Sachsen-Anhalt: Ministerpräsident Schulze kritisiert AfD-Wahlaufruf von CDU-Politiker
Ein CDU-Kommunalpolitiker hat der AfD Geld gespendet und eine Wahlempfehlung abgegeben. Sven Schulze sieht ein mögliches Parteiausschlussverfahren erst nach der Wahl.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,
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Aktualisiert am 20. August 2026, 20:06 Uhr
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188 KommentareSachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat den CDU-Ortsbürgermeister Bernd Prange nach seiner Spende an die AfD und dessen Wahlempfehlung für die Partei kritisiert. Der CDU-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt sagte dem Politico-Podcast Berlin Playbook: »Finde ich nicht gut. Kann ich ganz klar sagen.« Er könne aber nicht das Richtige vorschreiben.
Auf die Frage nach einem möglichen Parteiausschlussverfahren gegen Prange äußerte sich Schulze zurückhaltend. »Wir werden uns nach der Wahl mit dem Thema beschäftigen. Aber jetzt ist es Wahlkampf, jetzt haben wir andere Themen«, sagte der Ministerpräsident. Zuvor hatte der sachsen-anhaltische CDU-Generalsekretär Mario Karschunke die Aussagen von Prange kritisiert und mit einem Parteiausschlussverfahren gedroht.
SPD-Chef dringt auf Aufarbeitung
Unterdessen forderte der SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil von der CDU Aufklärung über den Vorfall. Am Rande eines Wahlkampftermins in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt sagte der Bundesfinanzminister: »Ich würde als Parteivorsitzender solche Dinge in meiner Partei sehr ernst nehmen, und das muss geklärt werden.«
Auf die Frage, ob er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) noch vertrauen könne, wenn dieser sage, es gebe keine Zusammenarbeit mit der AfD, antwortete Klingbeil: »Er hat es immer wieder deutlich gemacht. Ich glaube ihm das auch. Und trotzdem gibt es natürlich diese Vorfälle, und das muss innerhalb der CDU aufgearbeitet werden.«
»Wir kämpfen für demokratische Mehrheiten«, sagte Klingbeil mit Blick auf die schwarz-rote Koalition. »Da gibt es eine feste, tiefe Überzeugung, dass man nicht mit der AfD zusammenarbeitet.«
CDU-Generalsekretär in Sachsen-Anhalt droht mit Parteiausschlussverfahren
Der Fuhrunternehmer Prange, der für die CDU im Stendaler Kreistag sitzt und Ortsbürgermeister in der Verbandsgemeinde Seehausen in der Altmark ist, hatte der AfD 10.000 Euro gespendet und zugleich eine Wahlempfehlung für die Partei ausgesprochen. In einem Brief an die Landes-CDU, aus dem die Magdeburger Volksstimme zitiert, begründete Prange seine Spende mit »tiefer Sorge um unser Land«.
Er finde konservative Werte wie Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationale Souveränität, wirtschaftliche Vernunft und den Schutz der kulturellen Identität in der CDU immer weniger vertreten, wird Prange zitiert. Er habe zudem die Sorge, »dass Teile der CDU dieses Landes ihre eigene Partei an die Linken verraten und verkaufen«. Prange kündigte demnach an, bei der Landtagswahl am 6. September die AfD zu wählen.
Die AfD ist in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextreme Bestrebung eingestuft. In aktuellen Umfragen führt die AfD (41 Prozent) mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund deutlich vor der CDU (24 Prozent) von Regierungschef Sven Schulze.