Putin droht mit neuer Eskalation: Ukraine-Angriffe als „Büchse der Pandora“ – Antwort „noch zerstörerischer“
Stand: 22.08.2026, 21:00 Uhr
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Putin spricht erstmals seit Wochen öffentlich über Kiews Drohnenangriffe – und macht klar, dass Russland die nächste Eskalationsstufe bereits plant.
Moskau – Wochenlang hielt sich Wladimir Putin mit öffentlichen Reaktionen auf die ukrainischen Drohnenangriffe zurück. Nun trat er vor die Kameras des Moskauer Staatsfernsehens – und ließ keinen Zweifel daran, was als Nächstes kommt.

In seinem ersten Interview seit dem Beginn der ukrainischen Angriffswelle auf russische Ölraffinerien und Logistikzentren erklärte der Kremlchef, Kiew habe mit diesen Attacken die „Büchse der Pandora“ geöffnet und damit den „Geist aus der Flasche“ gelassen. Die Drohung folgte auf dem Fuß: „Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr.“ Und weiter: „Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.“
Putin: Schäden der Ukraine-Angriffe eingeräumt, Niederlage verneint
Gegenüber Staatsfernsehen-Reporter Pawel Sarubin räumte Putin ein, dass die ukrainischen Angriffe Schäden hinterlassen hätten. Den Versuch, Russlands Wirtschaft in einem 40-Tage-Plan zu zerstören, bezeichnete er aber als gescheitert – ebenso wie alle Versuche, den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land zu erschüttern. Die jüngsten russischen Raketenschläge gegen die Ukraine, bei denen nach dpa-Angaben so viele Zivilisten ums Leben kamen wie seit Langem nicht mehr, nannte Putin „passend und effektiv“: Sie hätten den eigenen Truppen an der Front genutzt, behauptete er.
Als Reaktion auf die Angriffe will Moskau nun nach eigenen Angaben die verwundbarsten Wirtschaftsbereiche der Ukraine unter Druck setzen. Besonders die Agrarexporte geraten dabei in den Blick: Die Ukraine zählt zu den wichtigsten Getreidelieferanten der Welt, und diese Ausfuhren sind eine wesentliche Einnahmequelle für den Staatshaushalt. Putin verwies darauf, dass Russland nach einer guten Ernte selbst in der Lage sei, den Weltmarkt zu beliefern, wie die Economic Times berichtet.
Auch zu möglichen Verhandlungen äußerte sich Putin – und erteilte ihnen eine klare Absage. Kiew habe über Vermittler „exotische Vorschläge“ für eine Friedenslösung überbracht, die er ohne weitere Details zurückwies. Dahinter stecke der Versuch, eine für die Ukraine „katastrophale Entwicklung“ noch abzuwenden. Gespräche seien nur auf Basis der tatsächlichen Lage an der Front denkbar, sagte er laut dpa. (Quellen: dpa, Economic Times) (cgsc)