Riesenrakete Starship: Startversuch nach Triebwerksproblemen abgebrochen

SpaceX hat den geplanten nächsten Startversuch der Riesenrakete in der Nacht kurz vor Beginn abgebrochen, weil einige der Triebwerke nicht gezündet wurden. Deshalb sei automatisch ein Abbruch vollzogen worden, hat SpaceX-Chef Elon Musk kurz darauf mitgeteilt. Dabei hat er auch direkt erklärt, dass der Treibstoff wieder abgepumpt werden soll, ein weiterer Versuch könnte damit frühestens in ein paar Tagen unternommen werden. Wenig später hat er ergänzt, dass zwei der Raptor-Triebwerke als Vorsichtsmaßnahme ausgetauscht werden sollen. Damit sei es am wahrscheinlichsten, dass der nächste Versuch „früh in der kommenden Woche“ stattfinden könne.

Neue Starlink-Satelliten an Bord

Das Raumfahrtunternehmen hatte den insgesamt 13. Start seiner Riesenrakete für die Nacht von Donnerstag zu Freitag angesetzt, nachdem die US-Flugaufsicht die Untersuchung der Probleme beim vorherigen Versuch abgesegnet hatte. Der Booster soll jetzt wieder im Golf von Mexiko aufsetzen, das Raumschiff selbst kontrolliert in den Indischen Ozean stürzen. Dazwischen soll das Starship aber erstmals 20 Starlink-Satelliten der dritten Generation im All aussetzen. Weil die sich danach aber auf derselben Bahn wie das Starship befinden werden, sollen sie dann nach etwa 20 Minuten verglühen. Sechs von ihnen sind zudem mit Kameras ausgerüstet und sollen das Starship filmen – vor allem, um den Hitzeschild zu analysieren.

Der jetzt geplante Startversuch ist der erste seit dem Börsengang von SpaceX. Nachdem der Aktienkurs danach in die Höhe geschossen war, ist er danach kontinuierlich gesunken. Am Donnerstag hat er erstmals am Ende eines Handelstags unter dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar gelegen. Nachbörslich ist der Kurs dann noch weiter abgesackt, da steht er derweil nur noch bei etwas mehr als 126 US-Dollar. Damit sinkt auch die Marktkapitalisierung von SpaceX insgesamt, war das Unternehmen hier vorübergehend auf dem fünften Platz gelandet, liegt es weltweit inzwischen auf Rang 8 und nur knapp vor dem saudischen Ölproduzenten Saudi Aramco.

Das Starship besteht aus dem rund 72 Meter langen Booster „Super Heavy“ und einer rund 52 Meter langen oberen Stufe. Die Rakete ist so konstruiert, dass Raumschiff und Rakete nach der Rückkehr auf die Erde wiederverwendet werden können. Sie soll für die NASA Astronauten und Astronautinnen auf den Mond bringen. SpaceX verspricht aber auch schon Flüge zum Mars. Im April 2023 hat zum ersten Mal ein komplettes Starship abgehoben, blieb aber nur Minuten intakt. Ein halbes Jahr später gelang der zweite Startversuch, bevor die Rakete erneut explodierte. 2024 folgten vier weitere, drei davon erfolgreich. Bei drei Starts im vergangenen Jahr ist das Starship explodiert, danach folgten zwei erfolgreiche Tests. In diesem Jahr gab es bisher nur einen.

(mho)