Nicht München, nicht Hamburg: Ausgerechnet diese unbekannte Stadt ist Deutschlands Rentner-Paradies

Rentner-Ranking enthüllt: Wo der Ruhestand in Deutschland wirklich am besten gelingt

Stand: 19.08.2026, 20:15 Uhr

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Wo gelingt der Ruhestand in Deutschland wirklich? Ein neues Ranking liefert überraschende Antworten – und kürt einen klaren Gewinner.

Heilbronn – Die Zahl der Rentner in Deutschland hat Ende 2025 einen neuen Höchststand erreicht – Tendenz steigend. Prognosen zufolge wird bis 2035 bereits jeder Vierte in Deutschland älter als 67 Jahre sein, wie der MDR berichtet. Die Gesellschaft altert – und mit ihr wächst die Frage, wo es sich im Ruhestand am besten leben lässt. Derweil müssen sich Rentner im August auf Änderungen einstellen.

Eine neue Analyse zeigt, wo ältere Menschen die besten Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben haben. Die Bundesländer im Norden Deutschlands landeten dabei auf den hinteren Plätzen.

Eine neue Analyse zeigt, wo ältere Menschen die besten Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben haben. (Symbolbild) © IMAGO/Michael Gstettenbauer

In einer aktuellen Analyse hat die Online-Plattform BrokerChooser untersucht, in welchen deutschen Bundesländern Rentner am ehesten ein selbstbestimmtes und gesundes Leben führen können. Bewertet wurden unter anderem die Lebenserwartung, die Immobilienpreise sowie die Verfügbarkeit von Gesundheits- und Freizeiteinrichtungen wie Ärzten, Krankenhausbetten, Grünflächen und Schwimmbädern. Und wie schneidet Baden-Württemberg dabei ab?

Sachsen und Sachsen-Anhalt beim Rentner-Ranking vorn – Baden-Württemberg nur auf Platz elf

Das Ergebnis überrascht auf den ersten Blick: Nicht die wirtschaftsstarken Bundesländer im Süden oder Westen schneiden am besten ab, sondern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Beide teilen sich mit jeweils 7,58 von zehn möglichen Punkten den Spitzenplatz im Ranking.

Dicht dahinter folgt Thüringen mit 7,32 Punkten. Ein wesentlicher Vorteil dieser ostdeutschen Bundesländer dürfte in den vergleichsweise niedrigen Immobilienpreisen liegen: In Sachsen kostet der Quadratmeter im Schnitt 1835 Euro, in Sachsen-Anhalt sogar nur 1464 Euro.

Auf den weiteren Plätzen folgen das Saarland (7,23), Brandenburg (7,05) und Bayern (7,00) – Letzteres mit der zweithöchsten Lebenserwartung ab 60 Jahren im Ländervergleich. Spitzenreiter bei der Lebenserwartung ab 60 Jahren ist Baden-Württemberg: Wer dort das 60. Lebensjahr erreicht, kann statistisch mit weiteren 22,94 Lebensjahren rechnen. Im Gesamtranking findet sich das Bundesland jedoch im hinteren Mittelfeld: Mit einem Ranking von 6,37 belegt Baden-Württemberg nur den elften Platz der Analyse. Grund dafür sind insbesondere die hohen Immobilienpreise.

Lebenserwartung in Baden-Württemberg: In diesen Regionen werden Menschen am ältesten

Dass Menschen im Südwesten besonders alt werden, ist kein neues Phänomen: Schon länger zeigen Auswertungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg, dass das Land bundesweit die höchste Lebenserwartung aufweist. Ein Junge, der heute in Baden-Württemberg geboren wird, kann im Schnitt mit 79,9 Lebensjahren rechnen, ein Mädchen mit 84,2 Jahren. Damit liegt Baden-Württemberg jeweils deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Innerhalb des Landes gibt es allerdings deutliche Unterschiede: Die höchste Lebenserwartung haben Menschen im Landkreis Heidelberg, gefolgt von Tübingen und Breisgau-Hochschwarzwald.

