Reolink Argus MagiCam Test: Überwachungskamera mit MagSafe-Gefühl | iphone-ticker.de

Klein, kabellos, ohne Abo

Mit der Argus MagiCam hat Reolink eine Überwachungskamera im Programm, die auf den ersten Blick fast wie eine kleine Actioncam wirkt. Das Gehäuse misst gerade einmal 6,8 × 6,8 Zentimeter und wiegt ohne Batterien rund 108 Gramm. Damit gehört sie zu den kleinsten Kameras, die wir bislang ausprobiert haben.

Reolink Argus Magicam Produkt

Das Miniaturformat ist allerdings kein Selbstzweck. Vielmehr sorgt es zusammen mit der magnetischen Befestigung dafür, dass sich die MagiCam erstaunlich flexibel einsetzen lässt.

Fast überall in Sekunden montiert

Auf metallischen Flächen hält die Kamera direkt magnetisch. Für andere Untergründe legt Reolink eine magnetische Montageplatte sowie eine verstellbare Halterung bei. Letztere lässt sich horizontal um 360 Grad und vertikal um 180 Grad ausrichten. Alternativ kann die kleine Kamera schlicht auf ein Regal oder einen Schrank gestellt werden.

Genau diese unkomplizierte Montage hat uns im Alltag ausgesprochen gut gefallen. Statt zunächst Löcher zu bohren, Kabel zu verlegen oder eine geeignete Steckdose zu suchen, ist die Kamera innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit. Dadurch bietet sich die MagiCam auch für temporäre Einsätze an – etwa im Gartenhaus, in der Garage, im Wohnmobil oder schlicht an Stellen, die man nur zeitweise im Blick behalten möchte.

Für draußen ist das Gehäuse nach IP67 gegen Staub und Wasser geschützt. Die Magnetbefestigung hat allerdings auch eine Kehrseite: In Griffhöhe sollte man die MagiCam nicht unbedingt montieren. Genauso schnell wie sie angebracht ist, lässt sie sich schließlich auch wieder mitnehmen.

Reolink Argus Magicam 2

Die kleine Kamera kann etwa an oder in der Mährobotergarage ihren Platz finden.

AA-Batterien statt festem Akku

Ungewöhnlich ist auch die Stromversorgung. Reolink verzichtet auf einen fest verbauten Akku und setzt stattdessen auf zwei austauschbare AA-Lithiumbatterien. Ein Satz liegt bei. Der Hersteller gibt damit eine Laufzeit von bis zu neun Monaten an. Diese Langzeitangabe können wir nach unserem eineinhalb monatigen Testzeitraum noch nicht bestätigen, der Ansatz gefällt uns aber.

Ist die Batterie leer, muss die Kamera nicht erst mehrere Stunden ans Ladegerät. Deckel auf, Batterien wechseln und weiter geht es. Allerdings sind die mitgelieferten Lithiumbatterien nicht wiederaufladbar und verursachen beim Austausch entsprechende Folgekosten. Vermutlich wurde hier aus Kostengründen auf einen integrierten Akku verzichtet.

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Reolink setzt hier auf einfache Batterien, die sich problemlos austauschen lassen.

Wer eine Steckdose in der Nähe hat, kann die MagiCam alternativ über USB-C mit 5 Volt versorgen. In diesem Fall ist sogar eine kontinuierliche 24/7-Aufzeichnung möglich.

Full-HD reicht – meistens

Beim Bild zeigt sich dann, wo Reolink für das kompakte Format zusätzlich den Rotstift angesetzt hat. Die Kamera zeichnet mit 1.920 × 1.080 Pixeln auf und liefert im Batteriebetrieb 15 Bilder pro Sekunde. Das ist angesichts zahlreicher 2K- und 4K-Kameras im Reolink-Portfolio nicht sonderlich spektakulär.

Für den vorgesehenen Einsatzzweck reicht die Qualität unserer Meinung nach dennoch aus. Personen, Tiere oder ein abgestelltes Paket lassen sich gut erkennen und tagsüber liefert die Kamera ordentliche Farben. Wer dagegen Gesichter oder Kennzeichen auf größere Entfernung möglichst detailliert erfassen möchte, sollte zu einem höher auflösenden Modell greifen.

Der horizontale Blickwinkel von gut 113 Grad deckt Räume, Eingänge oder kleinere Außenbereiche ordentlich ab. Eine Schwenk- oder Neigefunktion besitzt die Kamera nicht – die Ausrichtung erfolgt ausschließlich von Hand.

