Rollstuhlschaukel in Palliativzentrum: 15 000 Euro für eine Teilhabe „bis zum letzten Atemzug“

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Rollstuhlschaukel in Palliativzentrum 15 000 Euro für eine Teilhabe „bis zum letzten Atemzug“

Homburg · Die Kreissparkasse Saarpfalz und die Stadtwerke Homburg verdoppeln im Oktober jede Einzelspende für eine Rollstuhlschaukel im geplanten Palliativzentrum Schmetterling. Bis zu 15.000 Euro stellen die beiden Unternehmen dafür bereit.

01.09.2026 , 19:30 Uhr

Armin Reinke, Rüdiger Schneidewind, Sven Gottschling und Frank Barbian (von links) präsentieren das Logo der Aktion „Wir Wunder“.

Foto: Stefan Holzhauser

Es war ein besonderer Termin in den Geschäftsräumen der Kreissparkasse (KSK) Saarpfalz. Der Hintergrund: Für das neue Homburger Palliativzentrum Schmetterling werden Spenden für die Anschaffung einer Rollstuhlschaukel gesammelt. Die KSK Saarpfalz und die Stadtwerke Homburg kündigten nun an, künftige Spenden im Rahmen der Aktion „Wir Wunder“ zu verdoppeln.

Auch ganz grundsätzlich soll das Palliativzentrum mit seinem geplanten Kinder- und Erwachsenenhospiz auf dem Gelände des Universitätsklinikums eine doppelte Wirkung entfalten. Unter einem gemeinsamen Dach werden die beiden Hospize zum einen unheilbar erkrankten Kindern und Erwachsenen Pflege, medizinische Betreuung sowie eine würdevolle Lebensbegleitung bis hin zum Tod bieten. Zum anderen werden auch die Familien, insbesondere Geschwisterkinder, begleitet und psychologisch bei der Trauerarbeit unterstützt.

Den Tod und das Sterben aus der Tabuzone holen

Das Konzept wurde für beide Einrichtungen vom Palliativ- und Schmerzmediziner Prof. Dr. Sven Gottschling erstellt und wird von diesem auch bei der Umsetzung begleitet. Gottschling betonte beim Pressegespräch bei der KSK Saarpfalz, dass Tod und Sterben aus der Tabuzone heraus in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden müssten. „Auch Sterbende sind Lebende – und auch sie haben es verdient, bis zum letzten Atemzug an unser aller Leben teilzuhaben“, sagte Gottschling. Doch viele Kinder könnten beispielsweise schon an einfachen Spielplatzerlebnissen nicht teilhaben, da sie auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Mit der neuen Rollstuhlschaukel solle erkrankten Kindern nun etwas geboten werden, was für viele selbstverständlich ist: Das Gefühl von Bewegung, unbeschwerter Freude und von Freiheit. Für die Anschaffung und die Installation der Schaukel werden insgesamt 35.000 Euro benötigt. Jede noch so kleine Spende helfe, dieses Ziel zu erreichen.

Verdopplungsaktion ab dem 10. Oktober

Mit am Tisch saß bei dem Pressegespräch auch der KSK-Vorstandsvorsitzende Armin Reinke. Er engagiert sich bereits seit Jahren im Förderverein für altersübergreifende Palliativmedizin – und der Verein spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Palliativzentrums. „Der Bau des Zentrums ist eine Herzensangelegenheit des Fördervereins. Es ist ein schönes Gefühl, einen kleinen Beitrag zu einem solchen Projekt leisten zu können“, sagte Reinke. Die KSK Saarpfalz sowie die Stadtwerke Homburg spenden bis zu 15.000 Euro im Rahmen der Verdoppelungsaktion. Konkret läuft das so ab: Spendet jemand etwa 50 Euro, werden daraus 100 gemacht. Die Spenden werden so lange verdoppelt, bis die 15.000 Euro der beiden Unternehmen aufgebraucht sind. Die Verdoppelungsaktion startet am 10. Oktober um 9 Uhr und endet am 18. Oktober um 23.59 Uhr. „Gutes zu tun, heißt, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas zu bewegen. Mit unserer Verdoppelungsaktion möchten wir als Stadtwerke Homburg gemeinsam mit der KSK Saarpfalz dazu beitragen, dass aus vielen kleinen Spenden eine große Hilfe wird“, betonte Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Barbian.

Besonders schön sei es, ein Projekt zu unterstützen, das Menschen in einer schwierigen Lebensphase zugutekommt. Man wolle gemeinsam ein Zeichen für Solidarität, Menschlichkeit und gelebtes Miteinander setzen, sagte Barbian. Die Stadtwerke unterstützen neben sozialen Projekten auch lokale Vereine und Schulen.

Das größte stationäre Hospiz seiner Art in Deutschland

Gottschling betonte, dass sich das aktuell von Homburg aus nächstgelegene Kinderhospiz in Wiesbaden befinde. Das sei eine lange Strecke mit einem schwersterkrankten Kind. „Wir planen hier ein echtes Leuchtturmprojekt. Wir haben in einem Baukörper ein Kinder- und Jugendhospiz sowie ein Erwachsenenhospiz. Die Grenze für ein Jugendhospiz liegt normalerweise bei 27 Jahren. Bei uns wird also eine direkte Weiterversorgung möglich sein“, erklärte der Professor. Mit den insgesamt zur Verfügung stehenden 24 Plätzen sei man dabei das größte stationäre Hospiz seiner Art in Deutschland.

Und zu der besonderen Aufenthaltsqualität gehöre eben auch eine Rollstuhlschaukel. Die Kosten dafür seien nicht gering, aber mithilfe der Spenden könnten sie gestemmt werden. Und was passiert, wenn das Spendenziel überschritten wird: Für diesen Fall habe man „noch genügend Ideen“, an welchen Stellen im Haus das Geld gewinnbringend eingesetzt werden könne, so der Professor.

Rüdiger Schneidewind, der als Geschäftsführer der Siebenpfeiffer Palliativ- und Hospizgesellschaft gGmbH, ebenfalls beim Pressegespräch dabei war, erklärte: „Der Zeitpunkt des Spendenaufrufs ist nicht zufällig gewählt. Am 11. Oktober ist Welthospiztag. Und wie gesagt: Jede noch so kleine Spende ist sehr wichtig.“

Spenden für das Projekt können bereits jetzt getätigt werden. Die „Verdoppelungsaktion“ tritt aber erst am 10. Oktober in Kraft.