„Möchte keine Mannschaft haben, die so spielt“: DFB-Boss Völler ledert gegen WM-Vize
Rudi Völler ledert heftig gegen Vize-Weltmeister Argentinien
Stand: 28.07.2026, 07:34 Uhr
Spaniens Offensiv-Künstler bezwangen im WM-Endspiel Argentiniens Defensiv-Künste. Sehr zur Freude vieler Fußball-Fans – und auch von DFB-Sportdirektor Völler.
Mainz – Diese Aussagen haben es in sich. Rudi Völler hat beim Internationalen Trainerkongress der BDFL (Bund Deutscher Fußball-Lehrer) in Mainz scharfe Kritik am Spielstil der argentinischen Nationalmannschaft geübt. Gefragt, was sich bei der deutschen Nationalmannschaft verbessern müsse, nannte der DFB-Sportdirektor vor allem die Defensivarbeit – und wandte sich dabei gegen ein in der Diskussion oft genanntes „Vorbild“.

Der Weltmeister von 1990 kritisierte, dass die Argentinier bei der WM von vielen als Beispiel für gutes Verteidigen angeführt worden waren. Für Völler war das nicht nachvollziehbar: „Ich habe gesagt, dass wir als Deutschland besser verteidigen müssen. Da haben viele ja auch die Argentinier als Beispiel genommen. Das fand ich ein schlechtes Beispiel. Auf einmal waren die Argentinier das Maß aller Dinge. Die Diskussion fand ich ein bisschen scheinheilig.“
DFB-Sportdirektor Völler: „Möchte keine Mannschaft haben, die spielt wie Argentinien“
Dann wurde er noch deutlicher und erntete dafür großen Applaus im Saal, der mit bekannten Trainern und Fußball-Persönlichkeiten aus ganz Deutschland gefüllt war: „Ich möchte keine Mannschaft haben, die spielt wie Argentinien. Das hat mit Fußball nichts zu tun.“ Der DFB-Sportdirektor erkannte zwar das Abschneiden der Südamerikaner an, konnte die Lobeshymnen aber nicht teilen.
„Ja, sie sind Weltmeister und diesmal Vize-Weltmeister geworden. Aber dieses Lob habe ich bei vielen tatsächlich nicht verstanden“, sagte Völler über die aggressive und teils unsportliche Spielweise der Argentinier. Stattdessen nannte er andere Mannschaften als mögliche Orientierung für das DFB-Team, das zuletzt im Sechzehntelfinale ausgeschieden war.
Für Völler gab es bei der WM bessere Beispiele dafür, wie man erfolgreich verteidigt, ohne den eigenen Fußball aufzugeben. „Spanien hat das Lob verdient und auch die Engländer haben sehr gut verteidigt“, lobte er. Beide Mannschaften seien das Maß aller Dinge gewesen – und nicht der Vize-Weltmeister, dessen Auftreten Rudi Völler als dem Sport nicht angemessen empfand. (rele)