„Schäme mich mit euch in einer Partei zu sein“: CSD-Statement der Linken sorgt für Kopfschütteln

„Realitätsverweigerung“: Statement der Linken zum CSD-Anschlag sorgt für Kopfschütteln

Stand: 27.07.2026, 18:32 Uhr

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Die Linke aus Neukölln reagiert mit einem Statement auf den Anschlag auf den CSD in Berlin. Dieses sorgt für Kopfschütteln. Auch aus der Politik kommt deutliche Kritik.

Berlin – Der Schock nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin sitzt tief. Besonders in Berlin selbst. Auch die Linke aus Neukölln wollte ihr Mitgefühl in einem Posting bei Instagram ausdrücken, nutzte dieses aber auch für ein politisches Statement. Das sorgt bei vielen Lesern für Fassungslosigkeit.

Eine Regenbogenflagge, Blumen und Kerzen stehen vor einem Baum nahe dem Bereich, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte. Am Rande des Christopher Street Day in Berlin war das Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde eine Frau getötet, 16 weitere Menschen verletzt, zum Teil schwer

Eine Regenbogenflagge, Blumen und Kerzen stehen vor einem Baum nahe dem Bereich, wo ein Fahrzeug einen Baum gerammt hatte. Am Rande des Christopher Street Day in Berlin war das Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurde eine Frau getötet, 16 weitere Menschen verletzt, zum Teil schwer © Sebastian Gollnow/dpa

„Unsere Gedanken sind bei den Opfern des gestrigen Angriffs auf den CSD Berlin, bei den Angehörigen der Verstorbenen, den Verletzten und Zeug*innen. Wir sind wütend und trauern mit euch.“ Mit diesen Worten beginnt das Instagram-Statement der Linken Neukölln, das der Bezirksverband am Sonntag veröffentlicht hat. Doch dann folgt eine Schuldzuweisung, die für Aufsehen sorgt.

Linken-Statement zu CSD-Anschlag sorgt für Fassungslosigkeit: „Realitätsverweigerung“

Denn die „Queer- und Transfeindlichkeit“ nehme demnach „mit dem Erstarken“ von Rechten und antifeministischen Kräften „massiv“ zu. Die Linke spricht von Hass im Internet, Angriffe auf der Straße und von Polizeigewalt, nennt dafür aber keine Belege. Dann heißt es: „Die gezielte Verbreitung queer- und transfeindlicher Ideologie durch rechte und konservative Akteure bereitet den Boden für Angriffe wie den gestrigen.“ Dagegen wolle man ankämpfen. Und weiter: „Wir wehren uns zugleich dagegen, dass diese Tat für rassistische, antimuslimische oder sonstige reaktionäre Hetze instrumentalisiert wird.“

Die Reaktionen unter dem Posting sind deutlich: „bei dieser Analyse kann man nur noch den Kopf schütteln“, schreibt ein User. Ein anderer meint: „Dieses Statement ist echt eine Beleidigung für die Betroffenen und für jeden denkenden Menschen. Ich schäme mich, mit euch in einer Partei zu sein.“ Wieder ein anderer User kommentiert: „Seid ihr nur schlecht informiert oder betreibt ihr gerade ein bisschen Ragebait?“ Denn schließlich habe der Anschlag einen islamistischen Hintergrund. Damit sei „genau das eingetreten, wovor die ‚bösen‘ konservativen Kräfte seit langem eindringlich warnen, während die Linke den politischen Islam konsequent verharmlost und in Teilen sogar in den eigenen Reihen willkommen heißt“.

Und auch aus der Politik kommen deutliche Reaktionen: „Der Islamismus ist eine sehr konkrete, tödliche Bedrohung für die Sicherheit der Menschen in unserem Land. Das gilt insbesondere auch für sexuelle Minderheiten“, sagt CDU-Bundestagsabgeordneter Christoph de Vries zur Bild. Das Linken-Statement zeige demnach die „gefährliche Allianz von Islamisten und linker Szene“. Neukölln-Bürgermeister Martin Hikel (SPD) wirft der Linken zudem vor, dass sie „keine klare Grenze zu Antisemiten und radikalen Islamisten“ ziehe.

Linke sorgt nach CSD-Anschlag für Kopfschütteln – und rudert zurück

Der CDU-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl am 20. September, Stefan Evers sagte gegenüber der Welt zudem: „Die Realitätsverweigerung im Umgang mit politischem Islam und Islamismus ist Teil des Problems dieser Linken. (...) Einer Partei, bei der wir es ja ganz ausdrücklich auch mit zunehmendem Judenhass zu tun haben.“ Auch „Polizistenhass“ werde in deren Reihen geduldet. „Diese Partei will ich in Berlin nicht an der Regierung sehen. Ich werde alles tun, das zu verhindern“, so Evers.

Nach der verheerenden Kritik hat die Linke am Montag reagiert. Nachträglich fügte man bei Instagram über dem Posting eine „Klarstellung“ ein. Darin heißt es: „Wenn wir vom Erstarken rechter und antifeministischer Kräfte sprechen, dann gehören der IS und andere reaktionäre islamistisch-fundamentalistische Gruppen für uns selbstverständlich dazu, deren frauen-, queer- und transfeindliches und unterdrückerisches Weltbild wir ablehnen und bekämpfen. Diesen Anschlag verurteilen wir aufs Schärfste.“ (Verwendete Quellen: Instagram, Bild, Welt, dpa) (rjs)