Puma-Sichtung nahe des Münchner Flughafens sorgt weiter für Rätsel – „Es gab keine eindeutige Meinung“
Stand: 22.10.2026, 07:48 Uhr
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Zwei Wochen nach der Sichtung eines möglichen Pumas bei Oberding gibt es noch immer keine Klarheit über das Tier.
Oberding – Was genau sich Anfang Oktober nahe dem Münchner Flughafen vor die Linse einer Wärmebildkamera geschoben hat, bleibt auch zwei Wochen nach der Sichtung ein Rätsel. Experten konnten sich bislang nicht auf eine eindeutige Tierart festlegen.

Sichtung bei München: Experten uneinig über Tierart auf Wärmebildaufnahmen
Das Landratsamt Erding hatte die fraglichen Aufnahmen eines Jägers mehreren Fachleuten zur Begutachtung vorgelegt. Eine Sprecherin der Behörde erklärte dazu: „Es gab keine eindeutige Meinung.“ Die Experten konnten sich demnach nicht auf ein abschließendes Ergebnis einigen.
Die Sichtung vom 6. Oktober hatte zunächst einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Mit Drohnen, einem Hubschrauber, Spürhunden und zahlreichen Beamten machten sich die Einsatzkräfte auf die Suche nach dem mutmaßlichen Puma – vergeblich. Zusätzlich werteten die Ermittler eine Woche lang Aufnahmen von Wildtierkameras im Naturschutzgebiet bei Oberding im Landkreis Erding aus. Der Leiter der Polizeiinspektion Erding, Sebastian Pinta, berichtete: „Da sind verschiedenste heimische Wildtierarten drauf, aber keine großen Katzenarten.“ Auch aus der Bevölkerung waren zunächst zahlreiche Hinweise zu möglichen weiteren Sichtungen von Raubkatzen eingegangen. Diese sind inzwischen jedoch versiegt: Seit sechs Tagen habe sich niemand mehr gemeldet, so Pinta zum Stand Mittwoch. Auch Spuren einer möglichen Beute, die auf eine Raubkatze hindeuten könnten, fanden sich in der Region nicht. Die aktive Suche nach dem Tier hat die Polizei deshalb eingestellt. Bei neuen Hinweisen wolle man aber „sensibel reagieren“, kündigte Pinta an.
Komplett beendet ist die Arbeit der Ermittlungsgruppe damit allerdings nicht: Die Polizei prüft derzeit, ob das Teilen von mit Künstlicher Intelligenz erzeugten Raubkatzen-Bildern aus der Region eine Ordnungswidrigkeit darstellen könnte. Solche KI-generierten Aufnahmen waren nach der ursprünglichen Sichtung in sozialen Netzwerken aufgetaucht. Pinta hatte die Verbreitung derartiger Bilder bei einer Pressekonferenz im Erdinger Landratsamt deutlich verurteilt: „Das ist eine bewusste falsche Hinweisgebung an die Polizei.“ Weiter sagte er: „Und sie beunruhigen durch die Verbreitung auf Social Media die Wohnbevölkerung. Und das lassen wir als Polizei nicht zu.“ Die ursprünglichen Wärmebildaufnahmen, die den gesamten Großeinsatz ausgelöst hatten, stuft die Polizei weiterhin als echt ein. Pinta betonte: „Aber was da zu sehen war, bleibt nach wie vor erst einmal offen.“
Oberding liegt im Landkreis Erding nahe dem Flughafen München in Bayern.
Polizei bleibt wachsam trotz eingestellter Suche
Auch wenn die konkrete Fahndung nach dem Tier vorerst beendet ist, behält die Polizei die Lage im Blick. Sollten neue Hinweise auftauchen, will man darauf reagieren. Parallel dazu laufen weiterhin Ermittlungen zu den im Umlauf befindlichen KI-Bildern, die nach Einschätzung der Polizei gezielt für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt haben könnten. (Quelle: dpa)