Putin verschärft Forderungen für Kriegsende: Russland verlangt Zugeständnisse von der Ukraine
Putin verschärft Bedingungen für Kriegsende: Moskau fordert weitreichende Zugeständnisse von Kiew
Stand: 22.07.2026, 13:51 Uhr
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Kein Ende des Ukraine-Kriegs: Die Friedensbemühungen bleiben festgefahren. Moskau will besetzte Gebiete nicht an die Ukraine zurückgeben.
Moskau/Kiew – Die Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Ukraine-Krieg kommen weiterhin kaum voran. Während Moskau auf weitreichende territoriale Forderungen besteht, lehnt Kiew einen Rückzug aus der Region Donezk ab. Auch internationale Vermittlungsversuche wurden zuletzt durch andere globale Krisen überschattet.

Nach Angaben von Kreml-nahen Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg soll Russland inzwischen darauf verzichten, besetzte Gebiete im Rahmen eines möglichen Abkommens zurückzugeben. Stattdessen verfolgt Moskau demnach den Plan, bestimmte Regionen – darunter besetzte Teile der Gebiete Sumy und Charkiw – langfristig als Pufferzonen unter eigener Kontrolle zu halten.
Kein Ende des Ukraine-Kriegs: Putin lehnt Gebietskompromisse ab
Wie Bloomberg weiter berichtet, schließt Putin derzeit im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg Kompromisse bei den Gebietsfragen aus. Als Begründung nennt der Kreml die zuletzt verschärfte Rhetorik aus Washington: Moskau wertet diese als Zeichen dafür, dass informelle Verständigungen aus dem Treffen zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump im Sommer 2025 im alaskischen Anchorage nicht mehr gelten.
Beim sogenannten Alaska-Gipfel soll es laut Kreml-nahen Quellen mündliche Absprachen gegeben haben – wonach Russland besetzte Gebiete in Sumy und Charkiw zurückgeben und die Ukraine sich im Gegenzug aus Teilen des östlichen Donezk zurückziehen sollte. Die USA bestreiten, dass dabei verbindliche Abkommen getroffen wurden.
Geheime Diplomatie hinter verschlossenen Türen: Deutsche Ex-Politiker treffen russische Spitzenvertreter in Baku
Während die Fronten in den offiziellen Verhandlungen weiter verhärtet bleiben, gibt es zugleich Hinweise auf Gespräche über inoffizielle Kanäle. Nach gemeinsamen Recherchen des ARD-Magazins „Kontraste" und der Wochenzeitung „Die Zeit" sollen sich die ehemaligen deutschen Politiker Ronald Pofalla (CDU) und Matthias Platzeck (SPD) vom 12. bis 14. Juli im Hotel Four Seasons in Baku mit hochrangigen russischen Vertretern getroffen haben – darunter der frühere russische Vize-Regierungschef Viktor Subkow.
Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew bestätigte das Treffen am 21. Juli während einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Berliner Kanzleramt und verwies dabei auf Flugdaten. Zugleich erklärte er, seine Regierung sei nicht in die Gespräche eingebunden gewesen. Auch Merz sagte, er habe von dem Treffen keine Kenntnis gehabt.
Keine Annäherung in Sicht: Friedenshoffnungen zwischen Kiew und Moskau geraten ins Stocken
Seit Anfang 2026 gab es drei Gesprächsrunden unter US-Vermittlung – zwei in Abu Dhabi und eine in Genf. Ein Durchbruch blieb aus, vor allem wegen des Streits um die Territorialfrage: Während Kiew Gebietsabtretungen ablehnt, fordert Moskau weitreichende Zugeständnisse für eine Friedenslösung. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland sehe derzeit keine Aussichten auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Moskau lehnt eine Waffenruhe weiterhin ab – der Kreml besteht auf einer dauerhaften Einigung zu russischen Bedingungen.
Russland überzieht das Land seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Seine Kriegsziele hat Moskau bisher nicht erreicht. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den bisherigen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Olexander Syrskyj, abgelöst und den 43 Jahre alten Generalmajor Mychajlo Drapatyj mit der Führung der Armee betraut. Syrskyj erklärte in seinem Abschiedsschreiben, er übergebe eine Armee, die nicht nur die Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg halte, sondern sich auch im Offensivmodus befinde.
Ukraine-Krieg: UN-Bericht warnt vor steigenden Opferzahlen
Die Zahl der getöteten Zivilisten im Ukraine-Krieg ist nach Angaben der Vereinten Nationen stark gestiegen. In der ersten Jahreshälfte habe die UN-Menschenrechtsmission in der Ukraine (HRMMU) „1396 zivile Todesopfer und 7978 verletzte Zivilisten dokumentiert“, erklärte deren Leiterin Danielle Bell am Dienstag in Genf. Dies entspreche einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das UN-Menschenrechtsbüro verurteilte mehrere Angriffe der vergangenen Tage, bei denen in der gesamten Ukraine und in Russland zivile Opfer zu beklagen waren. „Zivilisten und zivile Infrastruktur stehen unter dem Schutz des humanitären Völkerrechts“ sagte der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros, Thameen Al-Kheetan, Journalisten. „Jeder vorsätzliche Angriff dieser Art ist ein Kriegsverbrechen.“ (Quellen: Bloomberg, ARD, dpa) (jal)