Riesiger Ölteppich verseucht die Küste an der Straße von Hormus
Stand: 15.08.2026, 20:21 Uhr
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Satellitenbilder von Greenpeace zeigen das wahre Ausmaß der Ölkatastrophe vor Iran. Die Ursache bleibt zunächst unklar, der Krieg macht die Lage nicht besser.
Teheran – Mitten in der militärisch angespannten Straße von Hormus kämpft der Iran nun auch gegen eine massive Ölkatastrophe: Nahe der Insel Gheschm breitet sich ein massiver Ölteppich aus. Die Ursache steht bisher nicht fest. Noch am Freitag hatte die staatliche Nachrichtenagentur Irna gemeldet, dass 3,2 Hektar Küste und 9 Hektar Küstengewässer verseucht seien – obwohl offizielle Stellen zuvor Entwarnung gegeben hatten. Die iranische Zeitung „Etemad“ berichtete, erste Maßnahmen zur Eindämmung des Ölteppichs seien inzwischen eingeleitet worden.

Wie groß das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe ist, zeigen Satellitenbilder, die Greenpeace am Donnerstag auswertete: Demnach treiben in der Straße von Hormus ein rund 500 Quadratkilometer großer Ölteppich sowie zwei kleinere von etwa 100 und 20 Quadratkilometern. Seit Montag werde Öl an weiten Abschnitten der Südküste Gheschms angespült, so die Umweltorganisation – ausgerechnet dort, wo Meeresschildkröten nisten und bedeutende Fischgründe liegen. Auch Mangrovenwälder sind betroffen. Während iranische Behörden die Küste säuberten, wuchsen die Verschmutzungen auf See offenbar weiter.
Tanker aus Russland-Schattenflotte auf Grund gelaufen - Schiff droht auseinanderzubrechen
Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch einen Vorfall an der Küste Omans: Dort ist der Tanker „Caroline Bezengi“ auf Grund gelaufen, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird und unter EU-Sanktionen steht. Experten zufolge droht das Schiff auseinanderzubrechen. An Bord sollen rund eine Million Barrel russisches Rohöl sein, wie das Portal euronews berichtet. Bereits seit dem 8. Juni soll das Schiff dort liegen, nachdem es vor der jemenitischen Küste von einer Explosion getroffen wurde. Ob ein Zusammenhang zwischen dem havarierten Tanker und der Ölverschmutzung an der iranischen Küste besteht, war zunächst unklar.
Verschmutzung in der Straße von Hormus: Wer ist verantwortlich?
Esmaeil Baqaei, Sprecher des iranischen Außenministeriums, berichtet auf X von mindestens drei kontaminierten Bereichen entlang der Meeresoberfläche. Er spricht von einem systemischen Problem: „Dieser Vorfall ist nur ein sichtbares Beispiel für die weitreichende Verschmutzung – sowohl offen zutage tretende als auch versteckte – die in den letzten Jahrzehnten zu einer Verschlechterung der Wasserqualität im Persischen Golf und im Omanischen Meer sowie des marinen Ökosystems der Region geführt und den Küstengebieten des Iran Schäden in Höhe von Billionen Dollar zugefügt hat.“
Er stellt auch die Frage, wer für die Beseitigung verantwortlich ist: „Jede Partei, die vom kommerziellen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus profitiert, ist sowohl rechtlich als auch moralisch verpflichtet, die Umweltschäden zu beheben, die dem Persischen Golf und dem Omanischen Meer zugefügt wurden.“
Die Ölkatastrophe trifft eine Region, die seit Ausbruch des Iran-Kriegs ohnehin unter extremem Druck steht. Iranische Streitkräfte hatten wiederholt Frachter in der für den Welthandel zentralen Meerenge attackiert, um die Schifffahrt faktisch lahmzulegen. Die USA reagierten mit einer Seeblockade für iranische Schiffe und beschossen diese mehrfach, um sie manövrierunfähig zu machen. (spr) (Verwendete Quellen: euronews.de, dpa, eigene Recherche, X.com)