„Technisches Unterstützungsteam“: Radikalislamistische Taliban auf Mission in Deutschland – in Dobrindts Auftrag
Stand: 29.08.2026, 13:05 Uhr
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Dem NDR zufolge bereiten Vertreter der radikalislamitischen Taliban in Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden Abschiebungen von Afghanen vor.
Berlin/Kabul – Vor fünf Jahren übernahmen die radikalislamistischen Taliban erneut die Macht in Afghanistan. In einer Blitzoffensive drangen sie nach Kabul vor und riefen ihr „Islamisches Emirat Afghanistan“ aus. Seither haben Frauen keinerlei Rechte mehr, Gegner des Regimes müssen Verfolgung, Folter und Tod fürchten. All das hindert die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) und seinen Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) nicht daran, Abschiebedeals mit den Radikalislamisten zu machen.

Während ehemalige Ortskräfte, Menschenrechtsaktivistinnen, Regimegegner, Intellektuelle in Pakistan oder gar in Afghanistan festsitzen, um ihr Leben fürchten und vergeblich auf versprochene Ausreisevisa nach Deutschland warten, steht den Taliban der Weg offen. Wie der NDR recherchiert hat, sind drei Diplomaten der Taliban nach Deutschland gereist, um in Zusammenarbeit mit den Behörden Abschiebungen von Afghanen vorzubereiten.
Hohe Einnahmen der Taliban durch Ausstellen von Pässen für deutsche Abschiebeinteressen
Den drei Männern seien in der deutschen Vertretung in Katar Visa für 30 Tage ausgestellt worden, berichtete der Sender am Freitagabend. Derzeit halten sie sich an der afghanischen Botschaft im Berliner Stadtteil Grunewald auf. Das Auswärtige Amt bestätigte laut NDR die Anwesenheit der Taliban und auch, dass dies im Zusammenhang mit weiteren Abschiebungen afghanischer Staatsbürger nach Afghanistan stehe.
Es handele sich um ein „technisches Unterstützungsteam“, das die Voraussetzungen dafür schaffen soll, dass in den afghanischen Vertretungen in Deutschland Dokumente ausgestellt werden können, die die Taliban akzeptieren. Offiziell erkennt Schwarz-Rot die Taliban-Regierung in Kabul zwar nicht an, steht aber in Kontakt. Die Übernahme der afghanisch-diplomatischen Vertretungen in Deutschland durch die Taliban hat Berlin ermöglicht: Neben der Botschaft in Berlin gibt es Generalkonsulate in Bonn und München. Treibende Kraft ist Dobrindt, der offenbar zu jedem Pakt bereit ist, wenn er nur möglichst viele Menschen in den Abschiebeflieger setzen kann.
Der NDR hat zudem recherchiert, dass es hier nicht nur darum geht, der Merz-Regierung entgegenzukommen. Vielmehr sollen die Taliban-Diplomaten sicherstellen, dass die hohen Einnahmen der afghanischen Vertretungen, die diese durch die Ausstellung von Pässen und Urkunden erzielen sollen, unter Umgehung von Finanzsanktionen nach Afghanistan überführt werden. Anfragen hierzu durch den NDR seien bislang unbeantwortet geblieben.
„Mitglieder der Taliban haben die Möglichkeit, auf sensiblen Daten zuzugreifen“
Jule Klemm von Mission Lifeline kommentierte in der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media die Zusammenarbeit der Merz-Regierung mit den Radikalislamisten: „Das ist scheinheilig und ein Schlag ins Gesicht – nicht nur für alle, die nach wie vor in Afghanistan ausharren müssen, sondern auch für diejenigen, die bereits in Deutschland sind. Mitglieder der Taliban haben nun die Möglichkeit, auf ihre sensiblen Daten zuzugreifen. Das stellt auch für sie eine Gefahr dar. Die Bundesregierung muss Sanktionen gegen Afghanistan verhängen und gefährdete Afghan:innen evakuieren, anstatt diplomatische Beziehungen mit den Taliban zu führen.“ (Quellen: Tagesschau, AFP, eigene Recherche) (ktho)