vergangenheit abschließen. Während des Prozesses kam raus, dass sie in den besagten Jahren noch zwei weitere Partner gefährdet hatte. Sie betonte in ihrem Schlusswort, dass ihr das alles für immer leidtun wird.
Vor „Promi Big Brother“ 2026 kamen „Let’s Dance“ und der ESC
Neben der Band- und Solokarriere kam Nadja Benaissa auch im Fernsehen nicht zu kurz. Im Jahr 2004 war sie im Film von ProSieben „Eine unter Tausend“ zu sehen. Zwei Jahre später stand sie auf der ganz großen Bühne. Ihr Song „Ich hab dich“ war beim „Bundesvision Song Contest“ für Hessen dabei und kam auf den vierten Platz.
Im Jahr 2008 saß sie in der Jury der ersten Staffel vom KiKA-Songwriter-Wettbewerb „Dein Song“. Anfang 2009 war Nadja Benaissa bei „Das perfekte Promi Dinner“ dabei und legte im Jahr 2010 die nächste Folge nach, bei der die „No Angels“-Frauen teilnahmen.
Nach ihrer Haftstrafe kam sie im Jahr 2021 zurück. Die Sängerin war bei „Joko & Klaas gegen ProSieben“ dabei. Im Jahr danach sah man sie in der ZDF-Doku „Don’t Stop the Music“. In 2023 half sie Team Joko dabei, „Das Duell um die Welt“ zu überstehen, und gewann die besagte Herausforderung.
2024 folgten mehrere Auftritte, darunter in der RTL-Show „Die Passion“. Nadja Benaissa spielte die Rolle als Maria. Die Sendung „The Masked Singer“ kam im Anschluss daran und die Sängerin steckte im Kostüm „Elgonia“. Dabei konnte sie sich bis ins Halbfinale kämpfen. Außerdem war sie bei „Karlsplatz“ und beim „Browser Ballett Heimatquiz“ zu sehen. Letzteres konnte sie gegen Samuel Koch gewinnen.
Im Jahr 2025 war Nadja Benaissa bei der Sendung „Das 1% Quiz“ und in der „NDR Talk Show“ zu sehen. 2026 kam dann ihr Auftritt bei „Let’s Dance“. Ihr Partner war Vadim Garbuzov. Obwohl die beiden gute Jury-Bewertungen hatten und sogar zum ersten Mal die Höchstpunktzahl 30 Punkte bekamen, flogen sie in Folge acht durch das Zuschauervoting raus.
Nadja Benaissa bei „Promi Big Brother“ 2026 – Davor hat sie Respekt
Nach „Let’s Dance“ geht es für Nadja Benaissa in den Garten von „Promi Big Brother“. Sie hat im Interview mit Joyn von ihren Sorgen erzählt. Eine wirklich große Umstellung wird wohl der Verzicht auf Kaffee und Zucker sein. Sie bezeichnet sich selbst als „Suchtmensch“ und glaubt, dass das eine Herausforderung werden wird. Sie wollte deshalb sowohl den Kaffee- als auch Zuckerkonsum vorher schon reduzieren, das hat jedoch nicht geklappt. Sie hat also beschlossen, die Zeit vor der Show einfach zu genießen. Im Garten wird sich zeigen, wohin das führt.