US-Regierung will offenbar Sanktionen für Schattenflotte lockern
Während Großbritannien einen härteren Kurs fordert, erwägt die US-Regierung offenbar, Schiffe der sogenannten Schattenflotte von ihren Sanktionslisten zu nehmen. Trumps FBI-Chef Patel dankte Russland unterdessen mit einem Filmzitat.
15.10.2026, 08.05 Uhr
Ein Tanker, der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird
Foto: Damien Meyer / AFP / dpa
Die US-Regierung erwägt offenbar, Sanktionen gegen die sogenannte Schattenflotte zu lockern. Dabei geht es um Schiffe, die Öl und Ölprodukte aus Ländern wie Russland, Iran und Venezuela transportiert haben. Ein US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, damit sollten die hohen weltweiten Frachtkosten gesenkt werden. »Im Gespräch sei, dass die USA den Transport von Öl und Ölprodukten, die nicht US-Sanktionen unterliegen, auf bisher sanktionierten Schiffen erlauben könnten«, sagte der Insider demnach. Ziel sei es, mehr Rohöl und Raffinerieprodukte aus der Golfregion auf den Markt zu bringen.
Vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Donald Trump bereits Sanktionen gegen russischen Diesel bis zum 7. April aufgehoben. Der Schritt stieß auf heftige Kritik des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie europäischer Länder und einiger US-Senatoren von Trumps eigener republikanischer Partei. Trump steht wegen der hohen Spritpreise vor den Zwischenwahlen unter Druck.
Trumps Energieminister: Lockerungen helfen Russland nicht
In einer Videobotschaft an den Weltenergiekongress in Riad sagte US-Energieminister Chris Wright nach Angaben der Forschungsgruppe Energy Aspects, die Regierung erwäge eine Lockerung der Sanktionen gegen die Schattenflotte. Das US-Energieministerium erklärte dazu, ein solcher Schritt werde Russland nicht helfen, Öl oder Ölprodukte zu transportieren. US-Unternehmen, die die betroffenen Schiffe nutzen wollten, müssten beim Finanzministerium eine Genehmigung beantragen.
Energy Aspects erklärte in einer Kundenmitteilung, eine Lockerung der Sanktionen gegen die Schattenflotte werde die Frachtraten wohl nicht stark beeinflussen, könne jedoch mehr Öltransporte im Nahen Osten ermöglichen.
Zapfsäule in den USA
Foto: Fred Greaves / REUTERS
Aus der Schifffahrtsbranche hieß es dazu, eine Aufhebung der Maßnahmen dürfte nicht zu einer breiten Entspannung der Frachtraten führen, da Schiffsversicherer weiterhin an Vorschriften der EU und Großbritanniens gebunden seien.
London fordert konsequentes Vorgehen gegen Schattenflotte
Der britische Finanzminister John Healey forderte seine Amtskollegen beim Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds in Bangkok unterdessen auf, Sanktionen gegen Russlands Schifffahrt eher noch zu verschärfen. »Meine Botschaft an die Finanzminister lautet, bei harten Wirtschaftssanktionen gegen Russland Kurs zu halten, insbesondere bei einem strengeren Verbot von Schifffahrtsdiensten, die Putins sanktionsbrechender Schattenflotte den Betrieb ermöglichen.«
Großbritannien hat eine Reihe von Sanktionen gegen Schiffe und damit verbundene Dienstleistungen verhängt, die Russland nach britischer Einschätzung zur Finanzierung und Ausrüstung seines Krieges gegen die Ukraine nutzt.
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Donald Trumps FBI-Chef Kash Patel äußerte sich unterdessen in einer Kurznachricht, die wohl als Dank an den Kreml für die jüngsten Diesel-Deals zu verstehen ist. In Anlehnung an einen Bond-Film schrieb der Geheimdienstchef auf X : »From Russia with love.«
jpe/Reuters