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Nachts arbeitet die MagiCam mit einer klassischen Infrarot-LED. Das Schwarz-Weiß-Bild reicht für Räume und den unmittelbaren Nahbereich gut aus, Wunder sollte man angesichts der kleinen Kamera aber nicht erwarten. Farbnachtsicht oder einen zusätzlichen Scheinwerfer gibt es nicht.

Die Reolink-App als Schaltzentrale

Ein wichtiger Grund, warum wir uns die MagiCam überhaupt angesehen haben, ist die Reolink-App für iPhone und iPad. Diese kennen wir bereits von anderen Produkten des Herstellers und hatten unter anderem die Reolink Video-Türklingel ausführlich ausprobiert.

Auch bei der MagiCam funktioniert die Kombination angenehm unkompliziert. Die App bündelt Livebild, Aufzeichnungen, Batteriestand und Kameraeinstellungen. Bewegungserkennung und Benachrichtigungen lassen sich detailliert konfigurieren, zudem unterscheidet die Kamera zwischen Personen, Fahrzeugen und Tieren. Erkennungsbereiche können angepasst werden, damit etwa ein Ort mit viel Bewegung am Bildrand nicht ständig Meldungen produziert.

Reolink Argus Magicam App

Push-Mitteilungen und der anschließende Zugriff auf Livebild beziehungsweise Aufzeichnungen funktionierten in unserem Test zuverlässig. Über Mikrofon und Lautsprecher steht darüber hinaus Zwei-Wege-Audio zur Verfügung.

Aus Apple-Sicht bleibt allerdings ein Kritikpunkt: HomeKit unterstützt Reolink weiterhin nicht, auch Matter ist hier kein Thema. Die MagiCam lebt entsprechend in der Reolink-App. Wer ohnehin Kameras des Herstellers einsetzt, dürfte sich daran wenig stören; für ein konsequent über Apples Home-App gesteuertes Zuhause ist sie dagegen nicht die erste Wahl.

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Die Halterung ist im Lieferumfang enthalten und ermöglicht eine Aufstellung an vielen Orten.

Lokaler Speicher ohne Abo-Zwang

Dafür bleibt Reolink einer Tugend treu, die uns bereits bei der Video-Türklingel gefallen hat: Für den normalen Betrieb ist kein kostenpflichtiges Cloud-Abonnement erforderlich. Aufnahmen können direkt auf einer microSD-Karte mit bis zu 256 GB gespeichert werden.

Alternativ lässt sich die MagiCam mit Reolinks Home Hub, Home Hub Mini oder Home Hub Pro verbinden. Gerade bei einer leicht zugänglichen Magnetkamera ist das durchaus interessant: Befinden sich die Aufzeichnungen ausschließlich auf der eingelegten Speicherkarte, nimmt ein Dieb im ungünstigsten Fall schließlich Kamera und Beweismaterial gleichzeitig mit.

Dass Reolink lokale Verarbeitung und Speicherung weiter ausbaut, konnten wir zuletzt auch bei der lokalen KI-Videosuche des Herstellers sehen. Die MagiCam selbst ist deutlich einfacher gestrickt, kommt dafür aber ebenfalls ohne verpflichtende Zusatzkosten aus.

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Fazit: Gerade die Einfachheit überzeugt

Die Reolink Argus MagiCam gewinnt keinen Wettbewerb um die höchste Auflösung oder die umfangreichste Ausstattung. Mit Full-HD, Schwarz-Weiß-Nachtsicht und einer fest ausgerichteten Optik ist die kleine Kamera technisch eher unspektakulär.

Im Alltag ist genau das aber schnell nebensächlich. Die MagiCam ist klein, komplett kabellos und dank ihrer Magnetbefestigung in Sekunden an einem anderen Ort angebracht. Dazu kommen die gute Reolink-App, zuverlässige Bewegungserkennung und die Möglichkeit, Aufnahmen ohne Cloud-Abo lokal zu speichern.

Insbesondere für Garage, Gartenhaus, Eingangsbereich, Wohnmobil oder eine temporäre Überwachung können wir uns kaum eine unkompliziertere Lösung vorstellen. Das Konzept mit austauschbaren AA-Batterien passt ebenfalls hervorragend dazu. Nur wer maximale Bilddetails, Farbnachtsicht, Schwenkfunktionen oder HomeKit sucht, muss sich anderweitig umsehen.

Preislich liegt die Argus MagiCam derzeit bei rund 50 Euro und ist unter anderem bei Amazon erhältlich. Damit ist das Gesamtpaket für den gebotenen Funktionsumfang attraktiv. Als Nächstes nehmen wir uns mit der Reolink OMVI 3i das genaue Gegenstück zur MagiCam vor: deutlich größer, deutlich aufwendiger und mit gleich drei Kameras ausgestattet.

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