Rekord bei Wärmepumpen: Heizungsgesetz der Ampel zeigt Auswirkungen - Golem.de

2025 war die Wärmepumpe erstmals die häufigste neu installierte Heizungsart. Grund war aber keineswegs eine Zunahme bei der Anzahl verbauter Geräte.

Das Heizungsgesetz, verantwortet vom damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck, war auch bei der Mainzer Fastnacht Thema. (Bild: Getty Images/Thomas Lohnes)

Das Heizungsgesetz, verantwortet vom damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck, war auch bei der Mainzer Fastnacht Thema. Bild: Getty Images/Thomas Lohnes

Ein Gutachten des Ariadne-Programms(öffnet im neuen Fenster), geleitet vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, zeigt nach Auswertung der Statistiken aus dem Jahr 2025, dass die Wärmepumpe im vergangenen Jahr mit Abstand die am häufigsten zur Modernisierung verwendete Heizungsart war. Bei 56 Prozent aller Vorhaben in selbst genutztem Wohneigentum fiel die Wahl darauf. 41 Prozent entschieden sich für einen Heizkessel, der Rest für Fernwärme.

Im Jahr 2024 war das Verhältnis zwischen Wärmepumpe und Heizkessel noch umgekehrt. Eine Erklärung liefert das am Gutachten beteiligte Institut der deutschen Wirtschaft (IW)(öffnet im neuen Fenster).

Wärmepumpen verursachen die niedrigsten Heizkosten pro Jahr, zumal die Summe im Vergleich zum Vorjahr um fast zwölf Prozent gesunken ist. Verglichen mit Gas spart man derzeit laut IW 600 Euro, verglichen mit Öl 700 Euro und gegenüber Fernwärme 1.000 Euro.

Verunsicherung im Heizungskeller ein triftiger Grund

Die Zahlen zur Heizungswahl zeigen jedoch auch, dass sich der Einbau von Wärmepumpen in absoluten Zahlen kaum verändert hat. Die Modernisierungsrate war 2025 so gering wie seit Jahren nicht. Im Vergleich zu 2024 halbierte sich die Zahl der verbauten Heizkessel.

Es entschieden sich demnach nicht mehr Menschen für eine Wärmepumpe, sondern viele nahmen zunächst von einer neuen Öl- oder Gasheizung Abstand. Die sogenannte 65-Prozent-Regel, nach der nur noch Heizungen, die wenigstens 65 Prozent erneuerbare Energie nutzen, galt zunächst nur für Neubauten, nicht für Modernisierungen.

Verunsicherung mit Blick auf die zukünftige Entwicklung haben die Diskussionen rund um das Gesetz dennoch ausgelöst. Positiv betrachtet könnte das heißen, dass mehr Menschen mit dem Rechnen angefangen haben.

Perspektive bei Gas eher schlecht

Denn die aktuellen Einsparungen von einigen hundert Euro im Jahr bei Nutzung einer Wärmepumpe dürften sich in Zukunft steigern lassen. Das liegt nicht nur an zuletzt stark schwankenden und tendenziell steigenden Gaspreisen. Allein die steigende CO2-Abgabe wird in den nächsten Jahren zusätzliche Kosten im dreistelligen Bereich verursachen.

Die künftige Pflicht zur Nutzung von Biobrennstoffen wird den Gaspreis weiter erhöhen. Verdoppelt sich dieser bis zum Jahr 2040, wovon verschiedene Prognosen ausgehen, liegt der Kostenvorteil der Wärmepumpe plötzlich bei mehreren tausend Euro im Jahr.

Spätestens dann lohnen sich die hohen Investitionskosten für die Technik. Trotz Förderung ist der Einbau einer Wärmepumpe von weiteren Faktoren abhängig. In der Regel muss zusätzlich gedämmt werden, normale Heizkörper lassen sich kaum verwenden. Flächenheizkörper müssten es schon sein.

So gesehen dürfte es nicht nur Verunsicherung sein, die das alte wie auch das kürzlich aktualisierte Heizungsgesetz hervorgerufen haben. In einigen Fällen wird es der Taschenrechner gewesen sein, der zumindest davon abgehalten hat, noch einmal eine Gasheizung zu wählen. Den Zweck hätte es damit trotz aller Kontroversen und Diskussionen schon ein wenig erfüllt.