Saarbrücker Wahrzeichen: Sanierungsarbeiten am Saarkran sollen noch diesen Monat beginnen
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Saarbrücker Wahrzeichen Sanierungsarbeiten am Saarkran sollen noch diesen Monat beginnen
Saarbrücken · Der Saarkran braucht Schutz vor Feuchtigkeit und Schädlingen. Eine denkmalgerechte Instandsetzung soll 125.000 Euro kosten. Noch im September soll damit begonnen werden.
19.09.2026 , 18:18 Uhr
Einen Ausleger – wie hier auf einem Plakat zu lesen ist – wird der Saarkran wohl auch weiterhin nicht mehr haben.
Foto: Michelle Soulier
Die wohl allermeisten Saarbrücker kennen den Saarkran – das achteckige, barocke Wahrzeichen nahe der Wilhelm-Heinrich-Brücke. Vor 14 Jahren hat der Bau sein charakteristisches Merkmal verloren, den Ausleger samt Vogel und Fass. Denn der Kranarm musste 2012 aus Sicherheitsgründen abmontiert werden. 2022 gaben die Landeshauptstadt (LHS) und die Sparkasse Saarbrücken das Vorhaben bekannt, ihn wiederherzustellen. Zu diesem Zweck stellte die Sparkasse 100.000 Euro bereit.
Im vergangenen Jahr fragten wir nach, wie es um das Projekt steht. Die Stadt erklärte, dass ein Teil des Geldes für ein Holzgutachten und eine Machbarkeitsstudie eingesetzt worden sei. Ergebnis: Sanierung und Neuinstallation des Arms erforderten einen siebenstelligen Betrag, das Projekt lasse sich nicht umsetzen.
Weitergehende Klarheit bringt jetzt ein neuer Sachstandsbericht der Landeshauptstadt, der nicht nur detailliert über die angedachte Rekonstruktion des Auslegers informiert, sondern auch Einblick in die notwendigen Instandsetzungsarbeiten gibt, die bald starten sollen.
So erfährt man, dass während erster Arbeiten im Innenraum im Oktober 2023 festgestellt wurde, dass tragende Bauteile und Deckenbalken erheblich durch Wasser und Feuchtigkeit beeinträchtigt sind. Es wurde überprüft, ob man mit Stahlelementen arbeiten kann. Doch in diesem Punkt scheint man eine klare Meinung zu haben, liest man in der Darstellung: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Holzkonstruktion einer Stahlkonstruktion vorzuziehen ist und der Kaiserstiel in der Mitte komplett ausgetauscht werden sollte, um den Ausleger überhaupt tragen zu können.“ Eine Kalkulation zur „Umsetzung dieser Konstruktion als historischer Sonderbau“ ergab, dass die Umsetzung würde etwa 1,2 Millionen Euro kosten.
Der Entschluss fiel: Wegen der komplexen Umsetzung und der hohen Kosten ist die Rekonstruktion nicht umsetzbar. Stattdessen wollte man an einer grundlegenden Instandsetzung des Saarkrans festhalten und die Bausubstanz sichern, damit auch in den kommenden Jahren keine Gefahren vom Wahrzeichen der Landeshauptstadt ausgehen.
GMS der Landeshauptstadt hat Planung übernommen
Der GMS (Gebäudemanagementbetrieb der LHS) hat jetzt die Planung übernommen und noch in diesem Monat sollen die Arbeiten beginnen. Einen festen Zeitplan gibt es aber nicht, da man von der Witterung abhängig sei und das anstehende Herbst- und Winterwetter direkten Einfluss auf den Ablauf haben könnte.
Zunächst wird ein Gerüst aufgebaut, eine „anspruchsvolle technische Herausforderung“ aufgrund der Form des achteckigen Baus. Die Dachfläche und Fassade werden vorsichtig mit reduziertem Hochdruck gereinigt, bevor die Fenster, die Läden sowie die dekorativen Zierelemente und Ornamente fachgerecht lackiert werden.
Denkmalgerechte Instandsetzung soll etwa 125.000 Euro kosten
Ziel dieser Sanierungsarbeiten ist, den Erhalt des historischen Saarkrans sicherzustellen. Dafür sind auch Dachdeck- und Zimmermannsarbeiten notwendig. Die Holzschindeln der Dachdeckung werden überprüft. Im Innenraum sollen Verbindungspunkte instandgesetzt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Schutz vor Feuchtigkeit und darin, das Eindringen von Tauben und Schädlingen zu verhindern. Man rechnet für diese denkmalgerechte Instandsetzung mit Kosten in Höhe von 125.000 Euro. Davon sollen 100.000 Euro über eine Werbepartnerschaft und Sponsoring abgedeckt werden.
Auch in Zukunft wird der Saarkran also das Stadtbild ohne Ausleger prägen müssen. Wer wissen möchte, wie es einst aussah, dem bleibt die Darstellung auf einer Info-Tafel vorbehalten, die ebenfalls im Zuge der Arbeiten neu aufgestellt werden soll. (skm)