Putins Sprecher mit scharfer Drohung: Russland will „gesamtes Arsenal“ gegen NATO einsetzen
Stand: 05.10.2026, 14:01 Uhr
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Putin legt vor, Peskow nach: Russland droht mit Einsatz seines ganzen Arsenals.
Moskau – Russland eskaliert die Rhetorik rund um die russische Exklave Kaliningrad. Moskau reagiert auf angebliche Berichte und Warnungen über eine mögliche Abriegelung des Gebiets durch NATO-Staaten mit immer schärferen Aussagen. Kremlsprecher Dmitri Peskow kündigte nun an, Russland werde im Fall einer Blockade sein „gesamtes verfügbares Arsenal“ einsetzen.
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Peskow äußerte sich im Gespräch mit dem russischen Journalisten Pawel Sarubin, wie die staatliche Nachrichtenagentur TASS berichtet. Russland habe mehrfach klargemacht, dass Kaliningrad russisches Staatsgebiet sei. Für den Fall einer Bedrohung werde Moskau deshalb alle verfügbaren Waffen einsetzen, sagte der Kremlsprecher. „Das ist überhaupt keine Drohung“, fügte er hinzu.
Russland hatte bereits im September ohne öffentlich vorgelegte Belege behauptet, die NATO bereite eine Luft- und Seeblockade Kaliningrads vor. Ein NATO-Sprecher wies das scharf zurück und erklärte, das Bündnis sei defensiv ausgerichtet; weder seine Aktivitäten noch seine Übungen stellten eine Gefahr für russisches Gebiet dar.
Peskow spricht von „Warnsignal“
Peskow verglich jedoch die aktuelle Botschaft mit Wladimir Putins Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz vom 10. Februar 2007. Putin hatte damals in einer viel beachteten Grundsatzrede die Politik der USA und die internationale Sicherheitsordnung scharf kritisiert.
Nach Peskows Darstellung sei auch diese Rede im Westen fälschlich als Drohung verstanden worden. Tatsächlich habe sie als Warnsignal dienen sollen. Der Kremlsprecher verband seine Aussagen mit scharfer Kritik an westlichen Staaten. Russland werde seine Interessen derzeit mit militärischen Mitteln verfolgen, solange Gespräche und Vereinbarungen nicht möglich seien.
Moskau bevorzuge zwar einen Frieden auf friedlichem Weg. Bis dahin werde Russland jedoch „mit voller Kraft kämpfen“, sagte Peskow laut TASS. Auch Akteure, die Russland eine vernichtende Niederlage zufügen wollten, würden dafür bezahlen, erklärte er. Die Ukraine zahle diesen Preis bereits.
Zugleich machte Peskow deutlich, dass Moskau an seinen Ansprüchen auf die von Russland annektierten ukrainischen Gebiete festhält. Selbst bei einem sehr kleinen, noch nicht kontrollierten Teil des Gebiets Donezk gebe es aus russischer Sicht „nichts zu diskutieren“.
Putin hatte zuvor ähnlich gewarnt
Nur wenige Tage zuvor hatte Präsident Wladimir Putin eine ähnliche Botschaft ausgesendet. Russland plane keinen Angriff auf europäische Staaten, werde auf eine Aggression jedoch mit „allen Waffen“ seines Arsenals reagieren, sagte Putin am Donnerstag bei einem außenpolitischen Forum, wie der US-Sender ABC News berichtet.
Putin warf westlichen Staaten vor, die Spannungen mit Russland zu verschärfen. Er verwies auf Äußerungen über einen möglichen Krieg mit Moskau in den kommenden Jahren sowie auf Militärübungen in der Ostsee. Auch die Beschlagnahmung russischer Schiffe führte er dem Bericht zufolge als Beispiel an.
Russische Botschaften in mehreren europäischen Ländern hatten in derselben Woche erklärt, Moskau verfüge über Informationen über angebliche NATO-Pläne für eine Luft- und Seeblockade Kaliningrads. Einen Beleg dafür nannten sie in den wiedergegebenen Stellungnahmen nicht.
Die russischen Vertretungen warfen europäischen Politikern vor, mit Warnungen vor einem möglichen russischen Angriff oder weiteren Drohnen- und Sabotageaktionen ein „gefährliches Spiel“ zu betreiben. Quellen: ABC News, TASS, nif/red.