Rheinausbau als Lösung gegen Niedrigwasser? Was das heißt und warum es so schwierig ist
Warum es beim Rhein-Ausbau hakt
NRW-Verkehrsminister Krischer wirft der neuen Bundesregierung vor, die Finanzierung für den Rheinausbau im vergangenen Jahr gestoppt zu haben. Er fordert vom Bund Geld beispielsweise für den weiteren Ausbau der Fahrrinne zwischen Duisburg und Köln. Dort müssen an einzelnen Stellen große Steine aus dem Rhein entfernt werden, die in die Fahrrinne ragen. Danach könnten Schiffe auch bei niedrigem Wasserstand mit größerer Ladung fahren, ohne auf Grund zu laufen.
"Das kostet schon einige Millionen. Aber im Vergleich zu dem, was der wirtschaftliche Schaden einer nicht funktionierenden Binnenschifffahrt ist, sind diese Investitionen gut angelegtes Geld." NRW-Umweltminister Oliver Krischer
Auch aus der Wirtschaft kommen Forderungen nach einer Vertiefung des Rheins. Ocke Hamann von der IHK Duisburg kritisiert, dass die Wasserstraßen vom Bund vergessen werden: "Für kommendes Jahr sind 1,7 Milliarden Euro eingeplant, der Bedarf liegt bei 2,5 Milliarden Euro."
"Seit Jahren ist die Wasserstraße finanziell unterversorgt und hat keine verlässliche Finanzierung." Ocke Hamann von der IHK
Was der Rheinausbau für das Ökosystem bedeuten kann
Eine Vertiefung - auch um wenige Zentimeter - könnte an manchen Stellen zwar deutlich größere Mengen Transportgut ermöglichen, hätte aber auch Folgen für die Umwelt, warnen Naturschützer.
"Das ist vor allen Dingen ein ökologisches Problem für die flussnahen Ufer-Auen, die dadurch stärker austrocknen werden", gibt Paul Kröfges vom BUND zu Bedenken.
"Die Fischwelt hält sich auch in der Fahrrinne auf." Paul Kröfges vom BUND
Wenn weiter ausgebaggert, vertieft und ausgebaut werde, so Kröfges, entstehe ein ökologisches Problem für die Fischwelt. Plätze und Wandermöglichkeiten gingen verloren.
Welche Alternativen es zum Ausbaggern gibt
Statt die Fahrrinne tiefer zu baggern, fordert Paul Kröfges vom BUND stattdessen den verstärkten Einsatz von Schiffen, die speziell für Niedrigwasser umgebaut sind.
Eine flächendeckende Vertiefung des Flussbettes lehnt auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) auf WDR-Nachfrage ab. Land und Bund unterstützen Forschungsbestrebungen und Umbau der Schiffe. Der Rhein müsse zu "einem Symbol dafür werden, wie wir unseren Industriestandort an den Klimawandel anpassen", so die Ministerin. Gegenüber punktuellen Projekten zur Beseitigung von Flach- und Engstellen sei man aber offen.