Schulproteste: Erneut demonstrieren Zehntausende auf Frankreichs Strassen

Proteste von Schülern Wieder demonstrieren Zehntausende auf Frankreichs Strassen

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  • An erneuten Demonstrationen für bessere Lernbedingungen an Schulen in Frankreich haben sich nach Angaben des Innenministeriums rund 70'000 Menschen beteiligt.
  • Allein in Paris gingen mehr als 24'000 Menschen auf die Strassen.

An Protest- und Blockadeaktionen direkt an Schulen beteiligten sich landesweit 55'000 Menschen. Zumeist seien die Demonstrationszüge sowie die Blockaden friedlich verlaufen. Dennoch kam es im Zuge von Protestaktionen zu 504 Festnahmen, 48 Polizisten wurden verletzt.

Menschenmenge bei einer Demonstration mit Flaggen und Schildern unter einem blauen Himmel.
Legende:

Über 20'000 Demonstrantinnen und Demonstranten gingen in Paris auf die Strasse (8.10.2026).

Keystone / FIRAS ABDULLAH

Bereits seit knapp zwei Wochen demonstrieren Schülerinnen und Schüler in Frankreich für eine bessere Ausstattung der Gymnasien, mehr Vertretungslehrpersonen und Investitionen in das Bildungswesen. Dem Protest haben sich inzwischen auch Studierende angeschlossen. Bisher ist die Regierung nicht mit konkreten Zusagen auf die Schüler eingegangen. Für die kommenden Tage wurden weitere Proteste angekündigt.

Als Reaktion auf die anhaltenden Schulproteste in Frankreich hat Premierminister Sébastien Lecornu den kurzfristigen Einsatz von über 3000 Vertretungslehrern angekündigt. Ein Aktionsplan von Bildungsminister Édouard Geffray sehe den Einsatz der zusätzlichen Lehrer an 114 Gymnasien vor, wo der Lehrermangel am drängendsten sei, teilte Premier Lecornu mit. Wie Bildungsminister Geffray im Fernsehsender TF1 sagte, sollen die Lehrkräfte ab Freitag bis Dienstag ihre Arbeit antreten.

Wie Premier Lecornu ausserdem ankündigte, sollte die Einstellung von mehreren Hundert zusätzlichen Mitarbeitern ermöglichen, den Bedarf an den Schulen zu decken. Nach den Herbstferien sollten mehr kurzfristige Vertretungen möglich werden. Die Regierung werde zudem Änderungsanträge zum Haushalt 2027 einbringen, um Vorschläge der Gymnasiasten in konkrete Massnahmen umzusetzen.

Mit diesen Ankündigungen geht die französische Regierung erstmals auf Forderungen der Schüler und Schülerinnen ein, die für eine bessere Ausstattung der Gymnasien, mehr Vertretungslehrer und Investitionen in das Bildungswesen demonstrieren.

Empörung gibt es über die rabiaten Polizeieinsätze gegen die zumeist minderjährigen Demonstrierenden. Wegen mutmasslicher Polizeigewalt wird gegen einige Beamte ermittelt.

Ausschreitungen am Rande der Demos

Das Innenministerium berichtete unterdessen über zunehmende Ausschreitungen am Rande der friedlichen Demonstrationen. Betroffen seien insbesondere das Lehrpersonal und Schulen. So wurde in der Nacht in einem Gymnasium in Poitiers Feuer gelegt, das auf das Auto einer Lehrerin übergriff.

In Saint-Étienne drangen am Morgen mehrere Dutzend Personen in das Gymnasium ein und verwüsteten die Kantine. In Toulouse wurde ein Schulleiter von einem erwachsenen Demonstranten geschlagen und in Saint-Chamond erlitt der stellvertretende Schulleiter Verbrennungen im Gesicht durch einen Feuerwerkskörper.

Person in dunkler Kleidung und weisser Gesichtsmaske wirft Gegenstand auf einer Versammlung.
Legende:

48 Polizisten wurden bei den Ausschreitungen verletzt.

Keystone / FIRAS ABDULLAH

Ausserdem sei es zu zahlreichen Angriffen auf die Ordnungskräfte und Polizeiwachen gekommen, teilte das Innenministerium mit.

In Strassburg etwa wurde ein Polizeiauto in Brand gesetzt und am Polizeipräsidium von La Rochelle kam es zu Sachbeschädigungen, während auf eine Polizeiwache in Bordeaux ein Brandanschlag verübt wurde.

SRF 4 News, 8.10.2026, 21 Uhr ;  sda/fulu;lehl