Regenfäule: Hautarzt gibt dringende Empfehlung für die Sauna

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Was bisher vor allem aus der Tiermedizin bekannt war, sorgt nun auch in der Humanmedizin für Aufmerksamkeit: die sogenannte Regenfäule. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet in seinem „Epidemiologischen Bulletin“ erstmals über seltene Fälle der bakteriellen Hautinfektion beim Menschen.

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Insgesamt wurden in Deutschland bislang 17 Infektionen nachgewiesen. Die Fälle wurden zwischen Dezember 2025 und Juni 2026 in einem Berliner Labor festgestellt. Betroffen waren Männer aus Berlin und dem benachbarten Brandenburg, die „sexpositive Saunen besucht haben“, wie das RKI erklärt.

Dabei handelt es sich bei der Regenfäule nicht um eine sexuell übertragbare Krankheit, wie Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer erklärt. Er ist Dermatologe und Präsident der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit e. V. (DSTIG). Lesen Sie hier, wo der Krankheitserreger lauern kann, an welchen Symptomen man eine Infektion erkennt und wie man die Regenfäule behandelt.

Was genau ist Regenfäule – und was passiert dabei auf der Haut?

Norbert Brockmeyer: Regenfäule, medizinisch Dermatophilose genannt, ist eine bakterielle Hautinfektion, die durch Dermatophilus congolensis verursacht wird. Der Erreger ist vor allem aus der Tiermedizin bekannt und kommt insbesondere bei Pferden und Schafen vor. Beim Menschen ist die Erkrankung bislang sehr selten.

Typischerweise befällt das Bakterium die oberste Hautschicht. Dabei können sich entzündliche, gerötete und teilweise juckende Hautveränderungen entwickeln. Charakteristisch sind kleine, entzündliche Läsionen, die sich zu krustigen oder schuppigen Veränderungen entwickeln können. Unter der Kruste kann die Haut nässen oder oberflächlich entzündet sein.

Regenfäule: Dermatologe gibt dringenden Ratschlag bei Saunabesuch

Wie wird dieser Erreger übertragen?

Die bisherigen Fälle zeigen, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch bei engem Körperkontakt möglich ist, etwa bei sexuellen Handlungen oder beim Kontaktsport. Aber auch Feuchtigkeit scheint die Übertragung zusätzlich zu begünstigen. Deshalb ist ein Handtuch als Unterlage in der Sauna Pflicht, um Infektionen vorzubeugen.

Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer

Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer ist Dermatologe und Präsident der Deutschen Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit e. V. (DSTIG).© Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer | Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer

Regenfäule: Wie läuft die Übertragung ab?

Es handelt sich bei Regenfäule also nicht um eine klassische sexuell übertragbare Krankheit?

Nein. Der Erreger wird über die Haut übertragen und nicht primär über Körperflüssigkeiten, wie wir es von vielen klassischen sexuell übertragbaren Infektionen kennen. Deshalb bieten Kondome keinen sicheren Schutz vor einer Infektion mit Regenfäule.

Wie hoch ist das Infektionsrisiko für die Allgemeinbevölkerung?

Für die Allgemeinbevölkerung ist das Infektionsrisiko nach derzeitiger Einschätzung sehr gering. Die bisher bekannten Fälle sind ausgesprochen selten, und es gibt keinen Hinweis auf eine breite Ausbreitung in der Bevölkerung. Es besteht also kein Grund zur Sorge oder gar zu einer allgemeinen Verunsicherung.

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Aber wie gefährlich kann diese Infektionskrankheit überhaupt werden?

Für gesunde Menschen ist die Regenfäule in aller Regel keine gefährliche Erkrankung. Sie bleibt normalerweise auf die Haut begrenzt und heilt mit entsprechender Behandlung wieder ab. Trotzdem sollte man die Infektion ernst nehmen und bei entsprechenden Hautveränderungen ärztlich abklären lassen. Besonders bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann das Risiko für einen komplizierteren Verlauf erhöht sein.

Fine red itchy rash on a mans body after viral infection with irritated and inflamed skin visible in video.

Typischerweise befällt das Bakterium die oberste Hautschicht. Dabei können sich entzündliche, gerötete und teilweise juckende Hautveränderungen entwickeln.© iStock | istock

So läuft die Behandlung der Regenfäule ab

Wie wird Regenfäule behandelt – und wie schnell heilt sie normalerweise ab?

In vielen Fällen heilt die Regenfäule von selbst wieder ab. Wichtig ist zunächst, die betroffenen Hautstellen sauber und trocken zu halten. Bei ausgeprägteren Infektionen können Antibiotika eingesetzt werden – welches Präparat infrage kommt, sollte ärztlich entschieden werden. Nach den bisherigen Erfahrungen sprechen die Infizierten in der Regel gut auf die Behandlung an.

Warum wird diese Krankheit überhaupt Regenfäule genannt?

Der Name stammt ursprünglich aus der Tiermedizin. Bei Tieren tritt die Erkrankung häufig unter feuchten Bedingungen auf: Regen und eine dauerhaft nasse Haut begünstigen die Vermehrung des Erregers Dermatophilus congolensis. Mit „Fäule“ hat das allerdings nichts im eigentlichen Sinne zu tun.