Maschinen sind bis zu 22 Stunden in der Luft: Airline präsentiert neue Flugzeuge mit „Wellbeing Zones“

Saftige 9885 Dollar für einen Sitz: Airline enthüllt Geheimprojekt – und dreht an der Preisschraube

Stand: 09.08.2026, 06:46 Uhr

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Die Fluggesellschaft Qantas plant Mega-Flüge ohne Zwischenstopp. Dafür sollen Flugzeuge mit einer „Wellbeing Zone“ ausgestattet werden.

Sydney – Qantas, die größte Fluggesellschaft Australiens, will mit der Einführung der weltweit ersten Nonstop-Flüge zwischen Sydney und London sowie später Sydney und New York einen „neuen Reisemorgen“ einläuten, bei denen erstmals eine speziell ausgewiesene „Wellbeing Zone“ an Bord zur Verfügung stehen soll. Die Fluglinie positioniert das Angebot als wegweisende Weiterentwicklung für extrem lange Interkontinentalstrecken.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.

Die Airline kündigte die Pläne für die rekordverdächtigen Flüge erstmals 2017 unter dem Codenamen „Project Sunrise“ an, mit dem Ziel, die Ostküste Australiens direkt mit wichtigen internationalen Metropolen zu verbinden. Damit sollen bisher übliche Umstiege über Zwischenstopps entfallen und die Reisezeiten für Passagiere deutlich verkürzt werden.

Der Airbus A350-1000ULR

Airbus A350 fliegt 23.076 Kilometer nonstop in 24 Stunden. © IMAGO/Morgan Hancock

„‚Project Sunrise‘ hat uns die Möglichkeit gegeben, das Reiseerlebnis der Kundinnen und Kunden über die gesamte Journey hinweg neu zu denken, und die ‚Wellbeing Zone‘ ist eine der größten Innovationen im Kabinendesign“, sagte Sarah Udy, Executive Manager Product and Service bei Qantas, dem Magazin Newsweek. Sie betonte, dass die Neugestaltung sowohl auf Komfort als auch auf Gesundheit während sehr langer Flüge abzielt.

Direktverbindungen von Sydney nach London und New York

Der Nonstop-Dienst Sydney–London soll im Oktober 2027 starten und voraussichtlich bis zu vier Stunden gegenüber den derzeitigen Verbindungen mit Zwischenstopp einsparen. Die Route Sydney–New York wird zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen, wobei genaue Termine noch nicht feststehen. Zum Einsatz kommen speziell modifizierte Airbus-A350-1000ULR-Modelle, die mehr als 16.000 Kilometer bis zu 22 Stunden lang ohne Zwischenlandung bewältigen können. Auch die chinesische Airline China Eastern bietet eine Mammut-Verbindung an: von Shanghai nach Buenos Aires. Strecke: 20.000 Kilometer.

„Project Sunrise“ fällt in eine herausfordernde Phase für die Luftfahrtbranche, in der Fluggesellschaften mit höheren Treibstoffkosten infolge anhaltender Unruhen im Nahen Osten konfrontiert sind. Diese Faktoren erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf internationale Langstreckenverbindungen erheblich und zwingen Airlines zu effizienteren Flotten- und Streckenstrategien.

Gemischte Signale für die globale Reiselust

Laut einem Bericht der International Air Transport Association (IATA) vom Juli ging die weltweite Nachfrage im Passagierluftverkehr im Juni 2026 im Vergleich zum Juni 2025 um 1,7 Prozent zurück. Willie Walsh, Generaldirektor des Verbands, erklärte, der Rückgang sei vor allem auf schwächere Inlandsmärkte in China, den Vereinigten Staaten und Japan zurückzuführen, begleitet von verhaltener internationaler Nachfrage nach Verbindungen von Airlines aus dem Nahen Osten.

Gleichzeitig prognostizierte ein Bericht der U.S. Travel Association vom Mai 2026, dass die gesamten Reiseausgaben in den USA im Jahr 2026 1,37 Billionen US-Dollar und 2027 1,42 Billionen US-Dollar erreichen werden. Besonders der internationale Einreiseverkehr in die Vereinigten Staaten soll demnach wieder in den Wachstumsmodus zurückkehren, was auf eine schrittweise Normalisierung des globalen Tourismus hindeutet. Insgesamt ist eine gesteigerte Nachfrage nach Direktflügen auf Langstrecken zu beobachten.

