NATO-General nach Eskalations-Warnungen: „Allianz ist bereit“ – Russische Provokation unter falscher Flagge im Blick
Stand: 22.09.2026, 22:04 Uhr
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Europas Geheimdienste warnen vor einer Eskalation mit Russland binnen Monaten. Nun erklärt ein NATO-General, warum das Bündnis bereit ist.
Kopenhagen – Mehrere Geheimdienste in Europa gehen inzwischen davon aus, dass eine Eskalation mit Russland nur noch eine Frage von „Monaten“ ist – und warnen vor einem deutlich kürzeren Zeitfenster als bislang angenommen. Mit Blick auf die wachsende Gefahr aus Moskau hat sich ein NATO-General am Wochenende mit ungewöhnlich deutlichen Worten dazu geäußert, ob das Bündnis auf einen möglichen Angriff vorbereitet ist.

„Das Bündnis ist bereit, die Strukturen sind bereit, die Soldaten […] die Waffen sind bereit“, sagte Admiral Giuseppe Cavo Dragone am Samstag vor Journalisten in Kopenhagen. Wie Politico zuerst berichtete, äußerte er sich am Rande eines Treffens der ranghöchsten NATO-Generäle. Dragone fügte hinzu, dass die Kräfte sowohl „zahlenmäßig […] als auch hinsichtlich ihrer Fähigkeiten“ weiter ausgebaut würden.
„4000 Seiten“ militärische Pläne: NATO-General äußert sich selbstbewusst gegenüber Russland
Dem Bericht zufolge erklärte Dragone, die NATO-Generäle hätten die jüngsten Warnungen zwar nicht ausdrücklich besprochen. Das Bündnis sei jedoch vorbereitet und verfüge über „4000 Seiten“ militärischer Pläne zum Schutz der Ostflanke – auch für den Fall einer „minimalen Krise oder einer Beeinträchtigung [auf] unserem Hoheitsgebiet“. Für den Fall einer weiteren Eskalation seien die NATO-Verbündeten handlungsbereit. Sollte es zu einem Angriff kommen, wisse das Bündnis, wie es reagieren müsse.
Dragones Aussage steht vor dem Hintergrund wachsender Sorgen in Europa. Michal Koudelka, Chef des tschechischen Inlandsgeheimdienstes BIS, hatte erst in den letzten Tagen vor möglichen russischen Aktionen innerhalb eines Zeitraums von „Monaten, nicht Jahren“ gewarnt. In einem seltenen Interview in Prag sagte er gegenüber dem Guardian, dass ein begrenzter Einmarsch in NATO-Territorium ebenso wie False-Flag-Operationen oder massive Desinformationskampagnen denkbar wären.
Die jüngste bekannte Provokation aus Moskau ereignete sich Mitte September in der Ostsee. Eine russische Fregatte hatte zwei Leuchtkörper auf einen Hubschrauber der dänischen Streitkräfte abgefeuert. Nach Angaben des dänischen Verteidigungsministeriums ereignete sich der Vorfall „in Verbindung mit einer routinemäßigen Foto-Aufklärung“. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte später in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem dänischen Rundfunk: „Das ist ein Muster, das wir in ganz Europa sehen. Ein immer aggressiveres und selbstbewusster auftretendes Russland, das seinen hybriden Krieg gegen Europa intensiviert hat und die NATO testet und herausfordert.“
Dragone fand mit Blick auf die zunehmenden Provokationen deutliche Worte: „Ich möchte ganz klar sein – diese Versuche spalten uns nicht. Sie schärfen unsere Instrumente und machen uns deutlich geeinter und entschlossener“, sagte er bei dem Treffen in Kopenhagen. (Quellen: Politico, The Guardian, dpa) (no)