Eklatanter Schiedsrichter-Mangel: 50 Vereinen droht in einem einzigen Landkreis Niedersachsens Punktabzug
Punktabzug droht: 50 Vereine verfehlen das Schiedsrichter-Soll
Stand: 06.08.2026, 13:53 Uhr
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Noch immer haben kaum Clubs im Kreis Rotenburg ausreichend Referees. Besonders Sittensen und Visselhövede sind von der Problematik betroffen.
Rotenburg – 50 von 67 Vereinen im Kreis haben in der Saison 2025/2026 nicht genügend Schiedsrichter gestellt und ihr Soll damit verfehlt. Allen voran der VfL Sittensen und der VfL Visselhövede sind davon betroffen. Lediglich vier Vereine haben hingegen in der abgelaufenen Spielzeit mehr Unparteiische gestellt als gefordert. Der TuS Zeven liegt sogar fünf Schiedsrichter über der Vorgabe, der Heeslinger SC drei, der FC Ummel zwei und der TuS Mulmshorn einen. Mit Blick auf die Saison 2027/2028 wächst nun der Druck auf die Vereine, die ihr Soll nicht erfüllt haben. Dort könnte ein erneuter Verstoß neben Geldstrafen erstmals Punktabzüge zur Folge haben.
„Der Kreis nimmt wahr, dass sich viele Vereine auf die Fahne geschrieben haben, ihre Zahlen zu erhöhen. Es zeigt sich aber, dass noch nicht von allen Vereinen ausreichende Bemühungen unternommen werden, ihren Fehl abzubauen“, sagt der Kreisvorsitzende Mats Baur. Zudem verweist der Schiedsrichter-Chef Calvin Dieckhoff darauf, dass nicht nur die Zahl der gemeldeten Referees entscheidend ist. Denn auch die im Lüneburger Modell fixierten Kriterien zur Anerkennung von Schiedsrichtern müssen erfüllt werden. Das hätte in dieser Saison nicht jeder Aktive geschafft. Die Quote liegt laut Dieckhoff derzeit bei rund 50 Prozent. Vereine sollten deshalb nicht nur neue Schiedsrichter ausbilden, sondern auch ihre bereits aktiven Unparteiischen begleiten und darauf achten, dass die erforderlichen Spiele, Lehrabende und Leistungsprüfungen absolviert werden, erklärt der Obmann und stellt klar: „Das Ergebnis der Auswertung für das Schiedsrichter-Soll der Saison 2025/2026 ist insgesamt nicht zufriedenstellend. Es gibt in beiden Bereichen Nachholbedarf.“
Wir sind nicht froh darüber, dass wir uns in dieser Situation befinden.
In Visselhövede sind sich die Verantwortlichen der Problematik bewusst. Sieben Unparteiische fehlen dem Club. Nur Sittensen hat mit neun Personen ein größeres Defizit. „Wir sind nicht froh darüber, dass wir uns in dieser Situation befinden“, gesteht Fußballabteilungsleiter Merwan Sabouneh. Er betont, dass es generell nicht einfach sei, ehrenamtliche Unterstützer zu finden. „Dennoch haben wir in den letzten Monaten vieles erreicht und einige Jugendtrainer für die JSG rekrutiert“, berichtet Sabouneh. „Jetzt genießt das Schiedsrichter-Thema bei uns eine hohe Priorität.“
Eine gewisse Anzahl an Kandidaten habe sich bereiterklärt, den Schein zu machen. Zudem werde der Verein darauf achten, dass die Anwärter die nötige Anzahl an geleiteten Partien und besuchten Lehrabenden erreichen, um anerkannt zu werden, so Sabouneh. Andernfalls bekommen seine Heidestädter im nächsten Jahr die Quittung. Denn: Nach einem Defizit in den Saisons 2024/2025 und 2025/2026 würde ein weiteres bedeuten, dass die erste Herren als ligahöchste Mannschaft mit Minuspunkten in die Serie 2027/2028 startet. Pro fehlendem Referee wird ein Zähler abgezogen.
Nächster Schiedsrichter-Lehrgang startet kommende Woche
Um Fälle wie diesen noch abzuwenden, wirbt der Fußball-Kreis erneut dafür, die angebotenen Anwärterlehrgänge zu nutzen. Der nächste beginnt am 12. August und findet in Rotenburg statt. „Uns ist bewusst, welch ein scharfes Schwert Punktabzüge darstellen. Leider haben andere Maßnahmen in den vergangenen Jahren jedoch nicht zum Ziel geführt“, macht Baur noch einmal deutlich.