Jung hält dem Druck stand und holt Vielseitigkeits-Gold

Mit insgesamt 23 Strafpunkten gewann Jung am Ende ganz knapp vor der Doppel-Weltmeisterin aus Tryon 2018, Rosalind Canter. Sie und ihr 14-jähriger Wallach Lordships Graffalo blieben wie Jung im abschließenden Springen fehlerfrei und sicherten sich mit 23,4 Minuspunkten die Silbermedaille. Bronze ging an die britische Teamkollegin Laura Collett und den Holsteiner London mit ihrem Endergebnis von 28,0 Minuspunkten.

"Chipmunk ist einfach eine Legende, ich habe so einen Respekt vor ihm", sagte Jung nach seinem Sieg im WDR-Interview. "Das ist unwahrscheinlich, wie er Dressur gehen kann, wie er rennen kann, wie er zuhört, wie viele Nerven er hat. Ich bin so dankbar, dass ich so ein Pferd reiten kann."

Deutschland im Team Zweiter hinter Großbritannien

Großbritannien (84,0) brachte den erwarteten Team-Triumph nach Hause, dahinter sicherte sich das deutsche Quartett die Silbermedaille (95,6). Die Briten hatten bereits nach der Dressur geführt und ihre starke Ausgangsposition im Gelände untermauert. Auf Rang drei platzierte sich die USA (113,5).

Auch Julia Krajewski (39,6) und Malin Hansen-Hotopp (33,0) trugen zum deutschen Mannschaftserfolg bei. Vor allem durch die starken Geländerunden hatte sich Team Deutschland einen großen Vorsprung zum drittplatzierten Team verschaffen können.

Große Emotionen bei Krajewski

Krajewski und Nickel brachten in der letzten Teildisziplin, dem Springen, eine Planke zum abwerfen, vier Strafpunkte mussten daher auf ihr Konto hinzugerechnet werden. Am Ende landete das Paar auf Rang 17. Trotz des Fehlers kamen Krajewski im WDR-Interview einige Freudentränen.

Die Olympiasiegerin von Tokio freute sich für ihren Teamkollegen und lobte die gesamte Mannschaft hinter dem Erfolg: "Das war an diesem Wochenende eine richtige Teamleistung. Da hat jeder - vom Schmied, Physio, Tierarzt, bis hin zu jedem Pfleger, irgendwie einmal gezaubert. Das war kein Geschenk."

Mannschaftskollegin Malin Hansen-Hotopp und Quidditch gingen als elftbestes Paar in das Springen hinein. Ein paar wacklige Momente gab es in ihrer Runde, aber keinen Abwurf. Lediglich 1,2 Strafpunkte für die überschrittene Zeit. Damit klettert die 48-Jährige bei ihrer ersten Weltmeisterschaft als Neunte in die Top Ten.

Ich bin froh, dass ich mit den Super-Profis hier standhalten konnte und ihnen ein gutes Ergebnis mit in die Mannschaft bringen konnte. Team-Vizeweltmeisterin Malin Hansen-Hotopp

Die vierte deutsche Reiterin Libussa Lübbeke sammelte einen Abwurf im Parcours mit ihrer selbstgezogenen Stute Caramia. Damit bildete sie mit 61,1 Minuspunkten das deutsche Streichergebnis, ihre Wertung zählt nicht in das Team-Ergebnis rein. Dennoch wurde auch sie, wie auch ihre drei Teamkollegen, mit einer WM-Silbermedaille geehrt.

Einzelreiter Wahler verpasst Medaillenchance

Für den Mannschafts-WM-Sieger aus Pratoni 2022, Christoph Wahler, waren die Medaillenplätze zum Greifen nah. Als Fünfter nach Dressur und Gelände ging der 32-Jährige mit 29,4 Minuspunkten ins Springen. Zwei Stangen fielen, und einige Strafpunkte für die Zeit warfen ihn weit nach hinten. Auf dem 16. Rang beendet er mit seinem Pferd D’Accord die Weltmeisterschaft in Aachen.