Ruhrfibre und Metrofibre: Telekom kauft FTTH-Netz und kündigt mehr Übernahmen an - Golem.de
Die Deutsche Telekom übernimmt das Glasfasernetz von Ruhrfibre und Metrofibre. Weitere Zukäufe stehen auf dem Zettel.
Die Deutsche Telekom wird Unternehmenswerte der Glasfasernetzbetreiber Ruhrfibre Essen und Metrofibre kaufen. Das hat die Telekom am 2. Oktober 2026 bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster). Thilo Höllen, Kooperationschef der Telekom, sagte: "Gleichzeitig prüfen wir gezielt Möglichkeiten, bestehende Glasfaser-Infrastruktur zu attraktiven Konditionen zu übernehmen, wenn sie strategisch und technisch zu unserem Netz passen."Das sei hier der Fall, Schwerpunkt bleibe aber der eigene Ausbau, betonte Höllen.
In der Branche wird seit geraumer Zeit erwartet, dass die Telekom damit beginnt, angeschlagene Glasfaserbetreiber zu übernehmen. Im Dezember 2025 hatte die Telekom bereits das Netz des Dortmunder Anbieters Dokom 21 in Essen gekauft. Mit dem rund 75 Kilometer langen Netz in den Stadtteilen Frohnhausen und Huttrop sichert sich der Konzern Zugriff auf rund 25.000 Haushalte.
Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Die Telekom erwirbt nur die Glasfaser-Netzinfrastruktur, keine Beschäftigten oder das Unternehmen selbst. Das Netz umfasst in Essen rund 87.000 Haushalte. Teile der Infrastruktur sind bereits fertiggestellt, andere befinden sich in unterschiedlichen Ausbauphasen. Nach Abschluss der Transaktion wird die Telekom die Netze technisch auf die eigene Netzarchitektur umstellen und den weiteren Ausbau betreiben.
Metrofibre und die Ruhrfibre-Schwesterunternehmen sind insolvent
Metrofibre und die Ruhrfibre-Schwesterunternehmen hatten Ende Mai 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Grund war der "überraschende Rückzug der bisherigen Finanzierungspartner". Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt David Georg von der Kanzlei Kebekus Partner bestellt.
Ruhrfibre wurde im Jahr 2020/21 von Managern aus der Telco-Branche entwickelt und wollte in Essen vorhandene Leerrohre oder U-Bahn-Tunnel für den Ausbau nutzen. Hinter Ruhrfibre stehen neben der Essener Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft (EVV) die Gründer um Arndt F. Rautenberg: ein in Essen aufgewachsener Diplom-Kaufmann und ehemaliger Chief Strategy Officer der Telekom, sowie der Finanzinvestor CVC DIF. Der übernahm im November 2022 die Mehrheit der Anteile der Gesellschaft.
Ruhrfibre und Vodafone waren Partner
Ruhrfibre und Vodafone gaben im Dezember 2022 in Essen eine Partnerschaft für rund 150.000 neue FTTH-Anschlüsse bekannt. Im März 2022 hatte Ruhrfibre einen Investorenprozess gestartet, aus dem DIF Capital Partners Deutschland im September 2022 mit dem Abschluss einer Exklusivität als Sieger hervorging.
Ruhrfibre übernahm die Planung und den Ausbau der passiven Glasfasertechnologie bis in die Wohnungen. Vodafone erstellte den Anschluss an seine aktive Netzinfrastruktur, steuerte den Netzbetrieb und vermarktete die Anschlüsse. Auch die Deutsche Telekom kündigte dort einen eigenen Ausbau an. In Herne und Bottrop sowie anderen Städten wollte Metrofibre den Ausbau in diesem Jahr beginnen.
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