Prozess um soziale Medien - Einigung erzielt: Meta zahlt US-Bundesstaaten Milliarden
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- Meta hat im Streit über die Gefahren sozialer Medien für Kinder und Jugendliche mit zahlreichen US-Bundesstaaten einen Vergleich geschlossen.
- Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, zahlt Meta bis zu 16.68 Milliarden Dollar an die Staaten.
- Der Vereinbarung zufolge muss Meta die Massnahmen zur Altersüberprüfung verbessern, um zu verhindern, dass Kinder auf die Plattformen oder auf Inhalte mit einer Altersbeschränkung zugreifen können.
- Die Einigung muss noch gerichtlich bestätigt werden.
Der Prozess behandelte die Frage, ob soziale Medien süchtig, depressiv und krank machen. Dafür haben 26 US-Bundesstaaten den Instagram-Mutterkonzern Meta angeklagt. Meta habe seine sozialen Netzwerke gezielt so gestaltet, dass sie Minderjährige abhängig machen. Nun haben sich die Prozessparteien geeinigt: Meta zahlt bis zu 16.68 Milliarden Dollar an die Bundesstaaten, das Bundesgericht muss dies allerdings noch genehmigen. Dies geht aus den veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervor.
SRF-Fachredaktor: «Auf Europa hat das keinen Einfluss»
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Guido Berger, SRF-Digitalredaktor, sagt, dass die vorliegende Einigung mit Meta durchaus dazu führen könnte, dass der Medienkonsum reduziert wird. Aber ob die Apps dadurch weniger attraktiv würden, sei eine andere Frage. Und wie sich das auf die psychische Gesundheit der Jugendlichen auswirke, sei ebenfalls offen. Zudem gelte die Einigung nur für Jugendliche bis 18 Jahre in fast allen Bundesstaaten der USA.
Auf Europa hat die Einigung keinen Einfluss, allerdings: «Es könnte schon sein, dass sie einen Vorbildcharakter bekommt und in anderen Verfahren ähnlich geurteilt wird.»
Zudem verpflichtet sich Meta zu landesweiten Änderungen für jugendliche Nutzerinnen und Nutzer, darunter standardmässige tägliche Zeitlimits und nächtliche Zugangssperren. Diese könnten nur durch ein Elternteil aufgehoben werden.
Instagram, Facebook und Whatsapp: Wenn es um Austausch im Internet geht, steht der Meta-Konzern an vorderster Front.
EUTERS/Peter DaSilva
Neben dem Vorwurf der Abhängigkeit warfen die Bundesstaaten Meta vor, Nutzerinnen und Nutzer über die Sicherheit seiner Plattformen getäuscht und unrechtmässig persönliche Daten von Kindern gesammelt zu haben, um damit KI-Modelle zu trainieren. Meta wies die Vorwürfe damals wie auch jetzt, im Rahmen der Einigung, zurück und erklärte zugleich, sich für den Schutz von Kindern auf seinen Plattformen einzusetzen.
Diskussion um potenzielle Höchststrafe
Mit dem Vergleich entgeht das Unternehmen einem vielbeachteten möglichen Prozess: Durch die Einigung hätten die Parteien laut Gerichtsunterlagen vereinbart, die Klage ohne weitere gerichtliche Auseinandersetzung beizulegen.
Dabei fällt die Geldzahlung um Einiges geringer aus als die Höchstforderung. Meta gab vor einigen Monaten in einem Gerichtsdokument an, die von den Bundesstaaten geforderten Strafen könnten sich auf 1.4 Billionen Dollar belaufen und damit die Existenz des Unternehmens bedrohen. Anwälten der Klägerseite zufolge hätte es eher ein Betrag von etwa 200 Milliarden Dollar sein können. Meta nannte die Vorwürfe unbegründet und die finanziellen Forderungen unangemessen.
Virginia: Generalstaatsanwalt deutet Einigung als Sieg
Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Virginia, Jay Jones, bezeichnete die Einigung als «monumentalen Sieg für den Schutz der amerikanischen Kinder»: «Jahrelang hat Meta die Öffentlichkeit absichtlich über die süchtig machenden und schädlichen Designmerkmale getäuscht, die die psychische Gesundheit junger Menschen massiv beeinträchtigt haben», heisst es in einer Pressemitteilung.
Der Prozess vor Geschworenen im kalifornischen Oakland begann vergangene Woche Dienstag mit den Eröffnungsplädoyers. Die von Kalifornien angeführten Bundesstaaten strebten Geldstrafen sowie Auflagen zur Änderung des Geschäftsmodells an.
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SRF 4 News, 26.08.2026, 16:00 Uhr ; Reuters;goeh;schm;noes