Saarland-Film „Unsere Arbeitergeschichten“: Das Saarland und die Arbeit – wer will im Film dabei sein?
Saarland-Film „Unsere Arbeitergeschichten“ Das Saarland und die Arbeit – wer will im Film dabei sein?
Homburg · Um Gruben und Hütten wird es gehen, aber auch um vieles andere: Für den Saarland-Film „Unsere Arbeitergeschichten“ werden Menschen gesucht, die von ihrem Leben und der Arbeit erzählen wollen. Wer kann sich melden?
01.10.2026 , 08:00 Uhr
2012 endete der Bergbau im Saarland – hier ein Foto vom 29. Juni 2012, an dem im Bergwerk Saar in Ensdorf zum letzten Mal Kohle mit dem Zug abtransportiert wurde.
Foto: Oliver Dietze
„Wir wollen diese saarländischen Geschichten festhalten, bevor sie in Vergessenheit geraten“, sagt Thomas Scherer. Der Homburger Filmemacher, der mit „Unter Tannen“ eine charmante Saarland-Comedy gedreht hat und regelmäßig an einer wachsenden Kurzfilm-Anthologie arbeitet, widmet sich regelmäßig auch der Geschichte der Region. 2023 legte er die halbstündige Doku „Heimat Saarland – Unsere Kinogeschichten“ vor, einen Rückblick auf die Historie der Filmtheater im Land. Der Film verband eine Rahmenhandlung mit Rückblicken, Zeitzeugeninterviews und deren ganz persönlichen Geschichten. Premiere war in der Camera Zwo in Saarbrücken, auch in den Waderner Lichtspielen und im Losheimer Kino war der Film zu sehen.
Zwei Jahre später – die Finanzierung dauerte eine Weile – drehte Scherer die Doku „Heimat Saarland – Unsere Grenzgeschichten“, mit Interviews aus der Region und über die bewegte Grenz-Historie. Der Film ist fast fertig, sagt Scherer, eine große Premiere soll im November im Kino sein, im Doppelpack mit den „Kinogeschichten“. Ort und genauer Termin stehen noch nicht fest.
Jetzt bereitet Scherer einen dritten Teil seiner Heimat-Reihe vor: „Unsere Arbeitergeschichten“ – für den braucht er jetzt noch Hilfe: Menschen im Saarland, die vor der Kamera von ihrer Arbeit erzählen wollen. „Jede und jeder kann sich bei uns melden“, sagt Thomas Scherer, „alle sind willkommen, die ihre Geschichte erzählen wollen“. Gefilmt werden die Interviews ab dem 19. Oktober. Dabei will das Team es den Leuten „so einfach wie möglich machen“ – die Filmemacher kommen gerne am Wohn- oder auch am Arbeitsort vorbei. „So hält sich der Aufwand für die Befragten in Grenzen, und wir haben verschiedene Orte im Film – das hat sich auch bei den ‚Grenzgeschichten‘ bewährt.“
Der Homburger Filmemacher Thomas Scherer („Unter Tannen“).
Foto: Sebastian Dittrich / WP Films
Zwischen einer halben und einer ganzen Stunde sollen die Gespräche laufen, erklärt Scherer – wie viel davon im Film landet, das zeige sich dann erst beim Schnitt. „Spannende Geschichten“ erhofft sich Scherer jedenfalls, denn „gerade das kleine Bundesland Saarland schaut auf eine einzigartige Historie der Arbeitergesellschaft zurück“. Da werde es natürlich um Bergbau und die Hütten gehen, aber nicht nur. „Interessant sind auch zum Beispiel Betriebe, die vielleicht schon in der dritten, vierten Generation weitergeführt werden“, sagt Scherer. „Und vielleicht auch Firmen, die gescheitert sind. Davon erzählt man vielleicht nicht gerne – aber spannend ist es natürlich.“
Die dunkelste Stunde in der Arbeitswelt des Saarlandes: 299 Männer sterben am 7. Februar 1962 nach einer Schlagwetterexplosion in der Grube Luisenthal in Völklingen, 84 werden zumeist schwer verletzt.
Foto: dpa/Heinz-Jürgen Göttert
Wie bei den ersten beiden Heimatfilmen gibt es eine Rahmenhandlung, erneut mit Klaus Ebert als Klempner Klaus. „Er gerät im Film mit seinem Chef in Konflikt“, sagt Scherer, „und dadurch wird die Handlung losgetreten“. Diese fiktionalen Szenen werden am 17. und 18. Oktober gedreht, mit jungen Darstellerinnen und Darstellern aus den „Grenzgeschichten“: Paula Schwartz, Bianca Schmitt, Noah Hassanzadeh und Sophia Hecker schlüpfen in ihre altbekannten Rollen, neu dabei ist Silke Germann. Den Klempner-Chef spielt der Saarbrücker Luca Jungmann, der kürzlich im Hape-Kerkeling-Film „Horst Schlämmer sucht das Glück“ zu sehen war. Gedreht wird vor der Glanhalle in Höchen – ein paar Schilder, die Scherer und sein Team basteln, sollen die Halle wie einen Sanitärbetrieb aussehen lassen.
Unterstützt wird der Film von der Arbeitskammer des Saarlandes (AK) – finanziell und mit Informationen und Statistiken zur Welt der Arbeit im Saarland. Die AK wird auch einer der Orte sein, die im Film zu sehen sind, außerdem diverse Gruben, das Saarpolygon, das Bildungszentrum Kirkel, das Maschinenbaumuseum Herzog Neunkirchen und der Rechtsschutzsaal Bildstock – wie Scherer sagt, „das älteste Gewerkschaftshaus Deutschlands“.
Mit den „Arbeitergeschichten“ ist dann eine kleine Reihe komplett – als Heimat seiner Heimatfilme könnte sich Scherer sehr gut den Saarländischen Rundfunk vorstellen, der auch seine „Unter Tannen“-Reihe zeigte. „Unsere Filme über die Heimat sind von A bis Z mit Saarländerinnen und Saarländern gemacht und zeichnen die Geschichte des Saarlandes nach. Das würde schon sehr gut passen.“ (jos)
Kontakt: Wer bei den „Arbeitergeschichten“ dabei sein, kann sich melden bei WP Films, [email protected]Informationen: https://wpfilms.de