Riesengroße Enttäuschung: Ronny Zimmermann verliert Präsidentenwahl im Süddeutschen Fußballverband gegen Reinhold Brandt
Stand: 18.10.2026, 13:56 Uhr

Der bisherige Verbandschef unterliegt in Augsburg dem Südbadener Reinhold Brandt klar. Zimmermann spricht danach von einer Zeit, in der „Fakten und Geleistetes nicht mehr von allzu großer Bedeutung sind".
Den deutlichen Ausgang der Abstimmung kann man getrost als kleine Sensation beschreiben, mindestens aber als große Überraschung: Der vorherige Amtschef Ronny Zimmermann unterlag am Samstag in Augsburg bei der Wahl zum Präsidenten des Süddeutschen Fußballverbandes in einer Kampfabstimmung dem Südbadener Reinhold Brandt mit 57:87 Stimmen. Entsprechend groß war die Enttäuschung, die Zimmermann tags darauf unserer Mediengruppe offenbarte: „Es scheint eben bezeichnend für unsere Zeit zu sein, dass Fakten und Geleistetes nicht mehr von allzu großer Bedeutung sind.“
Zimmermann fügte nach einer Nacht des Überschlafens an: „Auch dieses Erlebnis wird mich nicht davon abhalten, meine Erfahrung und mein Wissen für den Fußball und unsere Vereine einzubringen.“ Der 65-Jährige bleibt demnach weitere drei Jahre, wenn auch geschwächt, Vorsitzender der Präsidentenkonferenz der 21 Landes- und fünf Regionalverbände sowie 1. Vizepräsident für Amateurfußball im DFB.
Bayern unterstützt den neuen Boss Brandt
Sein Nachfolger im großen Süddeutschen Verband, dem auch der Hessische Fußballverband angehört, ist ebenfalls Jurist. Brandt, 63 Jahre alter Richter am Amtsgericht Singen, sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Klar ist von Ronnys Seite eine gewisse Verstimmung zu spüren. Aber ich kann garantieren, dass es auf Arbeitsebene völlig unproblematisch funktionieren wird.“

Der neue Boss fügte hinzu: „Wir wollen als Süddeutscher Verband mit immerhin fast 45 Prozent der DFB-Mitglieder bundesweit wieder mehr wahrgenommen werden. Das war in den vergangenen vier Jahren nicht ausreichend der Fall.“ Der überregional im Gegensatz zu Zimmermann bisher weitgehend unbekannte Funktionär wurde vom starken Bayerischen Fußballverband unterstützt. Dessen Präsident Christoph Kern und den Badener Zimmermann verbindet eine herzliche gegenseitige Abneigung. Kerns Glückwunsch an Brandt fiel wenig überraschend besonders herzlich aus.
Sinnings Erkenntnisse für Hessen
Für Hessen sagte Verbandschefin Silke Sinning der Frankfurter Rundschau: „Ich will, dass der Süden gestärkt wird und wir uns schnell zusammenfinden.“ Sie möchte integrierend wirken. Für wen sie abgestimmt hatte, wollte sie auf Nachfrage nicht preisgeben. Ihren Leuten aus dem Hessischen Fußballverband hatte sie keine Vorgaben gemacht. Vermutlich gingen deshalb auch einige der 21 Stimmen aus Hessen, auf die Zimmermann gehofft hatte, an Brandt.
Die DFB-Vizepräsidentin Sinning selbst wurde einstimmig auch ins süddeutsche Präsidium gewählt, dem sie bisher lediglich als Nachrückerin angehört hatte. Sie habe, so Sinning, erstens positive Rückmeldungen aus beiden Lagern erfahren und sich zweitens mit der vormaligen bayerischen Konkurrentin Silke Raml gut verstanden. Die hatte Sinning vor einem Jahr bei der Wahl zur DFB-Vize beim DFB-Bundestag sensationell mit 124 zu 113 Stimmen besiegt. Ähnlich gütlich erhofft sich Sinning auch die künftige Zusammenarbeit zwischen Zimmermann und Brandt.
Eintracht Frankfurt bleibt zurückhaltend
Während sich die hessischen Klubs Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 öffentlich weitgehend neutral verhielten, galt Ronny Zimmermann als Favorit des VfB Stuttgart, Brandt erfuhr vom SC Freiburg Unterstützung.
Das große Diskussionsthema, mit dem Zimmermann und Brandt zeitnah besonders beschäftigt bleiben werden, heißt Regionalligareform. Aus fünf vierten Ligen sollen vier werden, damit jeder Meister aufsteigen kann. Zur Abstimmung dazu wird es nach einem Machtwort von DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der völlig zurecht eine Lösung erwartet, am 18. Dezember bei einem außerordentlichen DFB-Bundestag in der Frankfurter Messe kommen.