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Hohe Renten, aber teure Immobilien – diese Landkreise überzeugen Senioren

Bei den Altersrenten liegt das Land vorn: Laut dem Rentenatlas 2025 der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhalten Männer aus Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich mit die höchsten Altersrenten. Jedoch liegen vor allem im Rhein-Neckar-Raum und im Großraum Stuttgart die Immobilienpreise spürbar über dem Bundesschnitt.

Dass sich Baden-Württemberg trotzdem als attraktiv für den Ruhestand erweisen kann, zeigt ein bundesweites Landkreis-Ranking zur Lebensqualität von Senioren: Unter den zehn besten Landkreisen Deutschlands schafften es gleich vier aus dem Ländle – Ludwigsburg, der Enzkreis, der Landkreis Böblingen sowie der Rhein-Neckar-Kreis. Die Analyse ist aus dem Jahre 2019 und liegt somit bereits einige Jahre zurück. In diesem Ranking schaffte es die Stadt Jena auf Platz eins.

Zu einem etwas anderen Blickwinkel kommt eine neuere Studie des Online-Arzneimittelhändlers Deutsche Medz aus dem Jahr 2024, die ebenfalls einzelne Städte statt Bundesländer ausgewertet hat und dabei Münster auf Platz eins sieht – dank starkem Gesundheitssystem und hohem Grünflächenanteil. Auf den weiteren Plätzen folgen dort jedoch auch ostdeutsche Städte wie Chemnitz und Dresden.

Bremen landet auf dem letzten Platz im Rentner-Ranking

Am unteren Ende der bundesweiten Bundesland-Tabelle steht Bremen mit lediglich 5,36 von zehn Punkten – das schlechteste Ergebnis aller Bundesländer. Auch Hamburg (5,72), Schleswig-Holstein und Niedersachsen (jeweils 5,77) sowie Berlin (5,94) landen im hinteren Mittelfeld. Ein gemeinsamer Nenner dieser Stadtstaaten und norddeutschen Länder: hohe Immobilienpreise bei gleichzeitig geringerer Punktzahl bei Luftqualität und Grünflächenangebot. Hamburg etwa weist mit 5453 Euro pro Quadratmeter den höchsten Immobilienpreis aller Bundesländer auf, Berlin folgt mit 4870 Euro.

Bei der medizinischen Versorgung sticht Hamburg allerdings heraus: Mit insgesamt 13.931 Ärzten kommt die Hansestadt auf eine Dichte von 748 Medizinern pro 100.000 Einwohner – der Spitzenwert unter allen Bundesländern. Das dürfte vor allem an der hohen Konzentration von Kliniken und Facharztpraxen in der Millionenstadt liegen.

Ein anderes Bild zeigt sich bei der Zahl der Krankenhausbetten: Hier liegt Thüringen mit 699 Betten pro 100.000 Einwohner an der Spitze, was insgesamt 14.687 Betten im gesamten Bundesland entspricht. Damit verfügt der Freistaat über die dichteste stationäre Versorgungsstruktur Deutschlands – ein Faktor, der gerade für ältere Menschen mit erhöhtem medizinischem Betreuungsbedarf von Bedeutung ist.

Doch das Bundesland-Ranking ist mit Vorsicht zu genießen: Sämtliche Faktoren – von der Lebenserwartung über die Ärztedichte bis zur Zahl der Schwimmbäder – werden gleich gewichtet. Für die meisten Rentner dürfte bezahlbarer Wohnraum jedoch spürbar mehr zählen als etwa die Anzahl der Freibäder. Zudem wiegt eine gute medizinische Grundversorgung für viele ältere Menschen schwerer als das Grünflächenangebot. Hinzu kommt, dass die Betrachtung auf Bundeslandebene große lokale Unterschiede einebnet, etwa zwischen prosperierenden Großstädten und strukturschwachen ländlichen Regionen innerhalb desselben Bundeslandes. (Quellen: presseportal.de, MDR, Deutsche Medz, BrookerChooser) (bk)