Hochzeit auf Privatinsel: Russischer Oligarch soll für Trumps Sohn Hunderttausende gezahlt haben

Republikanischer Senator bricht mit Trump – und fordert Untersuchung gegen dessen Familie

Stand: 24.09.2026, 13:19 Uhr

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Ein Republikaner fordert eine Untersuchung der Geschäfte und Auslandskontakte von Donald Trump Jr.

Washington – Der republikanische US-Senator John Curtis fordert eine parlamentarische Untersuchung möglicher privater Vorteile für die Familie von Präsident Donald Trump. Im Mittelpunkt stehen die Geschäfte und ausländischen Kontakte von dessen ältestem Sohn Donald Trump Jr. sowie kostspielige Hochzeitsfeiern, die ein russischer Oligarch mitfinanziert haben soll.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Curtis warnt vor ausländischer Einflussnahme und möglichen Gefahren für die nationale Sicherheit. Am Dienstag (22. September) forderte er den Justizausschuss des US-Senats schriftlich zu einer Untersuchung auf, wie Reuters berichtete.

Republikanischer Senator fordert Untersuchung gegen Trumps Familie

Ein Republikaner fordert eine Untersuchung der Geschäfte und Auslandskontakte von Donald Trump Jr. © © IMAGO / ZUMA Press / Archivbild

Mit der Untersuchung wolle der Republikaner aus Utah klären lassen, ob Angehörige von Präsidenten ihre Nähe zum Weißen Haus für finanzielle Vorteile, eine bevorzugte Behandlung oder besonderen Zugang nutzen.

Geschenk eines russischen Oligarchen

Nach Recherchen der gemeinnützigen US-Redaktion ProPublica habe der russische Geschäftsmann Umar Kremlev mehrere Hunderttausend Dollar für die Hochzeitsfeierlichkeiten von Trump Jr. und Bettina Trump auf den Bahamas ausgegeben. Demnach bezahlte er unter anderem die Miete einer Privatinsel und ein Feuerwerk.

Die Redaktion beschreibt Kremlev als Oligarchen mit engen Verbindungen zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Das Paar bestätigte später Kremlevs Rolle. Er habe zwei Abende nach der eigentlichen Trauung ausgerichtet. Die Zeremonie selbst sei im Familienkreis gefeiert worden.

Demokraten im Kongress hatten bereits in der Vorwoche eine eigene Untersuchung der Zahlungen eingeleitet.

Weitere Geschäfte von Trump Jr. im Blick

In seinem Schreiben nennt Curtis weitere Geschäftsfelder von Trump Jr. Dazu gehören die Werbung für Kryptowährungsprojekte der Familie, internationale Immobiliengeschäfte, nach Berichten getätigte Investitionen in Rüstungsunternehmen sowie finanzielle und beratende Verbindungen zu Prognosemärkten.

Auf diesen Plattformen können Nutzer auf den Ausgang politischer und anderer Ereignisse setzen. Ihre Anbieter sind zugleich von Entscheidungen amerikanischer Aufsichtsbehörden abhängig.

Solche Beziehungen könnten bei ausländischen Geschäftspartnern die Erwartung einer bevorzugten Behandlung oder späteren Gegenleistung wecken, warnt der Senator. Dadurch könnten Sicherheitsrisiken für die Vereinigten Staaten entstehen. Ob Kremlev tatsächlich eine Gegenleistung erwartete, ist nicht bekannt.

Die Untersuchung solle zunächst die Fakten klären und mögliche Lücken bei Transparenz- und Antikorruptionsregeln aufzeigen.

Auch Hunter Biden soll aussagen

Curtis fordert außerdem, Donald Trump Jr. und Hunter Biden vorzuladen. Beide sollten zu ihren Geschäften, ausländischen Kontakten und erhaltenen Vorteilen befragt werden. Republikanische Abgeordnete hatten Hunter Bidens Auslandsgeschäfte jahrelang untersucht. Der Sohn des früheren Präsidenten Joe Biden weist ein Fehlverhalten zurück.

Hunter Biden und seine Frau Melissa auf dem Rasen des Weißen Hauses.

Hunter Biden. © IMAGO/Pool/ABACA

Für die Familien republikanischer und demokratischer Präsidenten dürften keine unterschiedlichen Maßstäbe gelten, argumentierte Curtis. Die parlamentarische Kontrolle dürfe nicht davon abhängen, welche Partei gerade das Weiße Haus kontrolliere.

Entscheidung wohl erst nach den Kongresswahlen

Dem Bericht zufolge sagte Präsident Trump vergangene Woche, sein Sohn werde Kremlev das Geld zurückzahlen. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Die Familie weist Interessenkonflikte zurück und verweist auf eine von Donald Trump Jr. und Eric Trump verwaltete Treuhandkonstruktion. Trump Jr. beantwortete eine Anfrage zunächst nicht.

Weiter hieß es, der republikanische Ausschussvorsitzende Chuck Grassley wolle Curtis’ Forderung ernsthaft prüfen. Eine Entscheidung werde allerdings erst nach den Kongresswahlen am 3. November erwartet. Der führende Demokrat im Ausschuss, Dick Durbin, unterstützt die Untersuchung. Curtis selbst muss sich erst 2030 wieder zur Wahl stellen.

Quellen: ProPublica, Reuters, nif/red.