Krankenhäuser im Rhein-Main-Gebiet: Kampf gegen die Hitze

Es ist der Sommer der Hitzewellen, bis zu 39 Grad werden in einigen Regionen Deutschlands am Donnerstag erwartet. Deshalb gehen an vielen Häusern die Rollläden schon frühmorgens runter, damit die Wohnungen ein wenig kühler bleiben. Die Fenster abschirmen und tagsüber viel trinken – solch einfacher Mittel müssen sich auch die Krankenhäuser bedienen, um Patienten und Mitarbeiter durch die heißen Tag zu bringen.

Kliniken im Rhein-Main etwa erwarten, dass sie wegen der hohen Temperaturen mehr Patienten aufnehmen müssen. Wobei die Krankenhäuser selbst eben auch keine Kälteinseln sind.

Alle Kliniken, bei denen die F.A.Z. in Frankfurt und Umgebung nachgefragt hat, teilen mit, dass ihre Operationssäle, die Intensivstationen und die Notaufnahme klimatisiert seien. Ansonsten haben nur wenige Stationen eine Klimaanlage – im Frankfurter Uniklinikum etwa jene für die Stammzellentransplantation. Im Wiesbadener Sankt-Josefs-Hospital werden Medikamentenräume mit mobilen Klimaanlagen gekühlt, wie Pflegedirektor Arne Evers berichtet. In diesen Räumen wolle das Krankenhaus in Zukunft feste Klimaanlagen installieren.

Klimaanlagen sind zu teuer

Ganze Krankenhäuser technisch zu kühlen sei zu teuer. Das ist auch aus anderen Kliniken zu hören. Selbst wenn sie dafür Geld aus dem Transformationsfonds für die Krankenhausreform bekämen, wären  demnach die Ausgaben für den Betrieb der Anlagen untragbar. „Wir haben 500 Betten, da wären die Stromkosten und Wartungskosten zu hoch“, sagt Evers. Außerdem seien die hygienischen Anforderungen in Kliniken höher, als wenn man sich eine Klimaanlage etwa fürs Wohnzimmer kaufe.

Man biete den Patienten deswegen leichte Bettwäsche an, kontrolliere, dass genug getrunken werde, lüfte morgens und verhänge Fenster mit reflektierender Rettungsfolie. Andere Krankenhäuser in der Region helfen sich auch mit einfachen Mitteln: Sie schließen Jalousien und stellen mobile Ventilatoren auf, wo das möglich ist. Die Sprecherin der BG Unfallklinik in Frankfurt berichtet, dass die Klinik für ihre Mitarbeiter „Cooling Towels“ organisiert habe – also feuchte Tücher.

Um die Mitarbeiter zu entlasten, verschieben manche Kliniken körperlich anstrengende Arbeiten in die Morgenstunden und stellen Getränke zur Verfügung. Trotzdem sei es hart, bei solcher Hitze im Krankenhaus zu arbeiten, sagt Evers. Etwa wenn ein demenzkranker Patient das Fenster öffne, obwohl es draußen viel heißer sei. Oder wenn Pfleger Mundschutz und Haube tragen müssten, um sich und Patienten vor Ansteckung zu schützen. Zudem könne die „Geruchsbelastung“ hoch sein, gerade in einem Zwei- oder Dreibettzimmer.

Tagungsräume als Ausweichquartiere

Falls es noch heißer werde, könne man Patienten auch in klimatisierte Tagungsräume verlegen und Infusionen kühlen, sagt der Pflegedirektor. „Ich denke, das werde ich noch erleben, aber ich kann gerne darauf verzichten.“

In neu erbauten Krankenhäusern sieht man sich besser für die Hitze gewappnet. Das Hauptgebäude A des Klinikums Frankfurt-Höchst wurde 2023 im Passivhausstandard errichtet. Die Klimatisierung wird dabei nach Angaben eines Sprechers mithilfe von Verdunstungskühlung erreicht, wodurch es drinnen mindestens sieben Grad kühler sei als draußen. Bei Temperaturen über 30 Grad rechnet das Klinikum Höchst mit mehr Patienten in den Notaufnahmen. Betroffen seien vor allem Ältere, Pflegebedürftige und chronisch Kranke, aber auch Bauarbeiter ohne Kopfschutz oder Menschen, die in der Hitze Sport trieben.

Die Feuerwehr Frankfurt erwartet ebenfalls eine größere Belastung für Rettungsdienst und Krankenhäuser. Ein Sprecher teilte mit, wegen der Hitze würden mehr Krankenwagen bereitgehalten. Immerhin: Die sind klimatisiert.