Airline präsentiert bahnbrechendes Kabinendesign

Die „Wellbeing Zone“ wurde unter anderem durch die ungewöhnlich großzügige Kabinenaufteilung der Maschinen möglich. Sie soll Fluggästen einen Raum bieten, in dem sie sich während der langen Reise bewegen, dehnen und kurze Aktivpausen einlegen können, um die körperliche Belastung zu verringern.

Die A350-1000ULR-Flotte von Qantas wird mit lediglich 238 Sitzen in vier Kabinenklassen konfiguriert und ist damit die Airbus-A350-Variante mit der geringsten Sitzdichte weltweit. Die verringerte Passagierkapazität schafft mehr persönlichen Platz und ermöglichte die Einrichtung des eigenen Wellnessbereichs, wie die Airline gegenüber dem Magazin Newsweek erklärte, ohne die Rentabilität der Flüge aus den Augen zu verlieren.

Während viele Fluggesellschaften auf Langstrecken bereits Premium-Suiten, aufgewertete Business-Class-Produkte und verbesserte Kabinenluftsysteme eingeführt haben, erklärt Qantas, man sei die erste Airline, die „eine speziell konzipierte Wellbeing Zone an Bord“ schaffe. Damit will das Unternehmen ein klar unterscheidbares Produkt am Markt etablieren und Vielflieger langfristig an die Marke binden.

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Neuer Reisekomfort: Fokus auf Gesundheit und Reichweite

Die Initiative spiegelt einen wachsenden Branchentrend wider, die körperlichen Auswirkungen von Langstreckenreisen durch besseres Kabinendesign, optimierte Beleuchtung, Schlafmanagement und Wellnessprogramme zu mindern. Ziel ist es, Probleme wie Jetlag, Kreislaufbelastung und Müdigkeit zu reduzieren und so insbesondere Geschäftsreisenden ein produktiveres Ankommen zu ermöglichen.

Die Flugzeuge selbst wurden speziell für „Project Sunrise“ gefertigt und auf extreme Reichweiten ausgelegt. Jede Maschine verfügt über einen zusätzlichen 20.000-Liter-Tank, der die Durchführung von Ultralangstreckenflügen ermöglicht. Qantas rechnet nach eigenen Angaben mit der Auslieferung von insgesamt zwölf A350-Jets und plant, sie schrittweise in das internationale Streckennetz zu integrieren. Auch am Drehkreuz München starten wegen hoher Nachfrage größere Jets.

Was kosten die Flüge von „Project Sunrise“?

Qantas hat bislang noch keine offiziellen Ticketpreise für „Project Sunrise“ veröffentlicht. Die endgültige Preisstruktur soll näher am Starttermin der Verbindungen bekannt gegeben werden, wenn Marktlage, Nachfrage und Betriebskosten genauer absehbar sind und sich auch die Konkurrenzposition besser einschätzen lässt.

Qantas-International-CEO Cam Wallace erklärte jedoch bereits gegenüber dem Fachportal Executive Traveller, dass mit einem Preisaufschlag von rund 20 Prozent gegenüber den derzeitigen Verbindungen mit Zwischenstopp zu rechnen sei. Diese Premiumbewertung spiegle den zusätzlichen Komfort sowie die Zeitersparnis der Nonstop-Flüge wider und richte sich vor allem an zahlungskräftige Geschäfts- und Urlaubsreisende.

Nach Berechnungen von Executive Traveller könnten die einfachen Economy-Tarife damit bei etwa 1600 australischen Dollar – rund 1130 US-Dollar – beginnen. First-Class-Suiten dürften demnach mehr als 14.000 australische Dollar, also ungefähr 9885 US-Dollar, pro einfacher Strecke kosten und damit in das oberste Preissegment internationaler Linienflüge fallen.

Kundschaft zahlt Aufpreis für Nonstop-Komfort

Wallace erklärte, dass Kunden in der Vergangenheit bereit gewesen seien, einen Aufpreis für direkte Ultralangstreckenverbindungen zu zahlen, und verwies dabei auf die starke Performance der Route Perth–London. Diese Verbindung habe gezeigt, dass Zeitgewinn und zusätzlicher Komfort für viele Reisende einen spürbaren Mehrwert darstellen, der sich in soliden Buchungszahlen niederschlage.

Tickets für die ersten Sydney–London-Flüge im Rahmen von „Project Sunrise“ sollen im Februar in den Verkauf gehen, rechtzeitig vor der geplanten Aufnahme der Route im Oktober 2027. Qantas erwartet ein hohes mediales Interesse und rechnet damit, dass insbesondere die Premierenflüge schnell ausgebucht sein werden, da Vielflieger und Luftfahrtfans das neue Angebot testen wollen.