Rhysida: Ransomware-Gruppe will 2 Millionen in Bitcoin von Berliner Landes-IT - Golem.de

Die Ransomware-Gruppe Rhysida steht offenbar hinter dem Angriff auf die Berliner Landes-IT. Sie haben mehr Daten als bisher eingeräumt.

Sicherheitsunternehmen Baracuda Network zeigt Rhysida im Tor-Netzwerk (Bild: Baracuda Network: Rhysida)

Sicherheitsunternehmen Baracuda Network zeigt Rhysida im Tor-Netzwerk Bild: Baracuda Network: Rhysida

Hinter dem massiven Cyberangriff auf die Berliner Landes-IT steht wohl die bekannte Ransomware-Gruppierung Rhysida. Das geht aus einem aktuellen Eintrag auf der Leak-Seite der Gruppierung im Darknet hervor. In dieser Erpresserbotschaft behaupten die Kriminellen, insgesamt knapp 6 Terabyte Daten erbeutet zu haben und fordern vom Land Berlin die Zahlung von 30 Bitcoin, sonst würden sie die Daten veröffentlichen. Das berichtet der Spiegel.

Dazu läuft eine Countdown-Anzeige, wonach Berlin am 28. August 2026 noch eine Woche lang Zeit hat, die geforderte Summe zu zahlen. Die Ransomware-Gruppe Rhysida ist eine seit Mai 2023 aktive Cybercrime-Gruppierung, die mit Ransomware-as-a-Service (RaaS) agiert.

Laut Spiegel bestätigten beteiligte Sicherheitskreise, dass es sich bei den Erpressern um Rhysida handelt. Der Ankündigung der Hacker zufolge wären weitaus mehr Daten abgeflossen, als Berlin in den Tagen nach Bekanntwerden des Cybervorfalls eingeräumt hatte.

Daten von Ordnungswidrigkeitsverfahren und Informationen der kritischen Infrastruktur

Rhysida verfügt nicht nur über die Daten von knapp 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren und mehr als 46.500 Verträgen, sondern auch über Informationen über Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, sensible Justizunterlagen, Notfallpläne, Passwörter und knapp 6.000 Dateien mit Login-Daten.

Als Beleg haben die Hacker Ausschnitte aus einzelnen Dokumenten mit Überschriften wie "vertrauliche Personalsachen" sowie die Briefköpfe des Bundesrats und der Senatsverwaltung für Mobilität gepostet. Die Angaben der Hacker und die Authentizität der gezeigten Dokumente ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.

Die bisherigen Taten der Ransomware-Gang sprechen aber dafür, dass man sie ernst nehmen muss: Rhysida stahl über 1,3 TByte des Sony-Entwicklerstudios, darunter unveröffentlichte Spieldaten, Personalunterlagen und Verträge zu Marvel Wolverine.

Die Gruppierung ist bereits seit mehreren Jahren aktiv. Bekannt wurde sie durch eine Attacke auf die British Library im Herbst 2023, bei der die Systeme der Bibliothek verschlüsselt wurden. Der Angriff legte die digitale Infrastruktur und den Onlinekatalog der britischen Nationalbibliothek über Monate hinweg lahm.

Die Gruppe verfolgt keine Robin-Hood-Strategie: Zu den weiteren Opfern von Rhysida zählten unter anderem die deutsche Welthungerhilfe und die Stadtverwaltung Stuttgart. Ein Angriff auf Prospect Medical Holdings in den USA im Jahr 2023 führte zum Ausfall von Notfallaufnahmen und IT-Systemen in zahlreichen Krankenhäusern mehrerer US-Bundesstaaten.